606. Newsletter Südharzstrecke

    1. Südniedersachsen: Fehlende Durchbindungen Nordhausen – Bodenfelde „Höchste Eisenbahn“ sieht Fahrgäste von der Sollingbahn abwandern (Stand 06.07.2014)

2. Herzberg: Umbau des Bahnhofs Herzberg am Harz macht Fortschritte (Stand 06.07.2014)

Hallo liebe Eisenbahn-, ÖPNV- und SPNV-Interessierte!

1. Südniedersachsen: Fehlende Durchbindungen Nordhausen – Bodenfelde „Höchste Eisenbahn“ sieht Fahrgäste von der Sollingbahn abwandern (Stand 06.07.2014)
Zum Fahrplanwechsel im kommenden Dezember setzt der Gewinner der Ausschreibung für das Teilnetz 1 des Dieselnetzes Niedersachsen-Südost (DINSO), die DB Regio, den der Ausschreibung zugrunde liegenden Fahrplan um. Zugleich verwirklicht die LNVG ihr System der Liniennummern für die einzelnen Zugstrecken, die dem Fahrgast die Orientierung erleichtern sollen. Wer allerdings hinter der Linie „RB81 Bodenfelde – Nordhausen“ eine tatsächlich und in jedem Fall durchgehende Verbindung vermutet, ist nach einem Blick auf den vorgesehenen Fahrplan mehr als enttäuscht, denn weniger als die Hälfte der auf dieser Linie verkehrenden Züge wird auch tatsächlich durchfahren. In den meisten Fällen, und das auch noch unterschieden nach den einzelnen Wochentagen, muss in Northeim umgestiegen werden. Die DB Regio hat sich hier mit ihren rein betrieblich zu begründenden Argumenten ganz offenbar gegenüber der LNVG behauptet und sorgt dafür, dass die „durchgehende Regionalbahnlinie“ meistens keine ist.
Das wird in Verbindung mit dem Auskunftssystem der DB erhebliche negative Konsequenzen für den Abschnitt Northeim – Bodenfelde haben. Denn der Bahncomputer sucht die Verbindungen nach dem Motto „optimiere Reisezeit und Umsteigevorgänge“ aus. Da der zweistündliche Weg über Kreiensen in Richtung Paderborn (und umgekehrt) ebenso schnell ist wie der Weg über Bodenfelde, in allen Fällen, in denen bei der Fahrt über Bodenfelde zusätzlich in Northeim umzusteigen ist, aber auch noch „umsteigeärmer“, wird grundsätzlich die Fahrt über Kreiensen empfohlen werden. Durchreisende Fahrgäste bleiben somit der Sollingbahn fern.
Wer von Herzberg nach Paderborn reisen möchte, muss – bei gleicher Fahrzeit – entweder in Northeim und Kreiensen den Zug wechseln oder in Northeim, Bodenfelde und Ottbergen. Damit ist klar, welchen Weg der geneigte Reisende bevorzugen dürfte. Kann er hingegen in Northeim sitzen bleiben, wären die beiden Reisewege wieder identisch und die Sollingbahn somit wieder im Rennen. Entfällt eines hoffentlich nicht allzu fernen Tages der Umsteigevorgang in Ottbergen zugunsten der „Flügelung“, hätte die Sollingbahn sogar wieder einen Vorsprung, da nur noch einmal – in Bodenfelde – umzusteigen wäre.
„Das vorliegende Konzept ist dazu angetan, Fahrgäste von der Sollingbahn abzuziehen und der Strecke Kreiensen – Holzminden – Paderborn zuzuführen. Die bisherigen Aussagen der LNVG, dass es nahezu einen 2-Stunden-Takt durchgehender Züge Bodenfelde – Nordhausen geben würde, erweist sich als gelinde gesagt übertrieben optimistisch. Damit können wir uns keinesfalls zufrieden geben“ meint Michael Reinboth von „Höchste Eisenbahn für den Südharz“. Bei dieser sieht man die Sollingbahn als natürliche Fortsetzung der Südharzstrecke und möchte sie gestärkt und nicht geschwächt sehen. Genau dies werde aber, so Reinboth, mit dem jetzigen Fahrplan von LNVG und DB Regio geschehen. Da die DB künftig zwecks Vermeidung von Leerfahrten Züge des Nachts überall abstellen will, u.a. in Herzberg, müssten diese notwendigerweise tagsüber in Northeim herausgenommen werden, um den Dieseltank zu füllen und den WC-Tank zu leeren. Diese betriebliche Optimierung erfolgt zu Lasten der Fahrgäste, die in all diesen Fällen in Northeim umzusteigen haben. Vormittags gibt es an Werktagen so gut wie keine umsteigefreien Verbindungen. Die erste durchgehende Fahrmöglichkeit aus Herzberg in Richtung Bodenfelde findet man sage und schreibe um 14.26 Uhr. Besonders ärgerlich: Der heute noch Mo bis Fr (ab Herzberg um 8.26 Uhr) nach Göttingen durchfahrende Zug endet künftig in Northeim, man muss sowohl nach Göttingen als auch nach Bodenfelde umsteigen. An Wochenenden hingegen darf dieser Zug wie heute auch schon nach Bodenfelde durchfahren.
„Das Angebot ist entgegen der Intention der LNVG nicht einprägsam. Wir fordern daher nach wie vor – von der mittäglichen Schülerspitze an Werktagen abgesehen – einen 2-Stunden-Takt mit durchgehenden Zügen in beiden Richtungen zwischen Bodenfelde und Nordhausen“ erläutert Michael Reinboth, der auch andere Dinge ausgesprochen ärgerlich findet. So kommt Mo bis Fr um 6.50 Uhr ein Zug aus Nordhausen in Northeim an, und zur selben Minute fährt ein Zug nach Bodenfelde dort ab – kein Anschluss…
Michael Reinboth

2. Herzberg: Umbau des Bahnhofs Herzberg am Harz macht Fortschritte (Stand 04.07.2014)
Seit einiger Zeit wird die Verkehrsstation des Bahnhofs Herzberg am Harz umgebaut. „Höchste Eisenbahn“ und PRO BAHN haben sich am 4. Juli ein klein wenig umgeschaut und einen Eindruck von den Arbeiten sowie den hierdurch für die Fahrgäste entstehenden kleineren wie größeren Unannehmlichkeiten gewonnen.

Einiges ist schon geschehen. Die Bahnsteigdächer sind verschwunden, auf dem Inselbahnsteig auch schon deren Pfeiler und Stützen, während am Hausbahnsteig das Gerippe wohl noch bis September so stehenbleiben wird. Verschwunden ist auch die Einhausung der Unterführung auf dem Inselbahnsteig. Es wurde aber nicht nur demontiert, sondern auch schon gebaut. Die Baugruben für die Aufzüge sind ausgehoben, die neuen Bahnsteigkanten am Inselbahnsteig (Gleise 2 und 4) sind gesetzt und in Funktion, und von der Ostseite her wird dieser Bahnsteig auch bereits inklusive des Leitstreifens für Sehbehinderte gepflastert. Das Ganze macht durchaus den Eindruck einer großen Baustelle, der es freilich jedenfalls am 4.7. um 9.30 Uhr an einem mangelte: Nirgendwo war ein Bauarbeiter zu sehen… Daran änderte sich bis 10.30 Uhr übrigens nichts, Kleinbagger und andere Fahrzeuge standen unbenutzt herum. Frau Kerl, die gute Seele des Bahnhofs, ist ob der abgeklemmten Uhr in ihrem Kiosk zwar etwas traurig, konnte aber ansonsten etwas beruhigen. Es wird derzeit wohl viel in der Nacht gearbeitet. Die Pflasterer waren in dieser Woche auch schon da, nur eben heute nicht.
Die neuen Bahnsteigkanten passen exakt zur Höhe der hier verkehrenden VT 648, bequemes und niveaugleiches Ein- und Aussteigen sind möglich. Das Ziehen von Rollkoffern und das Schieben von Rollatoren fällt gegenwärtig allerdings sehr schwer, denn im jetzigen Ein- und Ausstiegsbereich bewegt man sich auf sehr provisorischem Terrain. Und einen helfenden Bahnmitarbeiter gibt es anders als in Northeim oder Kreiensen hier nicht. Um die Fahrgäste trotz abgerissener Dächer etwas zu schützen, hat man die bisherigen Windfänge provisorisch überdacht.
Auf dem Inselbahnsteig kann man daher schon einen Eindruck dessen gewinnen, was auch in Zukunft als „Witterungsschutz“ für in Stoßzeiten viele Dutzend Fahrgäste angeboten werden wird, nämlich ein fast ebensolcher Unterstand, vielleicht ergänzt um die Einhausung des Treppenaufgangs… Hingegen wird der Hausbahnsteig wieder ein wenn auch kurzes Vordach vom Typ „Zwiesel“ erhalten. Damit ist mitnichten ein Holzdach mit balkonartigen Verzierungen gemeint, sondern ein solides Metalldach, dessen Prototyp dort zu finden ist.

Der Fahrplan der Süd- und Westharzstrecke wurde durch die laufenden Bauarbeiten bisher nicht beeinträchtigt. Haus- und Inselbahnsteig haben genug Platz, um bei fortschreitenden Pflasterarbeiten die Züge an anderen Stellen halten zu lassen. Kurzzeitig könnten allerdings längere Wege zum Umsteigen erforderlich sein.

Michael Reinboth

Viele Grüße

Burkhard Breme
Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz"

37431 Bad Lauterberg


E-Mail: burkhard.breme@suedharzstrecke.de
Internet: http://www.suedharzstrecke.de
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