Brandschutzübung im Altenheim

Fahrzeugaufstellung vor dem Brigittenstift
 
Verletztensammelstelle des ASB, Sichtung durch den Leitenden Notarzt
Brandschutzübung im Altenheim

"Vor meinem Zimmer ist alles verqualmt" So lautete um 14:06 Uhr der Notruf einer Bewohnerin. Diese Meldung war der Auftakt einer gemeinsamen Brandschutzübung des Brigittenstiftes, der Feuerwehr und des ASB in Barsinghausen. Gemäß der Alarm- und Ausrückeordnung kamen mehrere Feuerwehren aus dem Stadtgebiet Barsinghausen, die Feuerwehr Bad Nenndorf, 2 Rettungswagen und ein Notarzt zum Einsatz. Aufgrund der zu erwartenden Anzahl der Betroffenen/Verletzten wurden weitere Kräfte des Rettungsdienstes nach MANV1 (ab 5 bis 20 Verletzte/Betroffene) alarmiert. Darunter die SEG des ASB Barsinghausen und der Leitende Notarzt mit dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst.

Kurz nach Eingang der Meldung fuhren die ersten Fahrzeuge aus ihren Bereitstellungsräumen die Einsatzstelle an. Vom Personal des Hauses wurden mehrere Bewohner vor Ankunft der Feuerwehr in sichere Bereiche geführt. 8 Personen wurden dem Einsatzleiter als vermisst gemeldet. Der erste Atemschutztrupp der FF Barsinghausen begab sich umgehend in den betroffenen Gebäudeteil und konnte in das Zimmer der eingeschlossenen Bewohnerin vordringen. Sie und ihr Enkel wurden mit Brandfluchthauben ausgestattet. Nachdem der Enkel über die Drehleiter der FF Bad Nenndorf gerettet war, wurde die Frau mit Hilfe einer Evakuierungsmatratze über die Treppe nach draußen transportiert. In diesem Bereich des Hauses sind alle Betten mit solchen Matratzen ausgestattet. Sie ermöglichen es einer Person, den im Bett liegenden Bewohner alleine aus dem Gefahrenbereich zu ziehen. 2 weitere Bewohner, hier gespielt durch Mitglieder der Jugendfeuerwehr, wurden über die Drehleiter der FF Barsinghausen gerettet. Durch die Feuerwehr wurden insgesamt 9 Personen aus dem Gebäude gerettet. Ein am Einsatzgeschehen interessierter Bewohner wurde kurzerhand untergehakt und nach draußen geführt. Die nachfolgenden Feuerwehren unterstützten die Rettungsarbeiten mit mehreren Atemschutztrupps und bauten eine Wasserversorgung auf. Beide Drehleitern blieben bis zum Abschluss der Übung in Anleiterbereitschaft an den Giebelseiten des Gebäudes. Der Rettungsdienst, unterstützt durch die SEG, richtete eine Verletztensammelstelle auf einem Nachbargrundstück ein. Alle geretteten Personen wurden dort vom Notarzt des NEF Gehrden und dem Leitenden Notarzt gesichtet. Die Heimleiterin bedankte sich nach Übungsende "Es ist ein Gefühl der Sicherheit aufgekommen, wir sind bei ihnen in guten Händen". Nach der Übung gab es für alle Beteiligten im Garten des Heimes eine Gulaschsuppe, die vom Küchenpersonal des Brigittenstiftes zubereitet wurde.

Es handelte sich um eine angekündigte Übung, bei der auch "echte" Bewohner als freiwillige Opfer mithilfe von Fluchthauben und Rettungsmatratzen gerettet wurden. Für Feuerwehr und Rettungsdienst war auch die Hanglage in Verbindung mit der Erschließungssitution eine Herausforderung, da z.B. Zelte nicht oder nur schwerlich hätten aufgebaut werden können. Sie sollte zur Überprüfung der einzelnen Einsatzabläufe sowie der Zusammenarbeit von Heimleitung, Pflegedienst, Rettungsdienst und Feuerwehr dienen und um die vorhandenen Brandschutzvorrichtungen zu testen, wie z.B. Rettungsmatratzen. Die Bewohner auf der einen Seite und Feuerwehr- und Rettungskräfte auf der anderen Seite mit dem besonderen Klientel eines Alten- und Pflegeheimes miteinander vertraut machen.

Ein weiteres Übungsziel war es, aus dem Übungsgeschen auch für weitere Alten- und Pflegeheime im Stadtgebiet Barsinghausen, ein Konzept zur Brandbekämpfung sowie zur Rettung zu entwickeln, um im Einsatzfall effektiv und schnellstmöglich den betroffenen Bewohnern helfen zu können

Henk Bison, Team Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Stadtfeuerwehr Barsinghausen, Björn Sören Geestmann und Axel Gäfke, FF Barsinghausen

Eingesetzte Kräfte:

Insgesamt waren 8 Trupps mit 17 Feuerwehrleuten unter Atemschutz im Einsatz. 2 C-Rohre wurden im Innen- und 2 weitere im Aussenangriff vorgenommen.
FF Barsinghausen: ELW 1, LF 20, DLAK 23/12, LF16, RW 2, MTW, MZF
FF Hohenbostel: TLF16/25, LF 8
FF Großgoltern: TLF 16/25
FF Nordgoltern: LF 16TS
FF Stemmen: TSF-W
FF Bad Nenndorf: ELW 1, TLF 16/25, DLAK 23/12
FF Ronnenberg mit dem Gerätewagen Atemschutz der FTZ
ASB Rettungswache Barsinghausen: 2 RTW
ASB Rettungswache Gehrden: 1 NEF
BF Hannover: ORGL und Leitender Notarzt
SEG ASB Barsinghausen: 1 RTW, 2 KTW, 1 GW San, 2 ELW, 1 MZF
insgesamt: 100 Einsatzkräfte
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