Kleine Piraten feiern WM-Halbfinale, Störtebekers Sprache und eine Kuh

"DRUM-Piraten op Platt" - Die Kirchdorfer Kindertrommelgruppe wagte sich zum ersten Mal an Songs in plattdeutscher Sprache (05.07.2014). (Foto: Ulrich Voß)
 
Geschichten vom "Tüdelband" und der "Kuh des Pastoren" - Die DRUM-Piraten sangen auf platt und ließen ihre Trommeln unüberhörbar klingen (05.07.2014) (Foto: Ulrich Voß)
Barsinghausen: "Arche" (Gemeindehaus Heilig-Kreuz-Kirche) | Gewohnt schwungvoll stachen 23 DRUM-Piraten am 5. Juli in der „Arche“ (Gemeindehaus der Heilig-Kreuz-Kirche, Kirchdorf) in See, um mit ihren „Kapitänen“ Carsten Voß und Brigitte Schreiber ein neues „Abenteuer auf den Schallwellen der Musik“ zu erleben.
Abgelegt wurde zu He’s A Pirate und die 3-12jährigen Freibeuter ließen schon ordentlich ihre Trommeln kanonengleich grollen. Danach wurde es rockig an Bord, denn Jan Delays St. Pauli ließ in der kindgerechten Piratenfassung Trommelfelle und Stimmbänder vibrieren. Fast schon Stadionatmosphäre, denn natürlich gab es an Deck erst einmal nur ein Thema, das Voß gerne aufgriff: „Wer von Euch hat denn gestern das Spiel gesehen?“ Ausnahmslos alle Piraten meldeten sch begeistert. Gemeint war das Viertelfinale der Fußball-WM in Brasilien, in dem die DFB-Auswahl das Team Frankreichs mit 1:0 bezwang. Der entscheidende Freistoß wurde sogleich noch einmal, einer Radioübertragung gleichend, vom „Käpt’n“ nachgestellt. Großer Jubel und Trommelfeuer nicht nur bei den Kleinen, nachdem der Kopfstoß von Matz Hummels imaginär im Netz zappelte. Sogleich waren Sambatrommeln zu hören, begleitet vom „Scha-la-la“-Gesang der DRUM-Piraten, die ihren WM-Song Am Zuckerhut mit großem Spaß über die Planken schickten.
Danach gab der „Käpt’n“ seiner Mannschaft den Kurs für den weiteren Törn bekannt. „Wir wollen mit euch heute gleich zwei Songs in einer fremden Sprache kennenlernen. Wir haben also eine Menge vor!“ Daraufhin erzählte Voß einleitend eine kleine Geschichte mit allerhand Seemannsgarn über seine Begegnung mit einem alten Seemann in Hamburg, nahm seine Ukulele und stellte den gespannten Freibeutern den ersten Song vor – in plattdeutscher Sprache. Verwunderung auf den Gesichtern der gesamten Mannschaft. „Ihr habt mich nicht verstanden, oder?!“ Diese Frage konnte im Calenberger Land natürlich nur verneint werden. Voß verdeutlichte nunmehr, dass der alte Pirat Klaus Störtebeker, über den die Kirchdorfer Piratencrew in der Vergangenheit schon Einiges erfahren hatte, vor ganz langer Zeit schon so ähnlich gesprochen habe und sicher das moderne Plattdeutsch verstehen könnte.
Der Eifer war nun geweckt, den fremden Text zu lernen: Reden können wie Störtebeker …

Die bunte Truppe nahm somit Kurs auf ein altes Hamburger Kinderlied: An de Eck steiht’n Jung mit’m Tüdelband, das in seiner Pointe natürlich piratengerecht umgetextet worden war. Schnell war der Refrain erlernt und konnte rhythmisch durch Klatschen und Trommeln begleitet werden. Die Strophen bedurften natürlich erst einmal einer Übersetzung ins Hochdeutsche, schließlich sollte jeder Seemann wissen, worüber er singt. Eine Frage ging bald in die Runde und erntete auch bei den anwesenden Erwachsenen nur zuckende Schultern: „Was ist ein Tüdelband?“ Zur Veranschaulichung hatte man sich „auf der Kommandobrücke“ vorbereitet und Voß zeigte das kleine Modell eines großen Holzfasses, ebenso wie ein Bild, auf dem deutlich die schmiedeeisernen Spannreifen zu erkennen waren, die in früherer Zeit gerne als Kinderspielzeug, ähnlich einem Hula-Hop-Reifen, verwandt wurden und getrieben werden konnten. Mit erkennbar großem Spaß übten die Kleinen die lustige Geschichte mit ihren Trommeln ein, die Voß in seinem Arrangement in ein modernes Reggae-Gewand gekleidet hatte.
Und dann steuerten die DRUM-Piraten direkt auf eine Kuh zu … eine arme Kuh, die dem Pastor gehörte und von deren Ableben ein ganzes Dorf zu profitieren scheint. Natürlich klingt diese tragische Geschichte in plattdeutscher Sprache viel gefälliger und hat mit seinem Pragmatismus schon viele Generationen in den letzten 100 Jahren erfreut: Herrn Pastor sien Kau. Carsten Voß arrangierte diesen „Klassiker“ als Country-Hoe-Down, von dem sich die kleinen Freibeuter gleich mitreißen ließen. Beim Erlernen des Refrains zeigten die kleinen Freibeuter auch bei diesem Song keinerlei „Berührungsängste“ mit dieser, ihnen bislang fremden Sprache.
Auch in der kleinen Pause, dem „Piratenschmaus“, bei dem sich die Seeleute stärken konnten, hörte man immer wieder das typische „Sing man tau, sing man tau van Herrn Pastor sien Kau, jau,jau!“ Auch diesmal war die Tafel wieder reich gedeckt, um die Gaumen der fleißigen Mannschaft zu erfreuen und (musikalische) Seeluft macht(e) durstig!
Rasch trieb der Wind „das Piratenschiff“ nun Richtung Heimathafen. Auf der Rückreise präsentierten die DRUM-Piraten dann noch einmal stolz die neuen „Schmuckstücke in ihrem Musikschatz“ und sangen in Piratenmanier lautstark in „Störtebekers Sprache“

und nächsten Samstag (12. Juli) sind die DRUM-Piraten wieder auf Kaperfahrt und entern das Freibad in Goltern, um das Publikum mit ihren maritimen Geschichten zu erfreuen. Ab 16:30 Uhr ist die Bühne fest in Piratenhand, getreu dem Motto: „Es gibt nur Wasser, Wasser, Wasser überall“!


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Die DRUM-Piraten freuen sich immer über „kleine Seeräuber auf Trommelkurs“. Wer gerne mit auf große „Kaperfahrt“ gehen möchte, kann ganz einfach „anheuern“.

Herzlich eingeladen sind alle Kinder von 4 − 12 Jahren, die gerne auch als Piraten kostümiert und geschminkt kommen können und Spaß am gemeinsamen Trommeln und Singen haben.
− Ein Neueinstieg ist jederzeit möglich.
− Instrumente sind in begrenzter Zahl vorhanden.

Natürlich stärken sich die Piraten beim gemeinsamen
„Piratenschmaus“.

Die Teilnahme ist kostenlos
um Spenden zum Erhalt der Gruppe wird gebeten.

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Weitere Probentermine 2014:
- 02. & 03. August (Workshop)
- 06. September
- 11. Oktober
- 01. November
- 06. Dezember
=> jeweils 12:00 - 13:30 Uhr.

(Änderungen vorbehalten!)


Infos bei Brigitte Schreiber:
Tel.: (05105) 8214.
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