Die Hornisse (Vespa crabro): Bemerkungen über einen (un)sanften Riesen

Eine ausgewachsene Hornisse unterhalb ihres Nestes.
 
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Kopfstudie einer erwachsenen Hornisse.

Wir kennen die Hornissen als die „sanften Riesen“ unter den wespenartigen, stechenden Insekten. Sie gilt im Allgemeinen dem Menschen gegenüber weitaus weniger aggressiv, das die anderen Wespenarten. So sind Hornissenstiche beim Menschen sehr selten. Eine Hornisse flieht eher, als das sie angreift. Ist eine Flucht nicht möglich, etwa wenn das Tier durch einen unbeachteten Fußtritt eingeklemmt wird, kommt es in den meisten Fällen zum Stich. Dieser ist etwas schmerzhafter als der einer Wespe, das sie über ein völlig anderes Gift verfügt.

Die in Wasser gefallene Hornisse konnte ich gefahrlos aus dem nassen Element befreien, ohne befürchten zu müssen von ihr gestochen zu werden. (Siehe Foto).

Dies unterstreicht ihre grundsätzliche Friedfertigkeit gegenüber dem Menschen.
Die überalterte Volksregel „Sieben Stiche töten ein Pferd, drei einen Menschen“ sind in das Reich der Fabel zu verweisen. Lediglich Allergiker sei zur erhöhten Vorsicht geraten.

Dass diese „sanften Riesen“ unter ihres Gleichen jedoch alles andere als sanft sind, zeigt dieser kleine Beitrag aus ihrer Lebensweise.


Die Königin baut im Frühjahr zunächst alleine ein Nest, indem sie die erste Wabe und den Beginn einer Schutzhülle baut. Diese besteht aus einer papierartigen Masse aus zerkautem Holz. In diese Wabe legt sie anschließend befruchtete Eier, aus denen später Larven schlüpfen. Die Larven werden von ihr selbst bis zur Verpuppung mit erbeuteten Insekten gefüttert. Aus den Larven entstehen später Arbeiterinnen, die der Königin künftig fast alle Arbeiten abnehmen, sodass diese sich nur um die Eiablage kümmern muss.

Die Arbeiterinnen eines Hornissennestes bauen untereinander eine Rangordnung auf.

Daher herrscht unter den unterschiedlich gestellten Tieren innerhalb eines Nestes ständig ein gewisses Maß an Aggression, was in seltenen Fällen soweit gehen kann, dass einzelne Tiere sich gegenseitig zu stechen versuchen. Diese harmlose Form stellt der sogenannte Kommentkampf dar. Ähnlich wie bei den Hirschen zur Brunftzeit, werden hier rangniedrige Tiere in ihre Schranken verwiesen.

Die wesentlich heftigere Form der Aggression, bei der die Tiere sich sogar töten können, ist der Beschädigungskampf. Hier wird dem Gegner gezielt einen größtmöglichen Schaden zuzufügen versucht, weil durch eine andere Möglichkeit der Konflikt nicht lösbar scheint.

Die Bildserie zeigt einen dieser sehr seltenen Fälle, bei der eine Hornisse durch den Wehrstachel der anderen zu Tode kam.

Um solche Konflikte zu mildern, können Hornissen mit ihrem Volk umziehen, wenn ihnen der Raum, in dem sich ihr Nest befindet, zu eng wird. Man spricht hier von Filialbildung oder auch von einer Versetzung des Nestes.

Ein normales Hornissenvolk kann bis zu einer Größe von 400 bis 700 Tieren anwachsen.

Im Herbst, wenn das Volk auf der Höhe seiner Entwicklung ist, schlüpfen junge Königinnen und Männchen (Drohnen). Die Drohnen entstehen aus nicht befruchteten Eiern. Die Drohnen kämpfen anschließend untereinander, um die Königinnen zu befruchten. Allein die begatteten jungen Königinnen überstehen den nächsten Winter. Der Rest des Volkes verendet spätestens beim ersten Nachtfrost. Das alte Nest wird nie wieder besiedelt.

Hornissen ernähren ihre Brut von fast allen überwindbaren Insekten (z. B. Fliegen, Wespen, Bienen, Heuschrecken, Käfern, Raupen, Libellen, Schmetterlingen sowie Spinnen). Dabei kann ein gut entwickeltes Hornissenvolk pro Tag bis zu 500 Gramm Insekten erbeuten. Erwachsene Tiere ernähren sich sehr gerne von Baum- und Pflanzensäften, die sie an Baumwunden aufnehmen oder sich durch Nagen an jungen Ästen beschaffen. Außerdem fressen sie im Spätsommer auch Fallobst.

Weiterführende Infos über Hornissen, Wespen, Bienen und anderes Kleingetier gibt es auf www.waldschrat-online zu sehen. Für den Fall, dass dieser kleine Bericht über die sanften Riesen Euren Gefallen gefunden hat, bedanke ich mich schon jetzt für Eure lieben Kommentare.

Mit naturfreundschaftlichen Grüßen,
Willi, der „Waldschrat“

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15 Kommentare zum Beitrag
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Silvia B. aus Neusäß am 10.10.2010 um 18:11 Uhr  
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frau stock aus Bad Kösen am 10.10.2010 um 18:38 Uhr  
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Gerhard Redeker aus Burgdorf am 10.10.2010 um 18:46 Uhr  
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