Saarländische Fußballerinnen punkten in Blieskastel im Kampf gegen Leukämie

Mehr als 50 Spielerinnen und Besucher ließen sich als potenzielle Stammzellspender in der Datei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren.
 
Unter der kostenfreien Hotline 0800 - 76 67 724 sind Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung erreichbar.
Blieskastel: Freizeitzentrum |

Fußball, Leidenschaft und Kampfgeist – Davon gab es beim zweiten Herzblut-Cup in Blieskastel jede Menge. Doch nicht nur der Sport stand für die Fußballerinnen der zwölf Mannschaften im Zentrum, sondern auch die Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, riefen Alexandra Papke und ihre Vereinskolleginnen vom FC Bierbach zur Typisierung während des Turniers auf. Mehr als 50 Spielerinnen und Besucher ließen sich als mögliche Spender in der Datei registrieren, um irgendwann einem Leukämiepatienten eine Chance im Kampf gegen den Blutkrebs zu geben.

Auch die Siegerehrung stand unter dem Motto „Fußball hilft Leukämiekranken“. Deswegen wurde nicht nur der SV Dirmingen II als Turniersieger von der Volksbank Saarpfalz mit 150 Euro prämiert. Weil sich fast alle Spielerinnen des FC St. Arnuals typisierten, belohnte Andrea Hempel vom Sport- und Freizeitzentrum Illingen die Mannschaft mit einem Gutschein über 80 Euro für das Soccer Center in Illingen. Das bedeutet: 90 Minuten lang dürfen die Spielerinnen die Soccerhalle zum Kicken nutzen.
Wenn Alexandra Papke vom Cup erzählt, kommt sie ins Schwärmen: „Es gab viele tolle Momente. Die Fußballerinnen spielten sehr fair und kämpften bis zum Abpfiff. Es war spannend bis zum Schluss, denn keiner wollte verlieren.“ Dass sich mehr als 50 Sportlerinnen als mögliche Lebensretterinnen für Leukämiepatienten bei der Stiftung registrierten, freut sie besonders: „Das ist richtig super und ganz wichtig!“ Die 39-Jährige weiß: „Leukämie könnte auch die eigene Tochter, Schwester oder Mutter treffen. Mit einer Typisierung kann man Leben retten. Was gibt es besseres?“
Alexandra Papke, die eine 5-jährige Tochter hat, ging während dem Turnier zu jeder Mannschaft, und motivierte die Spielerinnen dazu, sich am Stand der Stefan-Morsch-Stiftung über Typisierung und Stammzellspende zu informieren. „Jeder der dort war, wollte sich auch registrieren.“ Etwas ist ihr besonders im Gedächtnis geblieben: Einer der Trainer, der mit über 40 Jahren die Grenze für die kostenlose Neuaufnahme in der Datei überschritten hatte, wollte sich trotzdem registrieren. „Dann hat er ohne viel zu überlegen die 50 Euro auf den Tisch gelegt.“
Emil Morsch, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Birkenfelder Stiftung freut sich über die große Resonanz beim Cup: „Wir kooperieren seit Jahren mit dem saarländischen Fußballverband. Solche Initiativen der Vereine sind eine wertvolle Unterstützung unserer Arbeit. Jede einzelne Typisierung bedeutet für einen Leukämiekranken die Chance auf Leben.“
Die Blutproben sind im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung eingetroffen und werden nun auf die für eine Transplantation relevanten genetischen Gewebemerkmale (HLA-Werte) untersucht und in der Datei gespeichert. Kommt man als Spender für einen Patienten in Frage, nehmen Mitarbeiter der Stiftung den Kontakt auf und betreuen die potenziellen Spender bei allen Schritten.
Eine solche Typisierungsaktion hat immer nachhaltige Wirkung – vielleicht wird schon in wenigen Wochen oder Monaten eine Spenderin, die sich am Sonntag in Blieskastel hat typisieren lassen, einem Menschen Hoffnung auf Leben schenken können. In jedem Fall aber bietet die Typisierung die Chance, dass nach Jahren, aber auch noch Jahrzehnte später Leben gerettet werden kann. Zugleich wird durch einen solchen Aufruf diese weitestgehend unbeachtete Form der Lebendspende in der Öffentlichkeit thematisiert.

Weitere Informationen unter der kostenlosen Hotline 0800 – 76 67 724, info@stefan-morsch-stiftung.de oder auf der Homepage www.stefan-morsch-stiftung.de.

Die nächsten Termine, an denen man sich im Saarland typisieren lassen kann, sind am:

Donnerstag, 29. Januar, 16.30 bis 20 Uhr, in der Turn- und Festhalle, Marktplatz, in Elm
Donnerstag, 19. Februar, 16.30 bis 20 Uhr, in der Rosseltalhalle, Emmersweiler Str., in Großrosseln
Dienstag, 24. Februar, 17 bis 20 Uhr, in der Grundschule, Zum Striedt, in Wemmetsweiler
Donnerstag, 26. Februar, 17 bis 20 Uhr, im Bürgerhaus, Karlstr. 35, in Heiligenwald

Antworten auf die häufigsten Fragen:

Bekomme ich einen Nachweis über meine Typisierung?
Jeder Spender, jede Spenderin bekommt einen Spenderausweis der Stefan Morsch Stiftung zugesandt. Unabhängig, wann der Spenderausweis versendet wird, werden jedoch die Daten jedes neu registrierten Spenders direkt nach der Analyse der Gewebemerkmale dem deutschen Zentralregister der ZKRD anonymisiert für weltweite Suchanfragen zur Verfügung gestellt.

Was kommt an Kosten auf mich zu, wenn ich Spender werde?
Stammzellspende rettet Leben. Wichtig zu wissen: Die Stammzellspende erfolgt immer freiwillig und unentgeltlich. So werden alle entstehenden Kosten von der registrierenden Spenderdatei getragen. Der Spender bekommt etwa die Ausgaben für Fahrtkosten oder Verdienstausfall erstattet.

Was passiert bei einer Stammzellentnahme?
Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmarkentnahme wird durch eine Punktion des Beckenkamms das Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode – und die weitaus häufigste – ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.

Sollten Sie noch Fragen haben – die Stefan-Morsch-Stiftung ist unter der gebührenfreien Hotline 08 00 - 766 77 24 oder über info@stefan-morsch-stiftung.de erreichbar. Auf der Homepage www.stefan-morsch-stiftung.de oder via Facebook kann man sich ebenfalls informieren.

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. So werden täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der stiftungseigenen Spenderdatei von mehr als 400 000 potentiellen Lebensrettern weltweit vermittelt. Die Stiftung ist Mitglied der Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD).
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