TV Birkenfeld engagiert sich mit geballter Kraft gegen Leukämie

Bevor sie auf dem Spielfeld stehen, registrieren sich Vanessa Heß (24) und Theresa Ogait (21) bei der Stefan-Morsch-Stiftung als mögliche Lebensretterinnen.
 
Unter der gebührenfreien Hotline 0800 - 76 67 724 sind Mitarbeiter der Stefan-Morsch-Stiftung erreichbar.
Birkenfeld: Großsporthalle "Am Berg" |

Sechs Mannschaften, drei Spiele und ein gemeinsames Ziel: Ein Signal der Hoffnung für Leukämiekranke setzen. Viele Menschen folgten dem Typisierungsaufruf „Heimspieltags der Lebensretter“, der Handballer des TV Birkenfelds. Gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung warben die Sportler in den letzten Wochen immer wieder für die Hilfsaktion für Leukämie- und Tumorkranke. Einige Spieler, auch die gegnerische, und viele Besucher ließen sich als mögliche Spender für Leukämiepatienten bei Deutschlands ältester Stammzellspenderdatei registrieren.

Hans-Peter Lampel, stellvertretender Vorsitzende des Handball-Vereins, ist froh: „Einige sind schon lange typisiert. Schön, dass sich noch weitere Menschen engagieren und helfen möchten.“ Seit fast 18 Jahren ist er als möglicher Spender bei der Birkenfelder Stiftung registriert. Und im vergangenen Sommer konnte er mit einer Knochenmarkspende einem 40-Jährigen Patienten, irgendwo in Deutschland, eine Chance im Kampf gegen Blutkrebs geben.

Vanessa Heß und Theresa Ogait spielen beide beim TV Birkenfeld Handball und sind jetzt auch im Team der Lebensretter. Sie sind sich einig: „Wir wollen schwer erkrankten Menschen, die unsere Hilfe brauchen helfen.“ Die Schwestern Anna und Johanna Winter kennen die Stiftung schon lange: „Wir haben in der Zeitung über die Typisierungsaktion gelesen und sind deswegen extra vorbei gekommen“, erzählt Anna Winter. Bevor Markus Uebel mit seinen Teamkollegen des TV Birkenfelds auf dem Spielfeld steht, nimmt auch er ein Stäbchen in die Hand und macht einen Mundschleimhautabstrich, um sich als potenzieller Spender zu registrieren: „Meine Freundin ist schon typisiert. Heute will ich das auch machen.“

Emil Morsch, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Stammzellspenderdatei freut sich, dass sich in Birkenfeld viele Menschen für Leukämiekranke engagieren: „Wir kooperieren seit Jahren mit Sportvereinen. Solche Initiativen der Vereine sind eine wertvolle Unterstützung unserer Arbeit. Jede einzelne Registrierung erhöht die Chance, im internationalen Netzwerk der Leukämiehilfe für Patienten kompatible Spender zu finden.“ Für die Neuaufnahme eines Spenders entstehen der Stiftung Kosten in Höhe von mehr als 50 Euro. Diese Kosten finanziert die Spenderdatei überwiegend aus Spenden.

Die Proben werden im Labor auf die genetischen Gewebemerkmale, die sogenannten HLA-Werte, untersucht und danach in der Datei gespeichert. Steht man als Spender für einen Leukämiepatienten zur Auswahl, nimmt die Stefan-Morsch-Stiftung Kontakt auf. Kommt es nach weiteren Untersuchungen zur Entnahme, kann man auf zwei Arten spenden: Bei der klassischen Methode der Knochenmarkentnahme wird durch eine Punktion des Beckenkamms das Knochenmark entnommen – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode – und die weitaus häufigste – ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.

Weitere Informationen über die Leukämie- und Tumorhilfe sowie die nächsten Typisierungstermine kann man unter www.stefan-morsch-stiftung.de nachlesen.
Die nächste Gelegenheit, sich als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung zu registrieren ist am:

Freitag, 13. März, 16 bis 20 Uhr, im DRK-Heim Henry Dunant, Brückener Str. 22, in Birkenfeld

Antworten auf häufige Fragen rund um das Thema Stammzellspende:

Warum brauchen die Stammzellspenderdateien immer neue Spender?

Die Chancen, für einen an Leukämie erkrankten Patienten innerhalb der eigenen Familie einen passenden Spender zu finden, sind recht gering: Nur bei etwa 30 Prozent der Erkrankten erweist sich ein naher Verwandter als geeigneter Spender. Ein Grund hierfür liegt im Erbgang der für die Transplantation wichtigen Gewebemerkmale und im demografischen Wandel. Bei der großen Vielfalt der Gewebemerkmale in der Bevölkerung ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Merkmale bei zwei nicht verwandten Menschen übereinstimmen, jedoch nicht sehr groß. Sie variiert von 1: 10.000 bis 1: mehreren Millionen. Trotz der hohen Zahl potenzieller Spender, verläuft also noch so manche Suche erfolglos. Erschwerend kommt hinzu, dass das Durchschnittsalter in vielen deutschen Dateien sehr hoch ist, was zur Folge haben wird, dass in den nächsten Jahren viele tausende Spender altersbedingt gelöscht werden müssen.

Bekomme ich einen Nachweis über meine Typisierung?
Jeder Spender, jede Spenderin bekommt einen Spenderausweis der Stefan Morsch Stiftung zugesandt. Da wir jedoch als gemeinnützige Organisation, die sich zum Teil aus Spendengeldern finanziert, Portokosten sparen möchten, sammeln wir diese Briefe und versenden diese Post gebündelt. Das bedeutet, dass die Zusendung der Spenderausweise eine Weile dauern kann. Unabhängig davon werden jedoch die Daten jedes jetzt neu registrierten Spenders direkt nach der Analyse der Gewebemerkmale dem deutschen Zentralregister der ZKRD anonymisiert für weltweite Suchanfragen zur Verfügung gestellt.

Wie funktioniert eine Stammzellspende?
Um die Stammzellen beim Spender zu entnehmen, gibt es heute zwei Varianten: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus. Diese verschwinden aber mit der Entnahme der Stammzellen.

Können Stammzellspender den Patienten kennenlernen?
Unter Beachtung datenschutzrechtlicher Bestimmungen ist ein Treffen zwischen Spender und Empfänger nach Ablauf von zwei Jahren möglich, wenn beide damit einverstanden sind. Außerdem kann der Spender, soweit der Patient damit einverstanden ist, auch nach der Stammzelltransplantation über den Zustand des Patienten informiert werden. Aber: Leider ist die Gesetzgebung in diesem Bereich von Land zu Land verschieden und eine Kontaktaufnahme zwischen Spender und Empfänger kann nur erfolgen wenn die nationalen Gesetze der Herkunftsländer dies erlauben. In vielen Ländern ist die Kontaktaufnahme aber nach wie vor erlaubt, unter anderem auch in Deutschland und den USA.

Sollten Sie noch Fragen haben – die Stefan-Morsch-Stiftung ist unter der gebührenfreien Hotline 08 00 - 766 77 24 oder über info@stefan-morsch-stiftung.de erreichbar. Auf der Homepagewww.stefan-morsch-stiftung.de oder via Facebook kann man sich ebenfalls informieren.

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. So werden täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der stiftungseigenen Spenderdatei von mehr als 400 000 potentiellen Lebensrettern weltweit vermittelt. Die Stiftung ist Mitglied der Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD).
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