Die "Marburger Straße" in Berlin

Straßenschild Marburger Straße/Tauentzienstraße
Berlin: Tauentzienstraße/Mittelstreifen | In der City West von Berlin werde ich beim Einkaufsbummel immer wieder an meine Heimatstadt erinnert. Direkt an der Ecke Tauentzien befindet sich nämlich die Marburger Straße. Sie ist eine kleine unauffällige Wohn-und Geschäftsstraße und nur 280 Meter lang.

In der Marburger Straße war die Nummer 2 befand sich das österreichische Restaurant „Mutzbauer“. Mitte der Zwanziger Jahre genoss es den Ruf, „besonders gut und billig“ zu sein, und wurde nicht nur viel vom Theaterpublikum frequentiert,[sondern auch von den Österreich stämmigen Künstlern der Stadt. Der Schriftsteller und Kritiker Alfred Polgar sprach dem Mutzbauer eine für Berlin seltene, typisch wienerische, entspannende Wirkung zu.Neben Schriftstellern wie Klabund oder Carl Zuckmayer verkehrten dort vor allem Theater- und Filmleute, unter ihnen Schauspielerinnen wie Fritz Lang, Peter Lorre, Elisabeth Bergner, Rudolf Forster und Walter Reisch,Carola Neher, Billy Wilder, sowie Willy Fritsch, Grete Mosheim, Gerda Maurus, Sybille Binder und Lissy Arna.

"Mit dem „Schlichter“ und dem „Mutzbauer“ lagen zwei stadtbekannte Künstlerlokale in der Marburger Straße. Das Restaurant „Schlichter“ hatte bereits 1917 eröffnet, sein Inhaber war Max Schlichter, der ältere Bruder des Malers Rudolf Schlichter. Rudolf Schlichter, Dadaist und Mitglied der Novembergruppe, pflegte zahlreiche Verbindungen zu anderen Künstlern der Stadt. Durch ihn wurde das Lokal in Künstlerkreisen bekannt. Frühe Stammgäste waren der Maler und Zeichner George Grosz, der Schriftsteller Carl Einstein und der junge Bertolt Brecht. Im Jahr 1925 zog das „Schlichter“ an die Ecke Ansbacher/Martin-Luther-Straße in Schöneberg.

In den 20er und 30er Jahren war die Marburger Straße geprägt von einer Mischung aus künstlerischerBohème jüdischen Leben und offen gelebter homosexueller Kultur. Dort befanden sich in der Hausnummer 13 zwei lesbische Clubs. Neben dem auch für voyeuristische Touristen und Männer zugänglichen „Chez ma belle soeur“ befand sich dort mit dem „Café Domino“ eine der ersten Adressen lesbischen Lebens in der Stadt. Es wurde bevorzugt von maskulinen Frackträgerinnen („kesse Väter“) in Begleitung ihrer „Mädis“, es wurden Cocktails, Sekt und Sherry angeboten und man spielte Jazzmusik" (Quelle Wikipedia)

Die Tauentzienstraße, Joachimstalerstraße und Augsburgerstraße waren in der 20er und 30er Jahren zudem stark frequentiert von den "Tauentzien-Girls". Heute würde man sagen, dem Straßenstrich, der sich nun nach Schöneberg in die Kurfürstenstraße verlagert hat.

Der Kurfürstendamm dagegen war in dieser Zeit berühmt für seine zahlreichen Cafés, Bars, Clubs und Tanzlokale wo bis in die 40 Jahre Swing und Jazz gespielt wurde.

Stadtführungen zu diesem Bereich der Berliner Geschichte können bei Klaus Dieter Spangenberg unter:

http://www.westwalk.de/kudamm-europas-groesstes-ka...

gebucht werden.
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Volker Beilborn aus Marburg | 27.06.2016 | 18:11  
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