Piraten trommelten im Kielwasser Störtebekers

Ein "Fest an Bord" und dann gibt es die Spannende Geschichte vom Piratenkapitän Klaus Störtebeker und seinen "Likedeelern" (DRUM-Piraten, 07.02.2015) (Foto: Ulrich Voß)
 
Konzentriert an ihren (Trommel-)"Kanonen: Die DRUM-Piraten in der "Arche" Kirchdorf am 07.02.2015. (Foto: Ulrich Voß)
 
... und an Bord wurde viel gelacht! (DRUM-Piraten, 07.02.2015) (Foto: Ulrich Voß)
Barsinghausen: "Arche" (Gemeindehaus Heilig-Kreuz-Kirche) | In den vergangenen Jahren erlebten die DRUM-Piraten aus Kirchdorf und umzu mit ihren „Kapitänen“ Carsten Voß und Brigitte Schreiber schon viele musikalische Abenteuer auf den sieben Weltmeeren. Doch zu Beginn dieses Jahres setzten sie ihre imaginären Segel für zwei ganz besondere Fahrten, denn es galt, die spannende Geschichte des legendären Piratenkapitäns Klaus Störtebeker kennenzulernen, der vor gut 600 Jahren auf der Ost- und Nordsee sein Unwesen trieb.

Störtebeker-Legende I

Der 1. Teil am 10. Januar, war zugleich eine Art Zeitreise und versetzte die 4-12jährigen „Seeräuber auf Trommelkurs“ zurück ins 16. Jahrhundert. In einer kurzen Einführung erklärte „Käpt’n“ Voß seiner erwartungsvollen Mannschaft, dass zu damaliger Zeit Geschichten selten aufgeschrieben wurden, da nur wenige Leute lesen konnten. „Abends erzählte man sich aber gerne Geschichten oder sang von großen Abenteuern, wie denen, des größten Piratenkapitäns der Nordmeere: Klaus Störtebeker“, so Voß weiter. Diese wurden über Generationen weitergetragen, Legenden entstanden. Hier hat auch Dat Leed van Klaas Störtebeker un Gütje Micheel seinen Ursprung. Diese Volksweise fand später Eingang in das Petrus Fabricius Liederbuch aus dem Jahre 1603. Sie erzählt die Legende des „becherstürzenden Kapitäns“, der mit seinem Kumpanen Gödeke Michel und den „Likedeelern“ (Gleichteilern), nach Verlassen der Ostsee, bis zum Aufbringen der Bande die Schiffe der Hanse in der Nordsee beraubte.

1977 nahm sich der Hamburger Achim Reichel dieses Liedes an und vertonte es auf seinem maritimen Album „Klabautermann“. Natürlich war das Lied in der Volkssprache, dem Plattdeutschen, verfasst worden. Damit die spannende Geschichte nun von Jedermann verstanden werden könne, übersetzte Carsten Voß diese ins Hochdeutsche. Außerdem arrangierte er das althergebrachte Lied zu einem modernen Blues.
Die kleinen Piraten lauschten gespannt beim ersten Vorspielen. Danach machten sie sich daran, „den Störtebeker-Groove“ zu lernen. Bereits nach wenigen Minuten waren deutliche Fortschritte zu erkennen, was die DRUM-Piraten noch mehr motivierte. Die Begeisterung steigerte sich umso mehr, als sie in einem zusätzlichen Teil laut den Namen des Helden rufen konnten. Mit großem Spaß übten auch die Kleinsten an diesem „richtigen Piratenlied“ und riefen sogar noch nach der Probe beim Hinausgehen rhythmisch den Namen des Helden.

Störtebeker-Legende II

Der 2. Teil der Reise in die Freibeutervergangenheit folgte am 7. Februar. Wiederum erwartete die 24-köpfige Mannschaft eine spannende, musikalische Piratengeschichte, die sich in den heimischen Meeren zugetragen haben soll. Sie wurden nicht enttäuscht, denn diesmal konnten sie mehr vom tragischen Schicksal Störtebekers und seiner Getreuen erfahren.

Nachdem die DRUM-Piraten ein paar Songs aus ihrem „Musikschatz“ zum warm werden hervorgeholt hatten, hörten sie gebannt, welches Geschehen sie diesmal in einem neuen Song kennenlernen würden. Dabei musste Carsten Voß zunächst ein paar Begrifflichkeiten erklären, wie z.B. die Frage, wer oder was die „Hanse“ sei und warum diese so fürchterlichen Groll auf die „Likedeeler“ und deren Kapitäne gehabt hätten, dass sie diese unbedingt zur Strecke bringen wollten. Natürlich wurde den Kleinen hierbei die Geschichte kindlich aufbereitet nähergebracht und die brutale Härte des Mittelalters weitestgehend ausgespart. Dabei verstanden die Trommel-Piraten sehr wohl, dass die Hanse Jagd auf Störtebeker und seine Gesellen machte, um nicht weitere Schiffe und Handelsgüter in der Nordsee zu verlieren, die den Kaperfahrten der Piratenbande zum Opfer fielen. Buhrufe erntete allerdings die Vermutung, dass dies der Hanse nur durch einen verräterischen Trick gelang.

Verrat an den "Likedeelern"?

Die Legende sagt, dass ein Fischer aus Blankenese am Abend des 21. April 1401 bat, an Bord des Störtebeker Schiffes kommen zu dürfen, um die kalte Nacht nicht in seinem kleinen Boot verbringen zu müssen. Die Bitte wurde gewährt und er zog sich in eine Ecke des Schiffes zurück, um sich ein heißes Süppchen zu kochen. Die „Likedeeler“, ermattet von den letzten Schlachten vor Helgoland, ließen ihn unbehelligt gewähren. Dies sollte sich schließlich als großer Fehler entpuppen, denn anstatt eine nahrhafte Suppe zu kochen, verflüssigte der als Fischer getarnte Hansegetreue Blei in seinem Topf, das er in der Nacht in das Ruder des Schiffes goss. Der „Rote Teufel“, so hieß das Schiff Störtebekers, war daraufhin manövrierunfähig. Somit war es am darauffolgenden Morgen für die „Bunte Kuh“, das größte Schlachtschiff der Hanse, ein Leichtes, das Störtebeker-Schiff aufzubringen, denn die Flucht in die Elbe war zum Scheitern verurteilt.

In dieses Abenteuer starteten die DRUM-Piraten natürlich mit einem großen Trommelfeuer. Danach fügte sich die Geschichte im wahrsten Sinne „Schlag für Schlag“ zusammen, bis von allen Piraten lautstark das Kommando ertönte: „An Deck, bevor die Hanse kommt!“ Immer wieder angespornt von den beiden „Kapitänen“, wurden die Trommelschläge der gesamten Mannschaft rhythmisch immer genauer und die Fortschritte schneller erreicht, als zuvor vermutet. Das wurde auch von den anwesenden Eltern mehrmals mit ermunterndem Applaus bedacht. Einige von ihnen hatten in der Zwischenzeit auch erkannt, welchen Rockklassiker Carsten Voß für die kleinen Piraten da umgetextet hatte: Get Back von den Beatles.
Kurz vor der wohlverdienten Pause, dem „Piratenschmaus“, war es an der Zeit, einen ersten Durchlauf zu wagen. Bereits während des Intros ließen sich ein paar Piraten vom songtypischen Beat mitreißen. „Bam, Bam, Bam“ – die DRUM-Piraten waren voll in Fahrt und Voß ließ die E-Ukulele im Offbeat klingen. Am Ende des ersten Durchlaufs gab es spontanen Beifall der Eltern, aber auch die „Kapitäne“ lobten den Einsatz der gesamten Mannschaft. Die Belohnung war also mehr als verdient – jedoch mussten die kleinen Piraten zuvor noch beweisen, dass sie fit genug waren, um an Bord der „Arche“ auf Kaperfahrt gehen zu können. „Mutproben gehören bei Piraten dazu“, gab Voß den Kleinen zu verstehen. Zu karibischen Karnevalsklängen mussten von jedem nun die Limbostangen unterwunden werden: Ein Klacks für die bunte Truppe, die sich daraufhin den leckeren und liebevoll zubereiteten „Piratenschmaus“ schmecken ließ.
Nach der Pause ging es noch mal „unter vollen Segeln“ durch zurückliegende Piratengeschichten, die dem Großteil der Freibeuter umso leichter „von der Trommel“ gingen. Um 13:48 Uhr war dieses Abenteuer beendet, der „Heimathafen“ erreicht und die DRUM-Piraten traten müde aber zufrieden den Weg ins heimische „Piratennest“ an.

***

Die DRUM-Piraten freuen sich immer über „kleine Seeräuber auf Trommelkurs“. Wer gerne auch mehr von Störtebeker oder anderen maritimen Geschichten erfahren möchte, kann gerne mit auf große „Kaperfahrt“ gehen.
„Anheuern“ ist ganz einfach:


Herzlich eingeladen sind alle Kinder von 4 − 12 Jahren, die gerne auch als Piraten kostümiert und geschminkt kommen können und Spaß am gemeinsamen Trommeln und Singen haben.
− Ein Neueinstieg ist jederzeit möglich.
− Instrumente sind in begrenzter Zahl vorhanden.

Natürlich stärken sich die Piraten beim gemeinsamen
„Piratenschmaus“.

Die Teilnahme ist kostenlos
um Spenden zum Erhalt der Gruppe wird gebeten.

Wo?
„Arche“ (Gemeindehaus Heilig-Kreuz-Kirche) in Kirchdorf,
Landstraße 79, 30890 Barsinghausen

***

Probentermine 2015:
• 07. März
• 18. April
• 09. Mai
• 30. Mai
• 04. Juli
• 18. & 19. Juli (Workshop)
• 06. September (So.)
• 10. Oktober
• 07. November
• 05. Dezember

=> 12:00 - 13:30 Uhr.

(Änderungen vorbehalten!)

weitere Infos: www.drumpiraten-kirchdorf.de
oder telefonisch bei Brigitte Schreiber:
Tel.: (05105) 82141
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1 Kommentar
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Edith Zgrzebski aus Barsinghausen | 09.02.2015 | 20:34  
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