Standing Ovations für The Joy Of Music

Standing Ovations zum Finale
 
Die Band unterstützt das Publikum mit „Texthilfen“ beim Beatles-Klassiker Hey Jude

Barsinghausen: Heilig-Kreuz-Kirche | Die äußeren Bedingungen waren für die Erweckung adventlicher Gefühle am Vorabend des dritten Advents denkbar ungünstig: Milde Plusgrade, ein durchweg trister Tag mit gelegentlichem Nieselregen. Die Heilig-Kreuz-Kirche in Barsinghausen/Kirchdorf war windumbraust. Dennoch ließen sich viele Gäste die Vorfreude nicht trüben und strömten bereits um 17 Uhr in das Gotteshaus, um der Einladung der Kirchdorfer Band The Joy Of Music zum traditionellen Adventskonzert zu folgen und sich die besten Sitzplätze zu sichern. Zum Konzertbeginn um 18 Uhr war die Kirche mit ca. 140 Besuchern bis auf den letzten Sitzplatz gefüllt, so dass Nachzüglern nur noch einige Stehplätze übrig blieben.
Nachdem die traditionelle Konzertreihe der Kirchdorfer im letzten Jahr aufgrund der Grundsanierung der Kirche unterbrochen werden musste, schienen die Erwartungen der Besucher gestiegen zu sein, zumal die Bandleitung in Vorankündigungen einige Überraschungen für das Benefizkonzert angekündigt hatte – und das Publikum sollte nicht enttäuscht werden.
Bereits der Beginn des Konzerts sorgte für verdutzte Gesichter. Pünktlich um 18 Uhr läuteten die Kirchenglocken und Küster Günter Schwiontek entzündete währenddessen einige Kerzen auf dem Altar in der schwach beleuchteten Kirche. Der Stundenschlag verklang und für wenige Momente folgte Stille bis diese von Rentierschlittengeläut und einem Saxophon aus der Ferne durchbrochen wurde. Dieser Klang näherte sich unaufhörlich, das Hauptportal der Kirche wurde geöffnet, bevor Brigitte Schreiber und Manfred Porip beim Betreten des Innenraumes mit ihren kleinen Glöckchen den Abend „einläuteten“. Ihnen folgte Carsten Voß, der auf seinem Alt-Saxophon improvisierend das Publikum zu erstem Beifall herausforderte. Der Bandleader regte daraufhin augenzwinkernd das gesamte Publikum dazu an, Hausschlüssel zur Hand zu nehmen und mit diesen „ein himmlisches Geläut zu entfachen“ und damit die Musiker des Abends zu empfangen. Unmittelbar nachdem die Band, namentlich vorgestellt, durch den Haupteingang zum nunmehr hell erleuchteten Altarraum gelangt war, erklang der melancholische Weihnachtsklassiker „White Christmas“, der nur der Auftakt zu einem atmosphärisch dichtem und sehr abwechslungsreichen Abend sein sollte.
Immer wieder ermutigte Carsten Voß in seinen humorigen Moderationen das Publikum zum Mitsingen traditioneller deutscher Weihnachtslieder. Eigens hierfür waren Liederhefte ausgeteilt worden, um gelegentlichen Textschwächen vorzubeugen. Das Programm wurde aber auch durch Ausschnitte aus dem aktuellen Repertoire der Band bereichert. Bei ruhigen Popballaden, wie z.B. dem Bee Gees-Song „How Deep Is Your Love“ wurde das Kirchenschiff in ein Lichtermeer aus Regenbogenfarben getaucht. Beim Eintritt waren Knicklichter an die Besucher ausgegeben worden, welche begeisterte Verwendung fanden.
Der Gospel „Oh Happy Day“ gehörte ebenso zur Setliste, wie „I Will Follow Him“ – in sehr souligem Gewand – aus dem Film „Sister Act“. Sogar Salsa-Feeling war Bestandteil dieses „Abends mit adventlicher Musik“. Der Namensgeber dieses Programms „Feliz Navidad“ ließ das ein oder andere Bein im Zuschauerraum nicht zur Ruhe kommen. Küster Günter Schwiontek zeigte sich für einen weiteren Höhepunkt des Abends verantwortlich, indem er in die Rolle des Weihnachtsmanns schlüpfte und zu „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ mit grimmigem Gesichtsausdruck aus der Sakristei kommend, durch die Zuschauerreihen schritt und damit nicht nur die Kleinsten überraschte. Die Lacher des Auditoriums waren ihm gewiss. Festliche und besinnliche Stimmung kehrte endgültig ein, als die gesamte Zuhörerschaft zu „Oh Du Fröhliche“ anstimmte. Aber auch barocke Klänge beseelten die Sinne. Brigitte Schreiber spielte das Präludium in C-Dur aus dem Wohltemperierten Klavier, BWV 846 Nr. 1 von Johann Sebastian Bach auf der Orgel der Heilig-Kreuz-Kirche, für deren Erhalt am Ende des Benefizkonzerts gesammelt wurde. Pastorin Ute Kalmbach bereicherte den Abend mit zwei nachdenkenswerten Weihnachtsgeschichten. Zum Ende des Konzerts wurde The Joy Of Music rockig. „Hark Those Where The Angels Sing“, so der Titel, den die Instrumentalisten in einem schwungvollen Finale des eigentlichen Programms gipfeln lassen sollten. Die Solisten Thorben Großestrangmann, Andreas Schael, Christian Reinecke und Jan-Friedrich Kujat vermochten dabei mit ihren Einlagen zu überzeugen und ernteten dafür Begeisterungsrufe aus dem Publikum.
Nach minutenlangem Beifall, hob Carsten Voß zu einer ganz besonderen Zugabe an, die eine Premiere sein sollte und gleichfalls zu einem der Höhepunkte der Adventskonzerte vergangener Jahre. In einer 12-minütigen Version stellte die Band den Beatles-Klassiker „Hey Jude“ vor, dessen Schlussteil durch den nicht müde werdenden vokalen Einsatz des Publikums kein Ende finden wollte. Als kleinen Gag hielten die Blechbläser der 14-köpfigen Band „Texthilfen“ in die Höhe und animierten so den „Kirchenchor“ immer wieder zu neuen Chorussen. Ein stimmungsvoller Abend sollte so ein gemeinschaftliches Ende finden. Jedoch weit gefehlt. Erst nach weiteren Zugaben und mehreren Standing Ovations entließ das Publikum die Musiker und verließ die Kirche in die windumbrauste Nacht.
Ein Konzertabend, den alle Beteiligten gerne nie beendet hätten und den sie sicher in sehr guter Erinnerung behalten werden.

www.thejoyofmusic.de
Bilder: U. Voß

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2 Kommentare zum Beitrag
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Richard Meent aus Laatzen am 13.12.2010 um 10:13 Uhr  
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Andreas Schael aus Barsinghausen am 16.12.2010 um 21:38 Uhr  
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