Wintersportsparte des TSV Barsinghausen im Nordharz

Gruppe an den Höhlenwohnungen in Langenstein
 
Beispiel einer Höhlenwohnung
Erkundung des Raumes Ballenstedt und Halberstadt
Wenn im Oberharz kein Schnee liegt, ist das Harzvorland immer eine Reise wert. In den vergangenen Jahren waren die Orte Werningerode, Thale, Gernrode und Quedlinburg schon Ziel von Exkursionen. In diesem Jahr waren es Orte weiter östlich.
Ballenstedt ist kein weit bekannter Ort, obwohl er sich mit Schloss, Park und Museum rühmt. Während der Stadtführung fällt die Leere auf: überwiegend nur Senioren im Stadtbild, viele Häuser unbewohnt, kaum Arbeitsplätze im Ort. Eine geschichtsträchtige Besonderheit ist erwähnenswert. Am Harzhang ist ein großer grauer Baukomplex mit zeitentsprechender Nutzung zu erkennen. Bis 1945 war dort die Nationalsozialistische Bildungsanstalt, die NaSoBi, danach nannten es die Bürger „Kreml“, weil es dann eine sozialistische Bildungsanstalt war, und nach der Wende hieß es „Theo Waigel Kloster“, weil dort die zukünftigen Finanzbeamten ausgebildet wurden. Heute ist die Anlage ohne Nachnutzung, wie vieles in den Neuen Bundesländern.
Auf dem Weg von Ballenstedt nach Halberstadt stoppte die Gruppe in Langenstein, um dort Höhlenwohnungen zu besichtigen, die beginnend im frühen Mittelalter, und später erweitert, von Tagelöhnern in den Fels gehauen wurden und bis 1916 bewohnt waren.
Von dort wanderte die Gruppe nach Halberstadt, vorbei am „Mönchskopf“ mit herrlichem Ausblick ins Land und nach Halberstadt. In diesem Bergmassiv wurde bis 1945 von KZ-Häftlingen ein Tunnelsystem gegraben, in dem Raketen und Flugzeuge, der in Halberstadt stationierten Junkers-Werke, gebaut werden sollten. Das Projekt wurde aber nicht mehr realisiert.
Anders als Ballenstedt ist Halberstadt eine lebendige Stadt. Es ist die Kreisstadt des Kreises Harz, mit dem Kfz-Kennzeichen HAZ. Schon um das Jahr 1000 erhielt Halberstadt das Markt- Münz- und Zollrecht für die Harzregion und schloss sich 1400 der Hanse an. Imposante Kirchen schmücken das Stadtbild. Im Dom wird der Halberstädter Domschatz aufbewahrt, er gilt weltweit als einer der kostbarsten Schätze sakraler mittelalterlicher Kunst.
Halberstadt war im 2. Weltkrieg wegen der Flugzeugwerke häufig das Ziel von Luftangriffen. Der stärkste Angriff erfolgte am 08. April 1945, da der Stadtkommandant sich weigerte, die Stadt an die Alliierten zu übergeben. Von der gesamten Innenstadt blieb nur ein Schuttberg und die nahe Altstadt wurde stark beschädigt. Zu Zeiten der DDR wurde der Stadtkern nicht mehr bebaut und die Altstadt wegen Unbewohnbarkeit teilweise gesperrt. Erst nach der Wiedervereinigung begann der historische Wiederaufbau, und die Stadt ist heute ein Juwel am Nordharz.
Der letzte Tag der Reise klang aus mit dem Besuch der Burg Falkenstein. Eine Burg im Besitz verschiedener Adelshäuser der von Falkenstein und von Asseburg. Der mittelalterliche Charakter der Burg ist heute noch erhalten. Der Legende nach, ist im 13. Jahrhundert der „Sachsenspiegel“ auf dieser Burg vollendet worden. Der Sachsenspiegel ist das älteste Rechtsbuch des deutschen Mittelalters und regelt Rechte, die heute in abgewandelter Form noch immer Gültigkeit haben.
Mit vielen Informationen aus der Geschichte des Harzvorlandes endete die dreitägige Tour. Müde sind die Spartenmitglieder noch nicht und freuen sich schon auf die Exkursionen im kommenden Jahr.

Siegfried Lehmann
1
1
1
1
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
6.022
Edith Zgrzebski aus Barsinghausen | 16.02.2016 | 14:18  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.