„10. Kulturtüte“ begann mit Trommelfeuer im Kirchenschiff

Alles im Griff im Kirchenschiff - Die DRUM-Piraten aus Kirchdorf bei der "11. Kulturtüte" in der Hohenbosteler Thomaskirche (02.11.2013). (Foto: Ulrich Voß)
 
Vollbesetzte Reihen in der Thomaskirche Hohenbostel bei der "10. Kulturtüte" (DRUM-Piraten, 02.11.2013). (Foto: Ulrich Voß)
 
Maritime Geschichten im Kirchenschiff - gespannte Blicke bei den DRUM-Piraten aus Kirchdorf (02.11.2013). (Foto: Ulrich Voß)
Barsinghausen: Thomaskirche | Der Bildungsverein Stemmer Spatzen feierte am Samstag, den 2. November 2013 ein kleines Jubiläum. Bereits zum zehnten Mal konnten sich Besucher am bunten Inhalt der „Kulturtüte“ in Hohenbostel erfreuen. Es erwartete die Gäste ein Überraschungsprogramm verschiedenster kultureller Genres, dargeboten von Künstlern der Region.

Gleich zu Beginn bot sich den Kultursuchenden eine Überraschung, denn der Zugang zum Gemeindehaus „Arche“ wurde ihnen verwährt. Stattdessen wurden sie in ein Schiff geleitet – das Kirchenschiff der Hohenbosteler Thomaskirche. Dort angekommen, wurden sie bereits von einer wilden Schar verwegener Seeleute erwartet. Die Gesichter schienen zum Teil vom rauen Leben auf See und von unschönen Narben gezeichnet zu sein. Die Kinnspitzen einiger Fahrensmänner und sogar Fahrensfrauen verschwanden hinter Dreitagebärten, ebenso wie die Augenhöhlen, die hinter Augenklappen verborgen lagen. Das (scheinbar) bedrohliche Szenario wurde durch ein schwarzes Totenkopfsegel komplettiert. Es konnte kein Zweifel herrschen: Das Kirchenschiff war von Piraten gekapert worden!
Bei näherem Hinsehen wich dann aber sicher die Angst erwartungsvoller Vorfreude, denn die 3-12jährigen DRUM-Piraten aus Kirchdorf machten sich bereit, die imaginären Leinen zu kappen und mit den Gästen der „Kulturtüte“ in See zu stechen.

In ihrer kurzen Begrüßungsrede wies die Vereinsvorsitzende Angelika Heydrich auf das Novum bei der zehnten Veranstaltung hin, denn noch nie zuvor bereicherte eine Kindergruppe das stets facettenreiche Programm. „Wir dachten uns: Machen wir zum Jubiläum mal etwas Besonderes“, so Heydrich. Aus logistischen Gründen war daher der Beginn in die Kirche verlegt worden, denn die 19 „trommelnden Seeräuber“ benötigten ausreichend Platz.

Doch dann übernahmen die DRUM-Piraten wieder das Ruder und „schanghaiten“ die Besucher im gut gefüllten Kirchenschiff und entführten sie 30 Minuten lang in ihre maritime Welt. Abenteuerlichste Geschichten gab die bunte Mannschaft trommelnd und singend zum Besten und wurde dabei von „Kapitänin“ Brigitte Schreiber angeleitet. „Käpt’n“ Carsten Voß, der die Seeräuber auch stimmlich und an den Tasten des Keyboards begleitet, würzte die Songs mit einleitenden Moderationen, bei denen er nicht an „Seemannsgarn“ sparte. So ließ er die „Kulturtüten“-Gäste wissen, dass Sushi keineswegs eine japanische Erfindung sei, sondern vielmehr in hiesigen, „südfriesischen“ Gefilden seinen Ursprung in Form des weithin bekannten Rollmopses habe. Der Song „R-O-L-L-M-O-P-S“ hatte fröhliches Lachen im Zuschauerraum zur Folge. Natürlich durfte auch die Geschichte vom alten Seemann „Kuddel Daddel Du“ an diesem Nachmittag nicht fehlen und erfreute sich ebenfalls großer Beliebtheit.

Auf jedem Segelschiff sind alle Mitfahrer angehalten, mitzuhelfen. So animierten die kleinen Trommler auch die „Passagiere“, ihnen bei der Geschichte vom kleinen, gelben U-Boot stimmkräftig Unterstützung zu leisten. Das ließen die Besucher nicht zweimal sagen und schon klang „We all live in a yellow submarine“ vielstimmig im oberirdischen Kirchenschiff. Genauso begeistert legten sie sich bei „Macht doch alle mit!“ („All Together Now!“) ins Zeug.
Es folgte ein Moment des Innehaltens, als der „Käpt’n“ demonstrierte, was sich normalerweise an Deck zutrüge, wenn das Piratenschiff bei Ebbe trockenfiele – nämlich nix! Die gesamte Mannschaft machte es sich auf ihren Trommeln gemütlich und schloss die Augen. Vereinzelt hörte man sogar bärbeißiges Schnarchen. Lediglich die kleine Robbe, welche auf einer Lautsprecherbox thronte, fordert ihre Mittagsration an Sprotten. Doch als Voß anhob, dass die Flut in Sicht sei, bearbeiteten die DRUM-Piraten die Trommelfelle mit einem treibenden Beat im Rock’n’Roll-Stil („Die Flut kommt“). Als nur noch wenige Sandkörner in der Sanduhr darauf hindeuteten, dass sich die veranschlagte halbe Stunde unaufhörlich dem Ende näherte, bestiegen die kleinen Seeräuber im Mittelgang zwischen den Kirchenbänken ihr „Beiboot“, um beim beliebten „Aloha He“ an Land zu rudern. Natürlich wurden sie auch hierbei von den Erwachsenen begeistert unterstützt und mit einem großen Schlussapplaus verabschiedet.
Nun hieß es für die DRUM-Piraten, schnell wieder „Klarschiff“ zu machen, denn die nächste „Kaperfahrt“ auf einer privaten Feier war bereits auf der Seekarte markiert und der Kurs angelegt worden.

Zuvor „durften“ aber noch die Besucher der „Kulturtüte“ von Bord um geradewegs wieder an Bord zu gehen, denn das weitere Programm galt es in der „Arche“ zu erleben. Bunt gemischt war auch diesmal wieder die „Kulturtüte“. Die Gäste konnten sich im weiteren Verlauf unter anderem an den Gitarrenkompositionen von Cora Bromund erfreuen. Doch auch in ferne Länder konnte man sich musikalisch entführen lassen. Keltische Klänge wurden von Birgit Dalmer und Axel Richter zu Gehör gebracht. Siegfried Dalmer rezitierte dazu passend keltische Märchen. Auch Freunde der Panflöte wurden akustisch unterhalten. Begleitet vom Gittaristen Uwe Grünwald, ließ Raymond Gunkel Eigenkompositionen auf der Flöte des Pan erklingen. Das Gedicht „Die Zipferlake“ aus der Feder von Lewis Caroll wurde von Rainer Thon in einer Übersetzung von Christian Enzensberger vorgetragen. Mehr als 50 Besucher honorierten die Darbietungen mit großem Beifall und verlebten einen äußerst unterhaltsamen Nachmittag.

Einmal mehr zeigte sich, wie bunt ein Kulturprogramm auch auf kleinster Bühne sein kann. Man kann sich also sicher auch schon auf die „11. Kulturtüte“ der Stemmer Spatzen freuen. Ein Besuch des Überraschungsprogramms ist unbedingt empfehlenswert!


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Bei den DRUM-Piraten anheuern?
Kein Problem!

Nur noch einmal treffen sich die DRUM-Piraten in "ihrer" Arche in Kirchdorf in diesem Jahr, um spannende musikalische Abenteuer auf den (Schall-) Wellen der Musik zu erleben.
Herzlich eingeladen sind alle Kinder von 4 - 12 Jahren, die sehr gerne auch als Piraten kostümiert und geschminkt kommen können und Spaß am gemeinsamen Trommeln und Singen haben.
- Ein Neueinstieg ist jederzeit möglich.
- Instrumente sind in begrenzter Zahl vorhanden.

Natürlich werden sich die Piraten beim gemeinsamen „Piratenschmaus“ stärken.

Die Teilnahme ist kostenlos
um Spenden zum Erhalt der Gruppe wird gebeten.

... nur noch ein Probentermin 2013:
- 16. November

Änderungen vorbehalten!

Infos bei Brigitte Schreiber:
Tel.: (05105) 82141
E-Mail: Schreiber.Kirchdorf@t-online.de
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1 Kommentar
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Ingeborg Behne aus Barsinghausen | 06.11.2013 | 00:02  
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