650. Newsletter Südharzstrecke - Verzögerungen durch Bauarbeiten - Aktualisierungen des Harz Kursbuches

Nahverkehrszug an der Haltestelle Bad Lauterberg-Barbis.
 
Privatbahn der Firma Agilis
 
Auch weiterhin enden Züge in Nordhausen in Richtung Erfurt wegen anhaltender Baumassnahmen.

1. Nordhausen: Ständige Verzögerungen bei Bauarbeiten vertreiben Fahrgäste von der Schiene (Stand 15.12.2015)
2. Harz: Erste Aktualisierungen des Harz-Kursbuchs (Stand 15.12.2015)


Hallo liebe Eisenbahn-, ÖPNV- und SPNV-Interessierte!

1. Nordhausen: Ständige Verzögerungen bei Bauarbeiten vertreiben Fahrgäste von der Schiene (Stand 15.12.2015)


Bei der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“ ist man in zunehmendem Maße verärgert über die Verzögerungen, die zu einer ständigen Begleiterscheinung der Bauarbeiten der Deutschen Bahn Netz geworden sind. In Verbindung mit der inzwischen weit verbreiteten Praxis, den Zugverkehr komplett einzustellen und die Fahrgäste auf Omnibusse des „Schienenersatzverkehrs“ zu verweisen, werden so auch und gerade in unserer Region massiv Fahrgäste verärgert und vergrault.

Beispiel 1:
Für wenige Kilometer Gleiserneuerung zwischen Katlenburg und Northeim wurde der Zugverkehr auf der zweigleisigen Bahnstrecke Northeim – Herzberg für zunächst 4 Wochen vollständig eingestellt. Die SEV-Busse benötigten fast die doppelte Fahrzeit, Fahrgäste mit Gepäck, Fahrrädern, Kinderwagen oder mobilitätsbehinderte Reisende mussten erhebliche Schwierigkeiten in Kauf nehmen. Wegen logistischer Probleme dauerten die Arbeiten überdies 2 Wochen länger als vorgesehen.

Beispiel 2:
Aus der vorgesehenen „Flügelung“ der Goslarer und Bad Harzburger Züge in Vienenburg wird es erst einmal nichts – DB Netz kann nicht liefern. So muss die Umsetzung des verbesserten Fahrplans für den Nordharz mindestens weitere 6 Monate warten. Ob es dann klappt, ist angesichts der offensichtlichen personellen und fachlichen Probleme bei DB Netz ungewiss.

Beispiel 3:

Der schlimmste Fall von Verzug und damit verbundenen Erschwernissen liegt in Wolkramshausen vor. Auch nach 13 Monaten Bauzeit mit diversen SEV-Phasen, die monatelang zum völligen Anschlussverlust zwischen der Südharzstrecke und Erfurt führten, musste man einräumen, dass man dennoch nicht fertig geworden ist.
Folge: Noch einmal mindestens 3 Monate SEV auf der Erfurter Strecke mit allen damit verbundenen Unwägbarkeiten und Problemen. Der früher recht lebhafte Verkehr zum Erfurter Weihnachtsmarkt ist infolgedessen fast vollständig zum Reisebus abgewandert. Pendler aus dem Südharz nach Erfurt haben der Schiene resigniert den Rücken gekehrt, da 1 ½ Jahre Fahrzeitverlängerungen von zweimal 20 Minuten plus Umstieg des Schlechten einfach zu viel waren.
„Wir sind es leid, uns fehlende Fahrgastzuwächse oder gar Fahrgastrückgänge vorhalten lassen zu müssen, wo doch die Gründe hierfür mehr als offensichtlich sind. Zu den genannten Fällen kommen ja noch wochenlange Unregelmäßigkeiten im Raum Halle und im Raum Erfurt mit SEV zwischen Angersdorf und Halle oder Erfurt Nord und Erfurt Hbf sowie mehrfache Totalsperrungen der Bahnhöfe Halle und Erfurt wegen Anschlussarbeiten der Neubaustrecke. Jeder normale, an Kundenbindung interessierte Betrieb würde seine Kunden in einem solchen Falle mit Sondertarifen zu halten versuchen. Nichts dergleichen bei der Bahn. Und die Aufgabenträger schauen sich das Treiben offenbar achselzuckend an – oder freuen sich über eingesparte Zahlungen für nicht fahrende Züge.“
Michael Reinboth von „Höchste Eisenbahn“ erwartet gerade wegen der Probleme in Wolkramshausen weitere Unregelmäßigkeiten und haufenweise Anschlussverluste im Eckverkehr Kassel – Nordhausen – Südharzstrecke, da der unfertige „Bahnhof“ Wolkramshausen zu Tempolimits zwingt. Faktisch gibt es über Monate hinweg einen Haltepunkt an der zweigleisigen Strecke nach Kassel plus ein Erfurter Gleis, welches an einem Prellbock endet, da keinerlei Weichen gestellt werden können.
Am anderen Streckenende in Halle wird die Infrastruktur von 12 auf 6 Gleise (plus ein Notgleis 1a) geschrumpft, muss aber faktisch den gleichen Umfang an Zügen aufnehmen. Verspätungen sind somit auch hier das ganze Jahr 2016 hindurch zu erwarten – wahrlich kein gutes Omen für einen reibungslosen Start des neuen Unternehmens „Abellio“, welches, überwiegend mit neuem Personal arbeitend, sogleich mit massiven infrastrukturellen Problemen konfrontiert wird.
Dass es bei DB Netz nicht mehr rund läuft, zeigt übrigens auch die vordergründig gelungene Betriebsaufnahme der Neubaustrecke Erfurt – Halle/Leipzig. Die Genehmigung für den Betrieb wurde nämlich am 8.12.2015 erteilt: Genau einen Tag vor der glanzvollen Premierenfahrt mit politischer Prominenz, die wie üblich von dem Hickhack hinter den Kulissen nichts mitbekommen haben dürfte. Für bestimmte Bereiche der „festen Fahrbahn“ gab es nämlich Zweifel an der Dauerhaltbarkeit.
Während bei solchen Vorzeigeobjekten natürlich alles daran gesetzt wird, trotz allem irgendwie fertig zu werden, nimmt man es jenseits der Magistralen nicht so genau. Der Verlust von Fahrgästen wird billigend in Kauf genommen – es trifft ja nicht das eigene Unternehmen, sondern im Zweifel den Wettbewerber oder den Aufgabenträger.
Es wird allerhöchste Zeit, die Leistungsfähigkeit und das Verhalten von DB Netz – immerhin ein 100prozentiger Staatsbetrieb der Bundesrepublik Deutschland – auf politischer Ebene kritisch zu hinterfragen.

Michael Reinboth

2. Harz: Erste Aktualisierungen des Harz-Kursbuchs (Stand 15.12.2015)


Liebe Kunden und Leser des Harz-Kursbuchs,

nach Redaktionsschluss und nach Erstellen des Einlageblattes für das Harz-Kursbuch erreichten uns noch einige Änderungen bei den VGS-Linien 410, 450 und 460. Sie sind nicht dramatisch, sollen Ihnen aber trotzdem nicht vorenthalten werden:
1. Linie 410 Aschersleben – Lutherstadt Eisleben (Seite 97 des HKB)
Die Fahrten 9.20, 11.20 usw. ab Aschersleben verkehren auch an Samstagen und Sonn- und Feiertagen zu dieser Uhrzeit und nicht 9.17, 11.17 usw., womit ein guter Übergang vom Zug aus Güsten auch an Wochenenden gegeben ist. Da diese Kurse aber trotzdem die Helios-Klinik Hettstedt ansteuern, verkehren sie ab Hettstedt Busbahnhof bis Eisleben genau die 3 Minuten später, die zuvor durch die frühere Abfahrt vermieden wurden. In Lutherstadt Eisleben Bahnhof werden dennoch alle Anschlüsse erreicht.
2. Linie 450 Sangerhausen – Berga-Kelbra – Stolberg – Breitenstein (Seiten 164-166 des HKB)
Zur besseren Anschlussgewährung im Bahnhof Berga-Kelbra (die Bushaltestelle heißt „Berga Bahnhof“) verschieben sich Mo-Fr 2 Fahrten nach Stolberg und eine Fahrt retour. Diese Anpassungen sind im Einlageblatt des Harz-Kursbuchs bereits enthalten. Allerdings ist bei der von 12.11 auf 12.17 Uhr verschobenen Abfahrt in Berga Bf zusätzlich zu beachten, dass der Eckanschluss in Rottleberode Chausseehaus nach Nordhausen nicht mehr besteht und folglich aus der Tabelle zu streichen ist. Gleiches gilt für die Tabelle E Nordhausen – Rottleberode auf Seite 167: Hier ist der angegebene Anschluss um 12.28 aus Berga zu streichen. Auch der Kurs 16.08 ab Berga ist auf 16.13 Uhr verschoben worden – mit gleichen Effekten: Neuer Zuganschluss aus Sangerhausen (an 16.10), dafür aber Verlust eines Eckanschlusses in Rottleberode, der folglich auch aus Tabelle E (16.20) zu streichen ist.
Zu den Anschlüssen nach Kyffhäuser – Bad Frankenhausen und retour werden wir uns in der Sommerausgabe im April äußern, da der betreffende Rufbus erst wieder ab Ostern verkehren wird.
3. Linie 460 Hettstedt – Wippra – Sangerhausen (Seiten 105, 163, 193 des HKB)
Der Rufbus um Mo-Fr 18.45 Uhr ab Sangerhausen nach Grillenberg verkehrt bereits um 18.24 Uhr. Kleine Verschiebungen im zweistündlichen Wochenend-Fahrplangefüge gibt es auch: Alle Kurse ab Sangerhausen in Richtung Hettstedt verkehren Sa und SoF grundsätzlich 4 Minuten früher (ab .20) und kommen auch 4 Minuten früher in Hettstedt Bf an. In der Gegenrichtung fahren die Kurse Sa und SoF alle 2 Minuten früher ab, legen in Wippra Bahnhof aber einen 6 Minuten währenden Aufenthalt ein und kommen in Sangerhausen Busbf jeweils 3 Minuten später an. Die Zuganschlüsse in Sangerhausen und Hettstedt sind hiervon nicht betroffen, auch nicht das Wochenend-„Drehkreuz“ in Wippra Bahnhof bezüglich der Anschlüsse nach und von Harzgerode.
Mittels dieser Verschiebung ist es aber möglich, die Anschlüsse von und zu den ab Ostern verkehrenden touristischen Zügen der „Wipperliese“ herzustellen, welche in Wippra um 9.59 usw. alle 2 Stunden bis 17.59 Uhr ankommen und dort um 10.05 usw. alle 2 Stunden bis 18.05 Uhr wieder abfahren. Im Sommer besteht also in Wippra wieder das „Vollkreuz“ mit einem Zug und drei Bussen.
Beachten Sie bitte diesbezüglich auch die Anschlussangaben in der Tabelle 335 auf den Seiten 99-100. Die Anschlüsse Erfurt – Sangerhausen – Wippra und zurück klappen, aber die Übergangszeiten in Sangerhausen ändern sich ein wenig.
Kleines Detail am Rande, welches zeigt, wie schwer wir es haben: In der Tabelle 353 Bad Harzburg – Braunschweig werden die Mo-Fr verkehrenden Züge um 8.45, 10.45 usw. von Bad Harzburg nach Vienenburg verkehrenden Züge nicht angezeigt, wohl aber die in der Gegenrichtung. Also werden sie vermutlich trotzdem fahren. In der Internet-Auskunft der Bahn und im Fahrplan des Unternehmens „ErixX“ stehen sie auch. Also sind unsere Angaben im Harz-Kursbuch korrekt, die im Kursbuch für Sachsen-Anhalt (und im „elektronischen Kursbuch“ der Bahn) hingegen nicht. Wobei die NASA nichts dafür kann, sie übernimmt die Daten ja von der Bahn.
So ist das heute: Alles verlässt sich auf das Internet, wo man Korrekturen ja noch in letzter Minute oder auch danach einspielen kann, und nimmt keine Rücksicht mehr auf Kunden, die sich Papier lesender Weise von der Stelle bewegen. Das verführt aber leider auch zu unsauberem Arbeiten. Außerdem ist der Kreis der Beteiligten offenbar inzwischen so groß, dass Informationen zwischendrin verloren gehen

Michael Reinboth

Viele Grüße

Burkhard Breme
Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz"

37431 Bad Lauterberg

E-Mail: burkhard.breme@suedharzstrecke.de
Internet: http://www.suedharzstrecke.de
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