Libellen unter Wasser: Eiablage der Vogel - Azurjungfer.
Wir wurden von Exkursionsteilnehmern gebeten Bilder zu publizieren, die zwar für den Laien kaum ansehnlich und daher uninteressant sind, der Wissenschaft jedoch völlig neue Erkenntnisse liefern werden.
Hintergrund:
Norbert Steffan und wir dokumentierten die Eiablage der vom Aussterben bedrohten Vogel - Azurjungfer (Coenagrion ornatum) an einem Graben im Landkreis Dillingen. Dabei entstand eine ganze Serie von Aufnahmen. Diese wurden später in einem extra angefertigten Exkursionsbericht an mehrere wissenschaftliche Institute weiter geleitet.
Bisheriger Stand der Dinge:
Den Wissenschaftlern war bisher aus der Fachliteratur und eigenen Untersuchungen bekannt, dass Die Vogel – Azurjungfer auf das Vorhandensein von Pflanzen wie der winterharten Berle (Berula erecta) oder der Wasserminze (Mentha aquatica) angewiesen ist, da die Weibchen ihre Eier nur in diese Pflanzensubstrate einstechen.
Der neueste Stand der Dinge:
Unsere Aufnahmen zeigen die Eiablage an einer Pflanze namens Wasser – Ehrenpreis (Veronica beccabunga). Diese Pflanze ist gegenüber den vorher genannten weit verbreitet.
Dieses Verhalten wurde zuvor noch niemals dokumentiert.
Die Wissenschaft ist für diese Dokumente äußerst dankbar. Weitere Forschungen werden zeigen, ob sich durch die relative Häufigkeit des Wasser - Ehrenpreises die Vogel – Azurjungfer weiter ausbreitet und dadurch ihren Bestand vergrößern kann.
Für den Menschen bedeuten diese Dokumentationen, dass die Vogel – Azurjungfer ein Indikator für gute Wasserqualität ist und vieles, vieles mehr.
Wir warten die Forschungsergebnisse und weitere Stellungnahmen der Wissenschaft ab.
Wir hoffen, dass auch dieser Beitrag von Interesse ist und danken Norbert Steffan aus Augsburg noch einmal auf das Herzlichste für seine tatkräftige Unterstützung.
Zu schade, dass Du an diesem Tag nicht dabei sein konntest.
Ohne es zu wissen - wir sind ja keine Botaniker - haben Heide, Norbert und ich wohl ein neues, spannendes Kapitel in der Odonatologie aufgeschlagen.
Man wird der Sache sicher nachgehen. Die Flugzeit der Vogel - Azurjungfer neigt sich in diesem Jahr ihrem Ende zu.
Doch wenn ihr im nächsten Jahr zur gleichen Zeit wieder dort exkursiert und irgendwelchen Forschern begegnet, könnt Ihr mit Fug und Recht behaupten, dass Ihr und wir den Ausschlag für ihre Arbeiten gegeben haben.
Der Fund dieser Population von "Coenagrion ornatum" war ja schon ein großer Erfolg. Doch das hier hatte keiner zu hoffen gewagt.
Ja Willi, das war und ist für mich ein sensationeller Höhepunkt, seit ich mich intensiv mit Libellen beschäftige. Dank Eurer Hilfe! Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen.
Das Ereignis war einfach nur ....
Viele liebe Grüße
Norbert
Heide und ich können deine Begeisterung voll und ganz nachvollziehen. ( Wenn nicht wir, wer dann...)
Es kommt gewiss nicht alle Tage vor, dass man in der Odonatologie (Libellenkunde) Neuland betritt und somit Pionierarbeit leistet.
Das Geheimnis liegt jedoch in der Weiterleitung der eigenen Beobachtungen an die Experten der Wissenschaft, die mit Argusaugen auf solche Dokumente wie wir sie erstellt haben geradezu lauern.
Jetzt haben wir den Forschern wieder spannende Aufgaben gegeben, die Fragen aufwerfen, die es zu beantworten gilt.
Diese Antworten können mit Sicherheit nur in einer Langzeitstudie befriedigenden Aufschluß geben. Doch gerade auf diesem Gebiet muss man Geduld haben.
Wer weiss, wir wollen nicht vorgreifen oder gar hochstapeln: Vielleicht waren wir Zeuge eines evolutionären Schrittes einer Spezies, die aufgrund ihres Status zwar intensiv beobachtet wird, jedoch noch nie unter diesen Voraussetzungen beobachtet wurde.
Seit einigen Tagen beschäftigen sich die Besten der Besten mit diesem Phänomen.
Wir werden Antworten bekommen.
Lieber Norbert,
sei weiter wachsam! Vieles auf diesem Gebiet weist noch Forschungslücken auf.
Du hast dir da ein aufregendes Hobby ausgesucht. Jetzt musst Du da durch!
Auch ich bin ganz begeistert von Deinen Fotos
und dem Wortbericht dazu! Ganz große Klasse!
Leider bin ich in der Odonatologie (Libellenkunde) ein ziemliches
Greenhorn und habe gerade erst angefangen, mich hier ein wenig
"schlau zu lesen" und natürlich anhand Eurer immer wieder
grandiosen Fotos, "schlau zu schauen"...
In meinem Garten habe ich schon die tollsten Beobachtungen
gemacht, die den Deinen hier sehr ähneln. Ich werde die Fotos
demnächst hier einstellen, um einmal Eure fachmännische Meinung
dazu zu hören. Bin schon ganz gespannt darauf...
Herzlichen Dank für deinen ausführlichen Komentar.
Wir alle waren einmal "Greenhorns" und wussten nicht einmal, wie das Wort "Odonatologie" geschrieben wird geschweige denn, was es bedeutet.
Libellen üben auf jeden Menschen, der sich dazu entschließt, sich etwas näher mit ihnen zu befassen eine unglaubliche Faszination aus:
Zuerst sind es die Farben. Dann will man mehr über ihre Lebensweise wissen. Zuletzt ist man erstaunt über ihre Leistungen und über den Nutzen, den sie uns Menschen bringen.
Je mehr man aus Büchern, dem Internet oder aus Beobachtungen in der freien Natur erfährt, umso spannender wird dieses Wissensgebiet.
Wenn Du dich weiter "schlau lesen" und "schlau schauen" möchtest und zahlreiche Bilder im XXL - Format betrachten willst, kannst Du das auf ganz leicht verständliche Weise tun, indem Du hier nachschlägst:
Danke für Deine aufmunternden Worte. Auf jeden Fall werde
ich dieses, wie Du es so schön beschreibst, spannende Gebiet
der "Odonatologie" weiter verfolgen!
Übrigens: das Wort "Odonatologie" habe ich heute
bei Dir auch das erste mal gelesen! *grins........ *;o)))
Obwohl ich in meinen zahlreichen Beiträgen schon mehrfach auf die völlige Harmlosigkeit der Libellen hingewiesen habe, erreichen mich häufig noch Fragen, ob und wann Libellen stechen beziehungsweise einen Menschen angreifen.
Auf mehrfachen Wunsch hin soll der folgende Bericht nochmals eindeutig Klarheit verschaffen. Sein Ziel ist, jedwede Angst oder Scheu des Menschen vor den doch - je nach Art - recht großen Insekten zu...
Die Riesenschlupfwespe
Dieses elegante und bildschöne Insekt möchte ich Euch gerne näher vorstellen.
Leicht zur erkennen an den leuchtend roten Beinen und einem auf Hochglanz polierten schwarzen Körper, findet man sie in den Monaten Mai bis August, meistens an den Stämmen abgestorbener Bäume, wo sie Nahrung findet und für ihren Fortbestand sorgt. Letzteres tut sie auf eine unnachahmliche und schwer vorstellbare Weise,...
Liebe Leser von „myheimat“,
wie Ihr sicher festgestellt habt, bin ich erst seit Kurzem auf diesem Portal vertreten.
In meiner Eigenschaft als Hobby – Naturforscher und Fotograf kam ich per Zufall hierhin, da eine Userin von „myheimat“, Frau Else Siegel, eine knifflige Frage zu einer Art „Raupe“ hatte. Diese Geschichte hat Sie auch veröffentlicht.
Nun habe ich mit dem Schwerpunkt Natur auf diesem Portal einige...