Mobbing am Arbeitsplatz: Stellungnahme aus dem Europäischen Parlament

  Thu, 7 Aug 2014: Der Generalsekretär des Europäischen Parlaments, Klaus Welle, hat uns beauftragt, Ihnen (mobbing-web.de*) zu antworten.

"Das Europäische Parlament hat bereits vor mehreren Jahren darauf hingewiesen, dass Mobbing ein ernstes Problem im Arbeitsleben darstellt, das verheerende Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit der Betroffenen und damit auch ihrer Familie haben kann.

Das Europäische Parlament hat daher in der Entschließung vom 20. September 2001 zu Mobbing am Arbeitsplatz unter anderem die Mitgliedstaaten aufgefordert, im Hinblick auf die Bekämpfung von Mobbing und sexueller Belästigung am Arbeitsplatz ihre bestehende Gesetzgebung zu überprüfen und gegebenenfalls zu ergänzen sowie die Definition des Mobbing zu überprüfen und einheitlich zu charakterisieren. Außerdem hat das Parlament in der Resolution ausdrücklich die Verantwortung der Mitgliedstaaten und der gesamten Gesellschaft für Mobbing und Gewalt am Arbeitsplatz betont und sieht hier den Hauptschwerpunkt der Bekämpfungsstrategie.

Es gibt eine Reihe europäischer Rechtsvorschriften und Initiativen, die direkt oder indirekt auf die Bekämpfung von Mobbing und Diskriminierung am Arbeitsplatz abzielen. Dazu zählen unter anderem die Richtlinie 2000/43/EGvom 29. Juni 2000 zur Anwendung des Gleichbehandlungsgrundsatzes, die Richtlinie 2000/78/EGvom 27. November 2000 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf oder dieRichtlinie 2002/73/EGvom 23. September 2002 zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Männern und Frauen hinsichtlich des Zugangs zur Beschäftigung sowie in Bezug auf die Arbeitsbedingungen.

Weitere Informationen zu europäischen Regelungen und Initiativen zu diesem Themenkomplex sind auf der Webseite des Europäischen Parlaments unter den Abschnitten "Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz" und "Gleichstellung von Männern und Frauen" verfügbar.

Gern informieren wir Sie, dass sich auch die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (OSHA) intensiv mit Ursachen, Folgen, vorbeugenden Maßnahmen und der Bekämpfung von Mobbing beschäftigt. So hat die OSHA unter anderem ein Faktenblatt "Mobbing" und eine Studie "Workplace Violence and Harassment: a European Picture" veröffentlicht.

Zudem möchten wir darauf hinweisen, dass sich die europäischen Institutionen, so auch das Europäische Parlament, der eigenen sozialen und moralischen Verantwortung zur Bekämpfung von Mobbing am Arbeitsplatz bewusst sind. Im "Statut der Beamten und Beschäftigungsbestimmungen für die sonstigen Bediensteten der Europäischen Union" (Artikel 12a) ist klar geregelt, dass sich Beamte jeder Form von Mobbing oder sexueller Belästigung zu enthalten haben.

Auch gibt es innerhalb des Europäischen Parlaments zwei beratende Ausschüsse zu Mobbing und Mobbing-Prävention am Arbeitsplatz. Die wichtigsten Aufgaben der Ausschüsse sind Beschwerden wegen Mobbing zu behandeln und Maßnahmen im Hinblick auf die Förderung eines unbelasteten und produktiven Arbeitsklimas vorzuschlagen.

Wir hoffen, dass diese Informationen für Sie von Interesse sind.

Mit freundlichen Grüßen

Referat Bürgeranfragen

Europäisches Parlament"

***
*) = Klaus-Dieter May:
www.mobbing-web.de
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