Keine Angst vor Verträgen

Was ist eine Salvatorische Klausel ?...Ein Werk von Salvatore Dali?...eine Inselgruppe im Südpazifik? Diese Frage haben sich schon viele gestellt…hier gibt es Antworten dazu.

Egal ob man gerade erst ein Geschäft neu gegründet haben oder schon länger eines betreibt oder auch als Privatmensch einen Kauf tätigen möchte…immer sind sie da…diese Verträge, meistens lästig aber immer notwendig und oft (aus gutem Grund )klein gedruckt, denn auch das sogenannte Kleingedruckte stellt einen Vertrag da.
Jedoch nicht jeder kennt sich aus.
Klar man kann einen Anwalt befragen. In der Regel wird dieser jedoch nur zu rechtlichen Dingen Auskunft geben können.
Die kaufmännische Seite kann er selten beurteilen und die ist nicht minder wichtig damit es am Ende kein böses Erwachen gibt.
Natürlich möchte jeder, dass das für ihn Beste im Vertrag niedergelegt wird. Man sollte aber bedenken, dass man vielleicht auch noch öfter zusammenarbeiten möchte und dementsprechend einen Vertrag gestalten. Hier sollte „Leben und leben lassen“ die Devise sein.
Oft erscheinen einem Dinge im Vertrag erst mal als gar nicht so wichtig.
Beispiel: Man will ein Konzert veranstalten in der Stadthalle XY, für das Material hat man zwei 40 Tonner LKW und drei Busse für das Orchester. Im Vertrag, den man mit der Stadthalle abschließt werden 5 Parkplätze zugesichert…und man ist zufrieden…die „Falle“ in die man u.U. tappt ist die…man kommt mit seinen LKW’s und Bussen an und die fünf Parkplätze haben die Größe für fünf Smarts…man beschwert sich bei dem Hallenbetreiber er hätte seinen Vertrag nicht eingehalten….leider falsch…er hat fünf Parkplätze zugesichert und auch zur Verfügung gestellt. Es wäre an einem selber gewesen im Vertrag die genaue Beschaffenheit der Parkplätze festzulegen.
Auch Vertragsprofis stolpern immer wieder über solch augenscheinliche Kleinigkeiten, die aber nachher eine ganze Planung torpedieren können.
Deswegen ist es immer wichtig sich vorher genau Gedanken darüber zu machen was man konkret haben möchte und dies dann auch in dem Vertrag festzuschreiben.
Vermeiden von schwammige Formulierungen wie z.B. ausreichend. Ausreichend ist ein dehnbarer Begriff und für den einen Vertragspartner ist ausreichend unter Umständen ganz anders definiert als für den anderen. Möglichst immer konkrete Zahlen und Fakten angeben. Das vermeidet Streit und Ärger im Nachhinein.
Genauso wichtig ist es ganz konkret die Rechte und Pflichten der einzelnen Vertragsparteien aufzulisten.
Gerade bei dem Thema Haftung können sich schnell die Geister scheiden. Natürlich kann man in dem Vertrag aufnehmen, dass man nur bei Vorsatz haftet. Dies wird die Zusammenarbeit aber nicht positiv beeinflussen, da diese Formulierung eigentlich aussagt, dass man gar nicht haftet. Denn jedem von uns ist klar, dass es im Falle eines Falles nahezu unmöglich ist jemandem Vorsatz nachzuweisen. Deshalb sollte man im Vorfeld klären welche Risiken z.B. über eine Haftpflicht abgedeckt werden können und das auch so im Vertrag aufnehmen und sich z.B. auf Formulierungen wie „Grobe Fahrlässigkeit“ einigen. Denn klar ist auch, je nach Art des Vertrages kann und soll man auch nicht für jede unbedeutende Kleinigkeit zur Kasse gebeten werden. Zum Glück haben wir ja noch keine amerikanischen Verhältnisse und das Trocknen eines Pudels in der Mikrowelle macht uns nicht zum Millionär. Auf der anderen Seite soll aber auch der Vertragspartner nicht das Gefühl haben, dass er im Falle eines Falles im Regen stehen gelassen wird.
Bei aller Geschäftstüchtigkeit und allem Verhandlungsgeschick sollte man das Fairplay nicht vergessen. Es sei denn es soll sich um eine einmalige Geschäftsbeziehung handeln. Aber das möchte wohl kein Geschäftsmensch wirklich.
Wichtig sind auch Paragraphen in denen der Vertragspartner zur Geheimhaltung verpflichtet wird. Man denkt, das ist nicht nötig, so wie der eigesetzt wir erfährt er doch nichts wichtiges….man glaubt gar nicht was man so alles bei einem gemeinsamen Kaffee oder einer Zigarettenpause in der Raucherecke von den dort stehenden Kollegen erfahren kann. Gerade deshalb ist dieser Passus in einem Vertrag extrem wichtig, da er sich nicht nur auf das konkrete Geschäftsereignis aus dem Vertrag bezieht sondern auf ALLE Informationen die der Vertragspartner über das Unternehmen in der Zeit, in der er dort zugange ist erfährt.
Wichtig ist auch, immer festlegen, dass es für Änderungen immer der Schriftform bedarf und trotzdem alle Dinge, die nicht geändert werden weiterhin ihre Gültigkeit behalten…damit wäre auch das Geheimnis um die Salvatorische Klausel gelöst. In ihr werden nämlich genau diese Punkte festgehalten.
Wenn man einen Vertrag aufsetzt muss man sich genau überlegen WAS für ein Vertrag das werden soll. Schnell ist man in die Falle getappt, dass man auf einmal einen Werksvertrag an der Backe hat obwohl man doch nur eine Dienstleistung z.B. eine Beratung erbringen wollte.
Was ist der Unterschied. Nur in Kürze, der gravierende Unterschied zwischen einem Werksvertrag und einem Dienstvertrag ist der, dass man in einem Werksvertrag Erfolg schuldet. Wird schwierig wenn Sie jemanden nur beraten und der dann doch macht was er möchte und Ihnen nachher dafür die Schuld in die Schuhe schieben will. Deshalb Augen auf bei der Vertragsaufsetzung.
Gut…nun kann nicht jeder ein Vertragsprofi sein, deshalb empfehle ich dringend sich fachlichen Rat zu holen, denn das kommt einen oft wesentlich günstiger als wenn man einen Vertrag unterschreibt bei dem man sich aus Unkenntnis zu Dingen verpflichtet hat, die einen ggf. richtig in Schwierigkeiten bringen können.
In diesem Artikel sind jetzt nur einige Punkte aufgegriffen. Aber sie sollen dafür sensibilisieren, dass man jeden Vertrag, auch als Privatmensch gründlich prüfen sollte. In Streitfall ist der Vertrag die Anspruchsgrundlage und man will doch dann keine bösen Überraschungen erleben.
Deswegen unbedingt Augen auf bei dem Vertragsabschluss und sei es nur der Vertrag für den Kauf eines Handys.
Und noch etwas für Privatkäufer: Ein Händler der einem keine Zeit gibt einen Kaufvertrag oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen in Ruhe zu lesen, bei dem sollte man sich lieber für einen Nichtkauf entscheiden. Für seriöse Anbieter ist es selbstverständlich, dass der künftige Vertragspartner den Vertrag nicht nur liest sondern auch noch nachverhandelt.
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