Stellungnahme der IG Grundschule der Zukunft zu den geplanten Umbaumaßnahmen in der Grundschule am Hausberg Bad Lauterberg vom 24.04.2015

Grundschule Am Hausberg
 
Kaum zu glauben, die Kellerräume sollen aus Platzgründen künftig als Unterrichtsräume genutzt werden.

Grundschule der Zukunft – Unterrichtsräume im Keller

Es kommt sogar noch schlimmer als gedacht!


Bad Lauterberg. Wie wir jetzt erfahren, ist von Seiten der Stadt beabsichtigt die feuchten Kellerräume der „Grundschule Am Hausberg“ nun doch als Unterrichtsräume zu nutzen.
Wie man der „nur gutachterlichen Stellungnahme“, welche uns ja als vollwertiges sogenanntes Schimmel-Gutachten verkauft wurde, entnehmen kann, wurden die besagten Kellerräume bis zum heutigen Tag nicht von einem anerkannten vereidigten Sachverständigen für Schimmelbefall ernsthaft untersucht.

Nun aber bestätigt sich zudem noch, dass die Hausbergschule doch zu klein ist. Zwar wurde dies vorher schon angemerkt, aber es wollte niemand hören. Und jetzt legen neue Architekten leise neue Pläne auf den Tisch, die aber nur bestätigen, was schon befürchtet wurde. Die Kinder müssen zusammengepfercht werden und sich doch in Kellerräumen dauerhaft aufhalten, die laut erstem Gutachten nicht dafür geeignet sind.
Damit ist zu den überfüllten Klassen, dem sehr gefährlichen Schulweg, keine direkt daneben liegende Turnhalle und dem vor „Tristesse“ triefenden Schulhof noch ein weiterer besorgniserregender Nachteil hinzugekommen. Da kann sich eine Schulleitung noch so bemühen, aber die schlechten und veralteten Rahmenbedingungen kann sie auch nicht schöner machen. Sämtliche pädagogischen Anforderungen an Schulgebäude werden völlig außer Acht gelassen.
Hier sollen Unsummen an Steuergeldern in die veraltete Hausbergschule gesteckt werden.
Die gesamte Haustechnik ist veraltet und die Kosten für die nötige energetische Sanierung dürften laut Meinung von Fachleuten in die Millionen gehen.
Aber das macht ja nichts, wir müssen ja sparen, damit wir an anderer Stelle das Geld wieder zum Fenster rausschmeißen können. Oder wie war das mit dem Zukunftsvertrag gemeint?

In Bad Lauterberg gibt es zwei sanierte Grundschulen (Barbis und Bartolfelde). Die Barbiser Grundschule ist voll und ganz inklusionsfähig und das auch in Verbindung mit der Turnhalle.
Nicht ohne Grund wurde diese Schule zur Schwerpunktschule für Bad Lauterberg bestimmt!
Beide Grundschulen, Barbis und Bartolfelde verfügen über einen kindgerechten Schulhof und gefahrloseren Schulwegmöglichkeiten und Bushaltestellen. An beiden Schulen ist direkt eine Sporthalle angeschlossen, die auch für die Vereine von großer Bedeutung sind.
Zudem haben wir in Bartolfelde ein vorbildliches Ganztagsschulangebot, in dem bereits eine kostenlose Nachmittagsbetreuung für die Kinder vorhanden ist.
All diese Punkte treffen auf die Hausbergschule, selbst nach immensen Investitionen, in keiner Weise zu.
Plant unsere Stadt hier wirklich eine Schule der Zukunft, oder möchte sie lieber wieder Zustände wie in den 50er Jahren zementieren.

Aber wie schon von einem Ratsmitglied aus der großen Koalition in einer öffentlichen Sitzung im März dieses Jahres zugegeben wurde, war ja der Grund für die Schließung der beiden Schulen nicht der demografische Wandel und nicht die damit angeblich verbundenen sinkenden Schülerzahlen, sondern gewollte Einsparungen für den ominösen Zukunftsvertrag.
In welche Richtung geht man eigentlich in die Zukunft? Mit Rückschritten wie diesem doch eher nicht.
Um bei Demografie zu bleiben: Es ist sehr traurig, dass unser Bürgermeister Dr. Gans die genaue Zahl der neu einzuschulenden Kinder nicht kennt. Er sprach in der besagten Sitzung noch von 44 Kindern und musste von kompetenter Seite darauf hingewiesen werden, dass der Berechnungsschlüssel für die Klassenbildung bereits zu diesem Zeitpunkt schon bei über 50 Kindern lag.
Schon sehr peinlich und mal wieder an den Tatsachen vorbei – schade.

Da der Fortbestand der Turnhallen durch die Schulschließungen ebenfalls betroffen ist, werden die Vereine, in denen eine vorbildliche Jugendarbeit geleistet wird, massiv ihrer Existenzgrundlage beraubt. Von Seiten der Stadt findet ja keine nennenswerte Jugendarbeit mehr statt.

Selbst die letzten Befürworter für die Hausbergschule dürften mittlerweile erkannt haben, wohin der übereilte und unselige Beschluss nunmehr führt.
Nicht ohne Grund wurden gleich zwei Klagen vor dem Verwaltungsgericht eingereicht. Diese Klagen sollen bewirken, dass der Ratsbeschluss aufgehoben wird und die Gestaltung der Schullandschaft in Bad Lauterberg neu überdacht und bewertet werden kann bzw. muss. Ziel ist es, dabei eine eventuelle Schließung von zwei Schulen und deren Turnhallen abzuwenden.
Eigentlich erschreckend, dass es soweit bei uns in Bad Lauterberg kommen musste.

„Eltern haften für ihre Kinder“ so steht es immer auf den Schildern an den Baustellen.
Die Schullandschaft in Bad Lauterberg ist eine einzige, riesige Baustelle geworden und sie birgt sehr große Gefahren in sich. Hier müsste „Eltern kämpft für eure Kinder!“ auf den Schildern stehen. Zwei Eltern tun dies und wir haben großen Respekt davor.

Auch die Interessengemeinschaft wird sich weiter engagieren, um für unsere Kinder in ganz Bad Lauterberg möglichst gute und moderne Rahmen-und Lernbedingungen zu schaffen, bzw. zu erhalten. Deshalb sind wir auch bereit, jede diesbezügliche Initiative zu unterstützen.
Wer die Initiativen und das Engagement auch finanziell unterstützen möchte, hier ein Spendenkonto dafür:

IG Grundschule der Zukunft
Harald Liebau
IBAN: DE 73263510153285073262 Sparkasse im Kreis Osterode

Fotos: Archiv Bernd Jackisch
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
44
Werner Mattern aus Bad Lauterberg im Harz | 25.04.2015 | 18:44  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.