Gordon Lemm (SPD) und die Bildungslücken

Gordon Lemm, SPD-Abgeordneter der BVV Marzahn-Hellersdorf, der relativ weit weg lebt, nahe dem Prenzlauer Berg, konnte auf der gestrigen Podiumsdiskussion zur Bildungspolitik nicht überzeugen, trotz markiger Einladung, die allerdings mit Schreibfehler ausgerechnet beim Nachnamen der Schulexpertin Hoffmann erging.
Mit markigen Worten war angekündigt worden, was sich am gestrigen Abend als mäßiger Flop entpuppte: Die Veranstaltung der SPD Marzahn-Hellersdorf zur Bildungspolitik. Im Klemperer-Kolleg harrte eine übersichtliche Gruppe bezirksbekannter Parteigenossen auf den Publikumsstühlen aus. Das war wohl auch der Wärme zuzuschreiben, die viele Bürgerinnen und Bürger ins Freie gelockt hatte, anstatt im stickigen Versammlungsraum den gesalbten Worten der SPD-Lokalprominenz zu lauschen. Einer von ihnen hat mit Marzahn-Hellersdorf besonders wenig zu tun: Gordon Lemm. Der 36jährige Doktoranwärter wohnt seit Jahren relativ weit weg, nahe dem Prenzlauer Berg. Kritiker bemängeln, dass sich Lemm im östlichsten Berliner Problembezirk hauptsächlich dann sehen lässt, wenn er auf ein Podium steigen darf, so wie gestern Abend. Dort lieferte allerdings nicht Lemm die Impulse, sondern Staatssekretär Mark Rackles. Ob Bildungsstandard, Klassenstärke oder Inklusion - zu allem konnte er fachkundig Auskunft geben, auch über den bezirklichen Tellerrand hinaus. Rackles kennt sich im Thema aus, gilt über Parteigrenzen hinweg als sattelfest. Der aufstrebende BVV-Fraktionschef Lemm hingegen blieb in der Diskussion erneut oberflächlich, manche sprechen sogar von Bildungslücken und mangelnder Fachkompetenz. Dabei müsste er sich mit der Materie auskennen, ist er doch schon seit 2011 als Fraktionschef in die Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf abgeordnet und kassiert dafür monatlich rund 1.000 € an Diäten. Auch verwundert es, dass Bezirksbürgermeister Komoß, der seit seiner schweren Erkrankung im Sommer vergangenen Jahres als geschwächt gilt, der gestrigen Veranstaltung ebenfalls kein Leben aus Bezirksperspektive einzuhauchen vermochte. Einige Beobachter bezeichneten seine Äußerungen sogar als heiße Luft. Zur Ehrenrettung der Lokal-SPD stellte Schulexpertin Marion Hoffmann die Kenntnis von den Bildungskonzepten der Sozialdemokraten unter Beweis. Sie könnte eine Hoffnungsträgerin sein in der männerdominierten Kreisklasse um Komoß & Co. Ob das gewollt ist, darf infrage gestellt werden. Denn der Nachname "Hoffmann" wurde auf der Einladung noch nichtmal richtig geschrieben, was zumindest Zweifel an der Professionalität der SPD Marzahn-Hellersdorf schürt.
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