Banksy to go? Weltbekannter Künstler wirbt in Berlin für Mindestlohn

Bildunterschrift: Ist Banksy ein Anhänger des flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns? In Berlin, Hamburg und München sind an Hauswänden mehrere Folien mit dem Schriftzug des weltbekannten Künstlers aufgetaucht. (Offizielles Pressefoto zur freien redaktionellen Verwendung)
Berlin: Unter den Linden |

Ist der weltbekannte Künstler Banksy ein Anhänger des flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns? In Berlin, Hamburg und München ist nun Streetart (Straßenkunst) aufgetaucht, die offenbar von dem Briten stammt. An Hauswänden und Brückenpfeilern hatten Passanten zahlreiche Folien entdeckt, auf denen mit Schablonen die Wörter "Mindestlohn" und "Minimum Wage Toast" aufgebracht waren. Unterschrieben waren sie mit dem Schriftzug des Künstlers.

Kurios: Die Schablonen-Kunst war auf der unbedruckten Rückseite von Folien mit Werbung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) aufgebracht. Hinter der scheinbar unabhängigen Interessenvertretung mit dem überparteilich klingenden Namen steckt niemand anderes als die Arbeitergeberverbände, die sich in der Vergangenheit immer wieder klar gegen einen Mindestlohn ausgesprochen hatten. Was die INSM zur künstlerischen Aufwertung ihrer Werbung zur weltweit gesuchten Kunst sagt, ist unbekannt.

Unklar ist auch, ob der extrem öffentlichkeitsscheue Banksy ein Fan des Minimum Wage Toasts ist. Dabei handelt es sich laut Medienberichten um ein in den USA überaus beliebtes Gericht, das hauptsächlich aus einem Toastbroat, einem Ei, Schinken und Ahornsirup besteht und dessen Namen ebenfalls für einen gerechten Mindestlohn werben soll.

Kunstexperten prüfen im Moment, ob es sich bei den aufgetauchten Folien um echte Kunstwerke Banksys handelt. Der Künstler ist für seine poltischen Aussagen in seinen Stencils bekannt, wie die Schablonenkunst auch genannt wird. Belegt ist: Bereits früher hat sich Banksy in der Hauptstadt an zahlreichen Orten mit seiner Kunst verewigt.

Sollte es sich bei den Folien tatsächlich um original Banksys handeln, dürfen sich Passanten, die eine der elektrostatisch aufgeladenen Folien von den Wänden abgenommen und mit nach Hause genommen haben, freuen. Für mehr als eine Million US-Dollar sind seine Bilder schon versteigert worden. Zu seinen bekanntesten Fans und Sammlern zählen die Schauspieler Brad Pitt und Angelina Jolie.

Die Entdeckung in Berlin, Hamburg und München erinnert an eine Aktion Banksys im New Yorker Central Park. Dort hatte der Künstler an einem Straßenstand signierte Originalwerke von sich zum Preis von je 60 US-Dollar verkaufen lassen. "Spray Art" pries ein Schild die Bilder an. Allerdings ohne Hinweis darauf, dass es sich um original Banksy-Werke handelt. Zum Preis für ein Taschengeld und jedes unter Sammlern mehrere tausend Euro Wert. Möglicherweise war die Aktion in den drei deutschen Großstädten eine Fortsetzung dieser aufsehenerregenden Inszenierung.
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Georg Stefan aus Berlin | 25.02.2014 | 18:37  
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