Hamburg hat seinen Politikern einen DENK-Zettel verpasst.

Oh wie wohl ist dieser Abend!

Die Hamburger haben ihre Politiker abgestraft, die wider alle Vernunft ein neues Finanzdesaster starten wollten. Hatten die NEIN-Sager doch die Kostenexplosion ihrer Philharmonie noch zu deutlich vor Augen. Diese Kosten stiegen von anfänglichen 77 Millionen Euro um über 1000 Prozent auf 789 Millionen Euro.
Die Hamburger, die mit NEIN gestimmt haben, haben sich und ihrer Stadt einen großen Gefallen erwiesen: sie vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt. Es ist doch heute schon absehbar, dass das Olympia-Projekt 2024 seiner mediengeilen Senatoren finanziell genauso aus dem Ruder läuft, wie bei der Philharmonie. Hamburg sollte dankbar sein, dass ihr eine Kostenlawine erspart bleibt, die nur die Ärmsten der eh schon armen Stadt treffen würde. Sozial-, Kultur-, Schulausgaben und Stadtentwicklung müssten gekürzt werden, zusätzlich zu den jetzigen Schulden, um die neuerliche Schuldenlast über Jahrzehnte abzutragen.
Das Misstrauen in die Politiker, die auf äußerst merkwürdige Weise nun keine juristischen Folgen wegen der „Phil“ fürchten müssen, und vor allem in die ungeklärte Finanzierung für Olympia war wohl doch zu groß, insbesondere im Hinblick auf die jüngsten Skandale im Profisport. So sträubte sich der Bund auch, die von Hamburg errechneten 6,2 Milliarden Euro von 11,2 zu übernehmen. Auch dort wird man gerechnet und das Bild „Philharmonie“ vor Augen gehabt haben.

Ein „Armutszeugnis für den deutschen Sport“, entsetzte Politiker und Sportler, steht in ZEIT-Online. Diese rücksichtslosen Leute wollen nur spielen, koste es, was es wolle, zu Lasten der anderen. Letztlich müsste der Bund und damit der deutsche Michel einspringen, um aus Steuermitteln ein Fehlprojekt zu bezahlen.
Von daher wäre es nur gerecht gewesen, nicht nur Hamburg hätte abgestimmt, sondern die gesamte Nation. Das Ergebnis mit 51,6 Prozent NEIN-Stimmen wäre viel höher ausgefallen. Die Blamage wollte man sich wohl ersparen.

Im IOC hingegen ist man viel gelassener und hat mit einem Nein gerechnet. Da hätten die 1,6 Milliarden Euro Zuschuss das unbekannte Finanzloch auch nicht stopfen können.

NOlympia Hamburg, die Gegner des Projekts, ist froh über diese Entscheidung: „Das Ergebnis ist ein klares Zeichen – die Bevölkerung in Hamburg will eine Stadtpolitik, die nicht mehr auf Megaevents und Leuchtturmprojekte setzt, sondern sich an den grundlegenden Bedürfnissen der Menschen dieser Stadt orientiert!“

Es gibt sie doch noch, die verantwortungsvollen Bürger!

Bildquelle:
Ein Schriftzug der Olympia-Gegner in Hamburg © Aleksandra Bakmaz/dpa
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3 Kommentare
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Erster Geschichtenerzähler aus Naumburg (Saale) | 30.11.2015 | 11:34  
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Klaus Anton aus Burgwedel | 30.11.2015 | 13:40  
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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen | 30.11.2015 | 17:24  
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