Unsere Nr. 1 braucht Hilfe: TV Bitburg plant Typisierungsaktion

Wann? 01.03.2015 15:00 Uhr bis 01.03.2015 18:00 Uhr

Wo? Edith-Stein-Schule, Nansenstraße 44, 54634 Bitburg DE
Mit diesem Plakat wird die Typisierungsaktion des TV Bitburg in Zusammenarbeit mit der Stefan-Morsch-Stiftung am 1. März 2015 hingewiesen
 
Unsere Nummer 1 braucht Hilfe: Zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei, planen die Handballerinnen des TV Bitburg eine Hilfsaktion für Leukämie- und Tumorkranke.
 
Ein Fingerhut voll Blut genügt, um sich als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren zu lassen.
Bitburg: Edith-Stein-Schule |

Die Handballerinnen des TV Bitburg sind eine starke Truppe – nicht nur in der Bezirksliga. Auch privat verstehen sich die jungen Frauen „ohne Worte“. Sie halten zusammen, auch wenn es mal brenzlig wird in der Abwehr. Jetzt hat sich die Mannschaft zusammengetan, um ein großes Projekt außerhalb des Spielfeldes auf die Beine zu stellen. Sie wollen Hilfe für die 22-jährige Julia leisten, die an MDS erkrankt ist und dringend auf eine Stammzellspende angewiesen ist. MDS (Myelodysplasie) bezeichnet eine Fehlproduktion des Knochenmarks, wodurch der Körper nicht mehr in der Lage ist genügend funktionstüchtige Zellen zu bilden. Deshalb planen sie für Sonntag, 1. März, 15 bis 18 Uhr, in der Turnhalle der Edith-Stein-Schule, Nansenstraße 44, eine Typisierungsaktion, bei der sich jeder gesunde Erwachsene als potenzieller Lebensretter bei der Stefan-Morsch-Stiftung registrieren lassen kann: „Lass Dich typisieren! Wir suchen Lebensretter!“, heißt der Aufruf gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung.

Melissa Stockemer und die anderen Handballerinnen wissen: „11 000 Mal pro Jahr wird allein in Deutschland die Diagnose Leukämie gestellt. Mal ist es ein berühmter Politiker, mal der Vater einer Arbeitskollegin, mal die Nachbarin eines Bekannten – es trifft aber auch manchmal den eigenen Freund, die eigene Familie.“ Wenn Chemotherapie und/oder Bestrahlung nicht helfen, brauchen die Patienten oft eine Stammzellspende, um eine Chance gegen den Blutkrebs zu haben. Denn mit den Stammzellen bekommen sie ein neues blutbildendes System, das den Krebs zurückdrängen kann. Voraussetzung ist: Es muss ein passender Spender gefunden werden, dessen Gewebemerkmale mit denen des Patienten übereinstimmen.
In Spenderdateien wie der weltweit vernetzten Stefan-Morsch-Stiftung sind derzeit 25 Millionen Menschen registriert, nichtsdestotrotz ist es oft noch ein Glücksfall, wenn sich ein passender Spender findet. Die 19 jährige Melissa Stockemer und ihre Vereinskameradinnen wollen dem Glück durch diesen Aufruf auf die Sprünge helfen: „Mit jedem neu gewonnenen Spender erhöht sich die Chance, dass einem an Leukämie erkrankten Menschen mit Blutkrebs geholfen werden kann. “ Als zusätzlichen Anreiz organisieren sie eine Tombola – zudem erhält jeder Spender eine Freikarte für das nächste Heimspiel der ersten Herrenmannschaft des TV Bitburg. Es gibt eine Freikarte für ein Spiel der Trierer Miezen, Freilose und Freigetränke.
Eine Typisierung ist ganz einfach: Zunächst sollte man sich über die Stammzellspende informieren. In einem Gesundheitsfragebogen werden die wichtigsten Ausschlusskriterien abgefragt – etwa schwere Vorerkrankungen, starkes Übergewicht und die Zahl der Schwangerschaften. Ist der Fragebogen vollständig ausgefüllt und unterschrieben, wird eine kleine Blutprobe abgenommen. Diese Probe wird im Labor der Stefan-Morsch-Stiftung analysiert und die für eine Transplantation wichtigen Gewebemerkmale (HLA-Werte) in der Spenderdatei der Stiftung gespeichert. Das bedeutet: Die HLA-Werte, das Alter und Geschlecht sowie weitere transplantationsrelevante Werte werden anonym hinterlegt. Gemeinsam mit der Spendernummer werden diese an das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) übermittelt, um für weltweite Suchanfragen von Patienten zur Verfügung zu stehen.
Die Handballerinnen des TV Bitburg haben zudem einen Info-Abend organisiert: Am Aschermittwoch, 18. Februar, 18 Uhr, stehen im Bitburger Rathaus, Rathausplatz die Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung für alle Fragen rund um das Thema Stammzellspende und Typisierung zur Verfügung.

Die häufigsten Fragen rund um das Thema Stammzellspende:


Warum brauchen die Stammzellspenderdateien immer neue Spender?
Die Chancen, für einen an Leukämie erkrankten Patienten innerhalb der eigenen Familie einen passenden Spender zu finden, sind recht gering: Nur bei etwa 30 Prozent der Erkrankten erweist sich ein naher Verwandter als geeigneter Spender. Ein Grund hierfür liegt im Erbgang der für die Transplantation wichtigen Gewebemerkmale und im demografischen Wandel. Bei der großen Vielfalt der Gewebemerkmale in der Bevölkerung ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Merkmale bei zwei nicht verwandten Menschen übereinstimmen, jedoch nicht sehr groß. Sie variiert von 1: 10.000 bis 1: mehreren Millionen. Trotz der hohen Zahl potenzieller Spender, verläuft also noch so manche Suche erfolglos. Erschwerend kommt hinzu, dass das Durchschnittsalter in vielen deutschen Dateien sehr hoch ist, was zur Folge haben wird, dass in den nächsten Jahren viele tausende Spender altersbedingt gelöscht werden müssen.
Muss man 18 Jahre alt sein, um sich typisieren lassen?
Jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahren Stammzellen bzw. Knochenmark spenden. Mit dem schriftlichen Einverständnis der Eltern kann man sich bereits ab 16 Jahren typisieren lassen. Für die Spendersuche wird man erst mit Erreichen der Volljährigkeit freigeschaltet. Bevor das geschieht, wird der Spender von der Stefan-Morsch-Stiftung noch einmal angeschrieben, um das Einverständnis zu bestätigen. Die Wahrscheinlichkeit, zur Spende gebeten zu werden, ist bei einem Aufnahmealter von unter 20 Jahren zehn Mal so hoch ist wie bei einem Aufnahmealter von gut 45 Jahren, belegen die Statistiken des ZKRD.
Ist die Typisierung kostenlos?
Die Stefan-Morsch-Stiftung hat sich immer für die kostenlose Registrierung der Neuspender eingesetzt und möchte dies auch so weiterführen.
Als gemeinnützige Organisation ist sie auf Spendengelder angewiesen und muss diese verantwortungsbewusst einsetzen. Statistische Auswertungen haben gezeigt, dass ältere Spender sehr viel seltener von den Ärzten als Spender ausgewählt werden, und auch Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften nur noch sehr selten als Spender angefordert werden. Diese Auswertung entspricht den aktuellen medizinischen Forschungen.
Daher hat die Stiftung Kriterien zur Registrierung als Stammzellspender festgelegt, die beiden Aspekten Rechnung trägt. So ist etwa das Höchstalter für die kostenlose Registrierung auf 40 Jahre begrenzt. Gleiches gilt für Frauen mit mehr als zwei Schwangerschaften.
Eine Aufnahme in die Spenderdatei ist jedoch auch für diese Freiwilligen möglich. Die Stiftung bittet diesen Personenkreis, wenn er sich typisieren lassen will, um einen Beitrag in Höhe von 50 Euro zu den Typisierungskosten.
Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. So werden täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der stiftungseigenen Spenderdatei von mehr als 400 000 potentiellen Lebensrettern weltweit vermittelt. Die Stiftung ist Mitglied der Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD).
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