DRUM-Piraten segeln mit Schwung und Augenmaß gegen Welle von Vorurteilen

Bei den DRUM-Piraten trommelten Klein und Groß gemeinsam gegen Vorurteile und Intoleranz (05.03.2016). (Foto: Ulrich Voß)
 
Die DRUM-Piraten aus Kirchdorf und umzu tanzen an Deck der "Arche" (05.03.2016). (Foto: Ulrich Voß)
Barsinghausen: "Arche" (Gemeindehaus Heilig-Kreuz-Kirche) | Auch im März ließen die DRUM-Piraten aus Kirchdorf und umzu wieder gehörig „Trommelfeuer“ durch die „Arche“ (Gemeindehaus der Heilig-Kreuz-Kirche) grollen und groovten schwungvoll zu einer neuen musikalischen Geschichte. Deren Inhalt machte auch den Kleinsten großen Spaß und hat doch einen ernsten, aktuellen Hintergrund.

Zunächst legten aber die kleinen Seeräuber auf Trommelkurs in gewohnter Art und Weise ab und hissten ihre Segel zu He’s a Pirate aus dem Kinofilm Fluch der Karibik. Danach hatten die beiden Kapitäne Carsten Voß und Brigitte Schreiber aber schon die erste Überraschung parat, denn ein Lieblingsstück der bunten Bande, Macht doch alle mit! (All Together Now!), präsentierten sie im neuüberarbeiteten Arrangement, das sofort auf große Zustimmung stieß. Auch der Rollmops und Das gelbe U-Boot (Yellow Submarine) kamen gerade recht, um sich warmgetrommelt, einem neuen Abenteuer zu stellen.

Bevor der endgültige Kurs angelegt werden konnte, brauchte es aber erstmal einleitende Worte „von der Brücke“. Ohne Umschweife kam „Käpt’n“ Carsten Voß gleich zum Thema: „Erwachsene haben ja immer so komische Begriffe. Das müssen wir erstmal klären. Habt ihr vielleicht schon mal den Begriff „Vorurteil“ gehört?“ Große Augen bei den kleinen Trommel-Piraten und erwartungsvolle Stille im Raum. Anhand von zwei, drei kindgerechten Beispielen machte Voß daraufhin die Wortbedeutung für die 3-10jährigen verständlich und sofort schnellten einige Arme hoch, die ebenfalls Beispiele für Vorurteile auf dem Spielplatz, im Kindergarten oder in der Schule erzählen konnten.
Natürlich zeigte sich in den Berichten der Kinder bald, dass die Flüchtlingsproblematik mittlerweile auch in Kindergärten und Schule angekommen ist. Schnell herrschte „an Bord“ Einigkeit darüber, dass es schon ziemlich dumm sei, Leute nicht zu mögen, die man zudem gar nicht kenne, nur weil sie anders aussähen, sich anders kleideten oder eine fremde Sprache sprächen.

Darüber hinaus griff Voß auf den Erinnerungsschatz einiger Piraten zurück, die im letzten Jahr Musik für Menschen mit geistigen und physischen Behinderungen gemacht haben, worauf eine kleine Piratin sofort einwarf: „Die waren total nett und denen hat unsere Musik total Spaß gemacht!“
Doch gerade die aktuelle Diskussion, die noch nicht einmal vor den Schulhöfen der Grundschulen halt macht, hat Carsten Voß bewogen, einen kindgerechten Text zu schreiben, der Intoleranz, Egoismus, Ausgrenzung und Vorurteile parodistisch aufs Korn nimmt. In der Geschichte zur Musik des Chuck-Berry-Klassikers „Brown Eyed Handsome Man“, geht es um den kleinen Piraten Hein, dem die merkwürdigsten Dinge passieren, nur weil er durch eine Augenklappe als Pirat zu erkennen ist. Dabei führt er nie etwas Böses im Schilde, sondern genießt nur mit seinen Freunden die Freiheit auf See. An Land wird er aber ob seiner Augenklappe stets ausgegrenzt und die Leute flüchten ängstlich vor ihm, ohne auch nur den Versuch einer Kontaktaufnahme zu starten.
Nachdem die DRUM-Piraten die Geschichte des neuen Songs kennengelernt hatten, konnte die Motivation kaum größer sein, das neue Stück auch trommeln zu können. Der mitreißende Rock’n’Roll-Beat tat sein Übriges. Schnell fügten sich die einzelnen Teile des Stücks musikalisch zusammen, um daraufhin auch mimisch und mit Gesten unterfüttert zu werden. Schon nach wenigen Versuchen schien es, als sei das Stück schon seit längerer Zeit im Musikschatz der DRUM-Piraten. Die schnellen Fortschritte überraschten nicht nur die anwesenden Erwachsenen, sondern auch die beiden „Kapitäne“. Um erfahrbar zu machen, wie groß die Leistung der Kleinen sei, kündigte Voß daraufhin spontan an, dass auch die Erwachsenen ihren Teil dazu beitragen könnten, dass „das Anlegemanöver im Heimathafen später gelingt“. Wer wolle, könne am Ende versuchen, mit den Kindern zusammen zu trommeln, so Voß, denn das sähe einfacher aus, als es in dem Tempo sei.
Doch nach so viel Konzentration, war Bewegung an Deck angesagt und die bunte Truppe tanzte fröhlich in der „Piratenschlange“, bevor sie unter der Limbo-Stange her, den Zugang zum „Piratenschmaus“ fanden. Der „Smutje“ hatte wieder reichlich aufgetischt und die Piratenbande stärkte sich für die „Heimreise“.
Nach zwei Wunschtiteln war es dann soweit: Die Erwachsenen durften an Bord und ließen sich nicht zweimal bitten. Es folgte ein Spaß für Groß und Klein, denn wann immer sich kleine Fehler bei den Großen einschlichen, halfen die Kleinen mit stolzgeschwellter Brust. Dennoch war, natürlich mit vernehmbarem Augenzwinkern des „Käpt’ns“, eine „Satzprobe für die großen Piraten fällig“, die von verschmitztem Gelächter der kleinen Piraten begleitet wurde.
Nach ein paar weiteren Versuchen machten dann die DRUM-Piraten um 13:50 Uhr nach einem beschwingten Abenteuer wieder fest, in der Gewissheit, dass man nur mit Toleranz und Offenheit wirklich zusammen Spaß haben kann.

***

Einmal im Monat sind herzlich alle Kinder von 4 − 12 Jahren eingeladen, die gerne auch als Piraten kostümiert und geschminkt kommen können. Die kleinen Seeräuber legen um 12:00 Uhr ab und machen – je nach Wind – um ca. 13:30 Uhr im Heimathafen wieder fest.
− Ein Neueinstieg ist jederzeit möglich.
− Instrumente sind in begrenzter Zahl vorhanden.

Natürlich stärken sich die Piraten beim gemeinsamen
„Piratenschmaus“.

Die Teilnahme ist kostenlos
um Spenden zum Erhalt der Gruppe wird gebeten.

Wo?
„Arche“ (Gemeindehaus Heilig-Kreuz-Kirche) in Kirchdorf,
Landstraße 79, 30890 Barsinghausen

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Probentermine 2016:
• 09. April
• 30. April
• 28. Mai
• 13. August
• 03. September
• 22. Oktober
• 05. November
• 03. Dezember

=> 12:00 - 13:30 Uhr.
(Änderungen vorbehalten!)

weitere Infos: www.drumpiraten-kirchdorf.de
oder telefonisch bei Brigitte Schreiber:
Tel.: (05105) 8 21 41
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