Exkursionsbericht: Der ganz normale Wahnsinn im Herbst Teil1: Der Morgen.

Exkursionsbeginn: Ein "Waldschrat" im morgendlichen Nebel.
 
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Kleine Binsenjungfer (Lestes virens) auf einer Feuchtwiese.

Mitte Oktober, ein Wochenende. Die Meteorologen haben Sonnenschein und Temperaturen von 18° C vorausgesagt. Schwer zu glauben, denn die Nacht war frostig und sternenklar.

Wir machen uns vor Tagesanbruch auf den Weg um zu schauen, ob und wie die „Juwelen der Lüfte“ diesen witterungsbedingten Schock überstanden haben. 30 Kilometer entfernt liegt ein malerisches Biotop am Rande der Eifel, welches von Wald umgeben und somit noch einigermaßen geschützt ist.

Beim Eintreffen graut der Morgen. Kühle Feuchtigkeit umgibt uns. Totenstille. Kein Windhauch. Leichter Dunst senkt sich auf die Feuchtwiesen nieder. Von Minute zu Minute wird es heller. Wir machen uns auf die Suche nach den kleinen Tieren, die jetzt einen sehr schweren Stand haben.

Schon bald werden wir fündig. Eine Kleine Binsenjungfer (Lestes virens) hat die kalte Nacht überstanden. Die meisten Teichjungfernarten gibt es schon nicht mehr. Diese hier ist zäh. Als eine der spätesten Arten kommt sie mit der Witterung klar. Im Gegenlicht wirkt sie filigran und zerbrechlich.

Einige Meter weiter. Ein Männchen der Gemeinen Heidelibelle (Sympetrum vulgatum) trocknet ihre Flügel. Eine mittlerweile sehr seltene Art. Wir freuen uns über diesen Fund und suchen weiter.

Mit der nun aufgehenden Sonne im Rücken, kommen die Herbstfarben der Kleinen Binsenjungfer voll zur Geltung. Sie hat sich bereits ihrer Augen geputzt und wartet auf Wärme um zu starten.

Ein Männchen der Schwarzen Heidelibelle (Sympetrum danae), ebenfalls noch nass von den Niederschlägen des Morgens, beginnt mit leichter Gymnastik. Sie ist die Kleinste aller Heidelibellenarten und sicherlich eine der Schönsten. In Kürze wird der 3,5 Zentimeter große, jedoch sehr elegante Flieger auf die Jagd gehen.

Einige Zeit ist bereits verstrichen. Wir begeben uns auf die Sonnenseite eines Schilfgürtels. Langsamen Schrittes suchen wir diesen nach Leben ab.

Etwa 20 Minuten später finden wir die erste Edellibelle am heutigen Morgen. Ein Männchen der Herbst – Mosaikjungfer (Aeshna mixta) ist beim täglichen „warm up“. Kurz bevor sie auffliegt, gelingen noch ein paar Schnappschüsse.

Eine schmale Wiese überquerend, gelangen wir zu einer Brombeerhecke. Dort entdeckt unser geschultes Auge gut getarnt den zweiten Star der heutigen Exkursion. Ein Männchen der Blaugrünen Mosaikjungfer (Aeshna cyanea), auch dieses imposante Tier hält nicht mehr lange still. Nach einer Nahaufnahme entschwindet sie pfeilschnell unseren Blicken.

Das Gleiche gelingt uns noch mit einer Herbst – Mosaikjungfer.

Nun, nach diesem ereignisreichen Morgen scheint der Tag vielversprechend zu werden. Nachdem wir somit die erste Runde in diesem schönen Biotop hinter uns haben, gibt´s erst einmal Frühstück. Ein kleines „Basislager“, bestehend aus einem Klappstuhl und einer Decke nimmt unsere Ausrüstung auf.

Nach einem kleinen Check unserer Technik, dem Sprechfunk und den Klamotten, trennen sich unsere Wege. Jeder sucht an einem anderen Ort nach den Objekten der Begierde.

So wie es aussieht, wird es nicht mehr lange dauern, dann geht hier „die Post ab“.

Fortsetzung folgt.

Liebe Grüße,
Euer „Team Waldschrat-online.de“

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Peter Schnaare aus Korbach am 17.10.2011 um 19:14 Uhr  
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