Bad- Wildungen macht sich für ein Euro achtzig

  Bad-Wildungen: Haltestelle | Bad- Wildungen macht sich für ein Euro achtzig. Der Magistrat hat sich grün auf die Fahnen geschrieben die Radfahrer endlich aus der Minderheit hervor zu holen und uns zu zeigen wie Sie leben und fahren. Seit 12 Jahren nun setzt sich der Magistrat für den Radwegebau, die Beschilderung mit Km und Steigungsangaben ein. An den Ortsschildern werden die Radfahrer bereits willkommen geheißen. Man streicht Straßen blau, legt Radspuren an sprüht Fahrradsymbole auf die Fahrbahnen. Investiert trotz Haushaltssperre Unsummen wegen falscher Planung und falsch Kalkulation, man setzt an allen Ecken und Kanten so wie belebten Plätzen Fahrradständer als Kunstwerke auf. Damit sich die Fahrer wohl fühlen und am Imbiss um Bad-Wildungen oder Edertal ein Würstchen zu verzehren. Das steigert natürlich den Umsatz ungemein.
Genau zu dieser Zeit nämlich auch seit 12 Jahren gibt es aber ein Gesetz zur Gleichstellung von behinderten Menschen, in diesem BGG wird genau vorgegeben, dass alle öffentlich zugänglichen Räume Barrierefrei gebaut werden müssen. Leider hat da der Magistrat keine Lobby für. Denn die behinderten, alten und kranken Menschen sind ja bloß die Arbeitgeber der Stadt. Sie sorgen dafür dass Ärzte, Krankenschwestern, Altenpfleger, Putzfrauen und Köche so wie all die Namenlosen Helferlein ein Monatliches Einkommen haben. Es wurden Kranken und Pflegeheime erbaut und die Gastronomie wird täglich frequentiert. Gästehäuser beherbergen gern die Besucher unserer Patienten und sorgen so für das Wohlergehen der Stadtverwaltung. Wohnungen, Freizeiteinrichtungen, Schulen usw. benötigen diese Menschen natürlich auch.
Leider bekommen unsere Verantwortlichen davon nichts mit, oder wie soll man das verstehen, dass man zwar bemüht ist nach 12 Jahren endlich mit der Barrierefreien Umgestaltung zu beginnen. Aber statt jemanden zu fragen wie so etwas richtig geht, wird auf gut Glück gewurschtelt und gemurkst. Es gibt z.B. in der gesamten Allee keinen einzigen behinderten Parkplatz und wenn, dann liegt dieser versteckt auf einem Hinterhof, da ja behinderte mit Ihrem umgebauten und auf die Behinderung angepassten Autos statt mit Lenkrad mit einem Fahrradlenker versehen ist, jedes Hindernis umfahren können. Aus der Not heraus geboren, wurden nun neue Busse mit drei Rollstuhlplätzen angeschafft. Ein erster Anfang, dafür wurden die Haltestellen so gebaut, dass Rollstühle nur unter Lebensgefahr aus und einsteigen können. Selbst bei der neu errichteten Haltestelle für vier Linien wurden die Gesetze missachtet und nicht die Mindestmaße eingehalten. Wenn ich dann sehe, dass man an die Toilettenanlagen wiederrechtlich Rollstuhlsymbole anbringt, Platzt bei mir der Kragen. Selbst Baumeister sollten Ihr Handwerkszeug kennen. Es gibt eine sehr aussagekräftige Lektüre, die Hessische Bauordnung. In dieser steht unter §46 Barrierefreiheit genau beschrieben und wem das noch nicht reicht, der braucht nur einmal die DIN Verordnungen nachzulesen. DIN 18024 für öffentliche Wege und Plätze. DIN 18025 für öffentlich zugängliche Räume und Wohngebäude. Darüber hinaus gibt es die Broschüre „Hessen Barrierefrei“ „Hessen Mobil“ oder die Hessische Behinderten Gleichstellungs- Gesetze. Auch in der Gaststättenverordnung ist ein §4 Versagungsgründe erfasst. Aber leider fehlt unserer Ortspolizei die nötige Kenntnis der Gesetze. Ein Imbiss der wird genau geprüft und wehe…. Es ist so etwas von traurig, dass diese Ignoranten dies einfach verdrängen statt daran zu denken, dass Sie selbst in absehbarer Zeit zu diesem Kreis der Bevölkerung gehören. Ewige Jugend kann sich keiner kaufen. Ein Herzinfarkt, eine neue Hüfte oder ein nicht geplanter Unfall kann schnell das Leben verändern. Man ist nicht gleich tot. Man ist auch nicht behindert, sondern man wird behindert.
Wie sagte einst Richard von Wetzsäcker: Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, was einem jederzeit genommen werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus-Dieter Dingel
MMB e.V. Regionalleiter Hessen-Nord
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Basti S. aus Aystetten | 26.12.2014 | 21:20  
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