Besondere Raritäten unter den „Juwelen der Lüfte“ Teil 1: Die Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia)

Die Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia) beim Schlupf.
 
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Ein frisch geschlüpftes Männchen der Kleinen Moosjungfer (Leucorrhinia dubia).

In Deutschland sind bis heute 81 Libellenarten erfasst. Da diese Tierart, nicht zuletzt durch die nahezu systematische Vernichtung ihrer Lebensräume durch den Menschen die am meisten bedrohte Lebensform repräsentiert, sind alle Arten mittlerweile per Gesetz geschützt.

Von diesen 81 Arten sind fünf etwas ganz Besonderes: Die Moosjungfern (Gattung Leucorrhinia).

Aufgrund ihrer teilweise hochgradigen Ansprüche an ihre Lebensräume, die ihre Seltenheit begründen, ist der von Seiten des Gesetzgebers garantierte Schutzstatus der höchste überhaupt. In der „Roten Liste für besonders gefährdete Tierarten“ findet man Stadien die von „stark gefährdet“ bis „akut vom Aussterben bedroht“ reichen.

Selbst in ihren derzeit noch wenigen geeigneten Habitaten sind sie nur in geringer Individuenzahl anzutreffen. Dies sind in der Regel weit von jeglicher Zivilisation entfernte moorige Landschaften, die in streng überwachten Naturschutzgebieten liegen und deren Betretung nur mit einer behördlichen Genehmigung möglich ist. Der „normale“ Naturfreund kommt daher höchst selten in den Genuss, diese extrem seltenen und faszinierenden Tiere in freier Wildbahn zu beobachten.

Für uns Hobby – Odonatologen ist es schon ein Muss, den „Moosis“ oder „Weißnasen“ wie wir sie nennen, während ihrer relativ kurzen Flugzeit im Jahr einen Besuch abzustatten, um nach dem Rechten zu sehen. Da man, um zu ihnen zu gelangen weit reisen muss und der Terminkalender der Saison 2011 recht eng gesteckt war, ging das dieses Mal nur per Flugzeug und einem am Flughafen gemieteten Geländewagen.


Das Team "Waldschrat-online.de" berichtet nun in mehreren Teilen von dieser einwöchigen Exkursion ins Land der Moosjungfern, die eine der Höhepunkte des letzten Sommers darstellte.


Wir beginnen mit der Kleinen Moosjungfer (Leucorrhinia dubia).

Die Kleine Moosjungfer, die wie alle Moosjungfern zu der Familie der Segellibellen zählt, ist unter den im Allgemeinen sehr seltenen "Weißnasen" die am Häufigsten vorkommende Art. (Dieser in sich widersprüchliche Satz muss in Relation zum allgemeinen Bestand der Gattung verstanden werden.) Sie weist einen sehr schlanken Körperbau auf, der in seiner Länge etwa 4 Zentimeter erreicht. Die Flügelspannweite liegt bei 6 Zentimetern.
Bei den Weibchen sind die Dorsalflecken normalerweise alle weiß-gelb gefärbt – es gibt unter ihnen, etwa wie bei Heidelibellenarten auch, eine sogenannte homoeochrome oder androchrome, also männchenähnliche Farbvariante. Die hellen Partien sind dann, abgesehen vom letzten Hinterleibsfleck am 7. Abdominalsegment, rötlich gezeichnet.
Die Flügelmale der Kleinen Moosjungfer sind schwarz. Am Ansatz der Flügel zeigt sich ein schwarzer Schatten, der bei den Vorderflügeln auch fehlen kann.

Die Art besiedelt Moorseen und Torfmoosreiche Moorweiher sowie wiedervernässte Torfstiche. Ebenfalls kann man sie in Hochmooren finden. Der Bestand der Art ist in den letzten Jahren extrem gesunken, sodass die Kleine Moosjungfer nun den Status "Stark gefährdet" erhalten hat. Sie steht, wie schon erwähnt, unter strengem Naturschutz.

Die Männchen patroulieren in Ufernähe auf der Suche nach Weibchen und setzen sich gelegentlich auf niedere Vegetation oder Holz. Gerne sitzen sie auch auf dem Boden um Wärme aufzunehmen. Wird ein Weibchen gesichtet, wird es sofort ergriffen. Die Paarung beginnt am Wasser und wird am Boden fortgesetzt. Die Flugzeit der Art beginnt im Mai und endet im Juli. Ganz selten kann man sie noch Anfang August beobachten.

Für Alle Natur- und Libellenfreunde und solche, die es noch werden wollen, stehen weitere ausführliche Informationen mit außergewöhnlichem Bildmaterial im XXL – Format auf http://waldschrat-online.de/Moosjungfern.html zur Verfügung.

Vielen Dank für Eure Kommentare zu diesem Beitrag.

Mit naturfreundschaftlichen Grüßen,
Willi, der „Waldschrat“

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7 Kommentare zum Beitrag
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Gerhard Redeker aus Burgdorf am 26.11.2011 um 17:04 Uhr  
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