Mein Baby ist erkältet – was kann ich tun?

Eine Erkältung ist sowohl für ein Baby als auch für die ganze Familie eine unangenehme Erfahrung. Gerade ältere Geschwisterkinder bringen häufig Erkältungserreger aus dem Kindergarten oder der Schule mit – Babys können sich dann leicht anstecken, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist. Neben Husten, Schnupfen und Ohrenschmerzen kann eine erhöhte Körpertemperatur typisch sein. Doch Achtung, bei sehr jungen Kleinkindern oder Frühgeborenen kann eine schwere Erkältung auch gänzlich ohne Fieber ablaufen! Eine schwere Erkältung kann sich bei Babys unter anderem in einer gereizten oder lustlosen Stimmung, Trinkschwäche oder Fremdeln zeigen.

Da jedes Kind anders auf eine Erkältung reagiert, sollten sicherheitshalber Kinder unter einem Jahr dem Kinderarzt vorgestellt werden. Gibt dieser Entwarnung, können verschiedene Hausmittel angewandt werden.

Nase frei


Babys atmen hauptsächlich durch die Nase – ist diese bei Schnupfen verstopft, fällt das Trinken schwer und die Kinder laufen Gefahr, zu wenig Flüssigkeit aufzunehmen. Außerdem erhöht eine geschwollene Nasenschleimhaut das Risiko einer schmerzhaften Mittelohrentzündung, die bei einem chronischen Verlauf Sprachentwicklungsverzögerungen nach sich ziehen kann.

Um die Nase mechanisch frei zu halten, stehen verschiedene Sauger zur Verfügung. Oft reicht ein einfacher Gummiballon-Sauger, mit dessen Unterdruck der Schleim aus der Nase entfernt wird. Verstärkt werden kann dieser Effekt mit verschiedenen Aufsätzen, so kann beispielweise ein Staubsauger an die dafür vorgesehenen Ballons angeschlossen werden und damit die Nase vorsichtig gereinigt werden.

Sind die Schleimhäute stark angeschwollen, können salzhaltige Nasentropfen helfen. Ist diese Behandlung nicht erfolgreich, kann zu abschwellenden Nasentropfen gegriffen werden. Über die Handhabung und die Dauer der Anwendung informieren hier Arzt oder Apotheker.

Wieder tief durchatmen

Husten kann für Kleinkinder sehr quälend sein und viel Energie kosten. Unterbricht er außerdem den Nachtschlaf, stört er damit auch noch die Regenerationsfähigkeiten des Kindes. Da Babys noch Schwierigkeiten haben, einen richtigen Hustenstoß auszuführen und damit Schleim zu lösen, ist es wichtig, sie in eine geeignete Position zu bringen. So bietet sich dafür eine Oberkörper-Hochlagerung an; können die Kinder schon sitzen ist auch dies dem Liegen vorzuziehen. Um den Schleim dünnflüssiger zu machen, kann mit Kochsalz inhaliert werden. Indirekter kann auch die Raumluft angefeuchtet werden, beispielsweise durch eine Schale Wasser auf der Heizung. Das Wasser sollte regelmäßig gewechselt und das Gefäß sorgfältig ausgespült werden, da sich sonst schnell Bakterien vermehren können.

Explizit abgeraten wird vom Gebrauch von ätherischen Ölen bei Babys und Kleinkindern.Diese sind beispielsweise in Eukalyptus-haltigen Salben zu finden oder auch in Haushaltsmitteln wie Zwiebelsäckchen gegen Mittelohrentzündung oder Honig-Zwiebel-Sud enthalten (dieser sollte aus einem zweiten Grund erst nach dem 1. Lebensjahr angewendet werden: die geringfügig in Honig enthaltenen Bakteriengifte können für Säuglinge gefährlich werden). Bei Kleinkindern können ätherische Öle zu Atemnot bis hin zum Kehlkopfkrampf führen.

Bei Hustenlösern und Hustenstillern aus der Apotheke ist der Zeitpunkt zu beachten: Da der Husten eigentlich eine sinnvolle Einrichtung des Körpers ist, um Krankheitserreger loszuwerden, sollte auf Hustenstiller tagsüber verzichtet werden. Im Gegensatz dazu sollten Hustenlöser bis maximal vier Stunden vor dem Einschlafen verabreicht werden, da sonst der sich lösende Schleim den Schlaf stören kann.

Fieber senken

Besteht zusammen mit einer Erkältung auch Fieber, sollte dies bei einem Kinderarzt abgeklärt werden und in Absprache fiebersenkende Säfte und Zäpfchen angewandt werden. Außerdem sollte den Kindern regelmäßig Flüssigkeit angeboten werden. Unterstützt werden kann die Fiebersenkung durch die passende Kleidung – ein fieberndes Kind sollte nicht zu dick angezogen sein, sondern lieber in einem Raum ohne Zug etwas lockerere Kleidung tragen. Auch Wadenwickel können als Unterstützung angewandt werden, sollten jedoch nicht mit kalten sondern eher lauwarmen Wasser durchgeführt werden, da die Prozedur sonst sehr unangenehm für das Kind ist.

Zu beachten

Bei Kindern unter drei Jahren sind bis zu zwölf Erkältungen pro Jahr keine Seltenheit. Verschwinden die Erkältungssymptome auch nach 4-5 Tagen nicht oder ist das Fieber nicht mit den herkömmlichen Mitteln zu senken, sollte der Kinderarzt aufgesucht werden. Auch wenn das Kind eindeutige Zeichen von Schwäche (beim Schreien oder Trinken) zeigt, ist ein Arztbesuch unumgänglich.
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