Verkehrsverbund Südniedersachsen (VSN): 30 Prozent Fahrpreisanhebung durch die Hintertür (Stand 28.07.2014)

Nahverkehrszug der Bahn im Winkeltal bei Osterhagen
608. Newsletter Südharzstrecke

Hallo liebe Eisenbahn-, ÖPNV- und SPNV-Interessierte!

Die jüngste Fahrpreisanhebung im „Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen“ liegt erst drei Monate zurück und betrug rund 3 Prozent über alle Relationen hinweg. Nun greift der Zusammenschluss der Nahverkehrsunternehmen in Süd-Niedersachsen tief in die Trickkiste, erfindet neue Tarifpunkte, entdeckt danach Tarifungerechtigkeiten und nimmt dies zum Anlass zur Fahrpreisanhebungen zwischen 10 und 30 % auf bisher nachfragestarken Relationen.

So verteuert sich der Fahrschein von Walkenried nach Bad Sachsa von 2,40 auf 3,20 €, von Bad Lauterberg nach Herzberg werden mit 0,30 € rund 10 % mehr fällig und so weiter.
Die interessierte Öffentlichkeit erfährt dies mittels einer 1 mal 4 cm großen Anzeige in den Tageszeitungen und im Internet, dort allerdings nur der, welcher sich die Mühe macht und die fast nicht mehr überschaubare Tarifmatrix genau studiert. Wer es allerdings tut, bemerkt sofort, dass mit „Beseitigung von Ungerechtigkeiten“ ausschließlich saftige Anhebungen gemeint sind.
Die Aufsichtsorganisation LNVG, welche sich im Falle der letzten „normalen“ Preisrunde noch mehrere Monate Zeit für eine Prüfung ließ, hat die abermaligen Preisanhebungen dieses Mal ganz offensichtlich „durchgewunken“, wohl weil sie auch dem Slogan von der „Beseitigung von Ungerechtigkeiten“ auf den Leim gegangen ist.
Bei der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ fühlt man sich bezüglich seiner Meinung über den VSN bestätigt. „Dieser so genannte Verkehrsverbund hat seinen Ruf, der teuerste Verbund in Deutschland mit dem schlechtesten Preis-Leistungs-Verhältnis zu sein, erneut überzeugend bestätigt. Für 3,20 € komme ich im VSN 5 Kilometer weit, anderswo hingegen 10 bis 15 Kilometer. So ist die Fahrt von Walkenried nach Nordhausen ab 1.8. kaum noch teurer als die Fahrt ins benachbarte Bad Sachsa“ kommentiert Michael Reinboth von der Initiative die neue Situation. „Denn es kommt ja hinzu, dass man sich seit Jahren erfolgreich bemüht, die Rabatte für die Viererkarte gegen Null zu fahren. Die mit viel Getöse eingeführte Achterkarte bietet schon nach einer Preisrunde wiederum gegenüber der Viererkarte keinen nennenswerten Vorteil mehr.“
Für „Höchste Eisenbahn“ ist klar, wohin die Reise geht. Nicht zufällig werden gerade im Schulverkehr stark nachgefragte Relationen drastisch verteuert. Die Schüler sind überwiegend „Zwangskunden“, und für einen erheblichen Teil von ihnen übernimmt der Staat den Ausgleich der Transportkosten. Hier werden die Erträge generiert, und hier wird deswegen auch zugefasst. Die im ländlichen Bereich überschaubare Zahl der wahlfreien Kunden wird hingegen überall dort, wo die VSN-Preise inzwischen an das Taxi-Niveau heranreichen, dem Busverkehr den Rücken kehren und allenfalls der auf weitere Entfernungen immer noch günstigen Bahn treu bleiben. Diese Kundschaft hat das Pech, das die Normalpreise fest an die Preise der Schülertarife gekoppelt sind und immer dann mit steigen, wenn das Ertragsniveau im Schulverkehr erhöht werden soll.
Diesem Effekt könnte der VSN mit etwas Phantasie begegnen, indem er besondere Fahrscheine für Senioren, Kunden nach 9 Uhr oder Touristen einführen würde. Das aber tut er nicht. „Die Fahrscheinauswahl des VSN ist mit dem Begriff armselig noch freundlich umschrieben. Hier gibt es keinerlei Ansatz, neue Kunden für Bahn und Bus zu interessieren – ganz im Gegensatz zu anderen Verbünden, die entdeckt haben, dass man etwas für seine Kunden tun muss“ meint Reinboth.

Michael Reinboth

Viele Grüße

Burkhard Breme
Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz"

37431 Bad Lauterberg

E-Mail: burkhard.breme@suedharzstrecke.de
Internet: http://www.suedharzstrecke.de
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