Politik zum Mitmachen: Heiße Diskussionen in vollbesetztem Saal bei BI-Bürgerversammlung

v.l.n.r.: Klaus Richard Behling, Bernd Hausmann, Jon Döring und Markus Lau (Foto: BI Für Osterode)
 
Blick in die gut besuchte Bürgerversammlung (Foto: BI Für Osterode)
Bad Lauterberg. Heiß diskutiert wurde am vergangenen Mittwochabend (17.2.2016) im Hotel Riemann, als die Bürgerinitiative „Für Osterode“ e.V. (BI) zu ihrer Bürgerversammlung eingeladen hatte. Im gut besetzten Saal begrüßten die Vorsitzenden Bernd Hausmann und Klaus-Richard Behling alle Interessierten zum Auftakt einer Reihe von Informationsabenden, auf denen die Vertreter der BI sich ein genaues Bild von politischen Handlungsbedarfen in den einzelnen Orten machen will.

„Wir sind aus der Bewegung für eine Fusion der Landkreise Goslar und Osterode hervorgegangen“, erinnerte Behling an das Entstehen der an größtmöglicher Mitsprache und Bürgerbeteiligung orientierten Initiative, „leider sehen wir uns bei vielen Themenfeldern wie der Bildung, dem ÖPNV, der Sozialhilfebetreuung oder dem Tourismus in unseren Bedenken bestätigt. Wir haben rechtzeitig und begründet vor der von SPD und Grünen durchgepeitschte und von vielen als feindliche Übernahme durch das viel größere Göttingen empfundene Kreisfusion gewarnt.

Das deutlich reduzierte Kursangebot der fusionierten Volkshochschule an den Osteroder Standorten müsse wieder zielgruppen- und bedarfsgerecht ausgebaut werden, forderten die Anwesenden. Es sei nötig, neue Angebotsformen zu finden, die mehrere Zielgruppen gleichermaßen ansprechen, um die Auslastung der Kurse und das Kursangebot vor Ort zu sichern. Bildungsurlaube in Zusammenarbeit mit Hotels und Pensionen wurden ins Gespräch gebracht wie auch die stärkere Kooperation mit den Volkshochschulen in Nordhausen und Goslar sowie der TU Clausthal. Auch die Aufgabe des für Herzberg so wichtigen Esperanto-Angebotes wurde bedauert, da die aktuelle Berichterstattung zeige, wie positiv sich das Alleinstellungsmerkmal Esperanto auf den Tourismus auswirken könne. „Hier muss zumindest der Versuch eines gezielten und offensiven Marketings gemacht werden, bevor man sich sang- und klanglos aus diesem Alleinstellungsmerkmal verabschiedet“, so Bernd Hausmann.

Im Bereich des ÖPNV sahen die Anwesenden die Planungen der Stadt Osterode sehr kritisch, auf den Eco-Bus zu setzen. „Eine Wartezeit von 15 bis 20 Minuten auf einen im Internet oder Call Center zu bestellenden Bus ist im ländlichen Raum nicht akzeptabel und wird die Autofahrer nicht bewegen, auf den Eco-Bus umzusteigen“, so Bernd Hausmann, „in Göttingen sieht das wegen der Probleme bei der Parkplatzsuche möglicherweise anders aus. Aber wir suchen Lösungen für die Mobilitätsprobleme der Menschen hier vor Ort.“ Die Vertreter der BI befürchten ein finanzielles Desaster bei der Einführung dieses bislang nicht einmal im Probebetrieb befindlichen Verkehrssystems und wünschen sich Unterstützung für den von ihnen geplanten Bürgerbus mit ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern. „Vielleicht finden wir nach der Kommunalwahl andere Mehrheiten für unsere Vorschläge“, so Markus Lau von der BI.

Lau betonte auch, dass im Bereich der Feuerwehren und Rettungsdienste mehr Anerkennung für die ehrenamtlichen Kräfte geleistet werden müsse, was sich auch in größerer Unterstützung für die technische Ausstattung, beispielsweise beim Digitalfunk oder dem Fuhrpark, niederschlagen müsse: „Hier besteht großer Handlungsbedarf seitens der Politik“, so Lau.

Klaus-Richard Behling wies darauf hin, dass es gelungen sei, bei der Sozialhilfebetreuung, die fusionsbedingt reduziert werden wird, zumindest den Standort Bad Lauterberg als zweiten Standort im Kreisgebiet zu sichern. „Wünschenswert wäre jedoch, beispielsweise auch in Herzberg und anderen Orten weiterhin eine wohnortnahe Betreuung der Hilfesuchenden zu gewährleisten.“

In eigener Sache wünscht sich die BI, dass sich vor allem mehr Frauen für ihre politische Arbeit interessieren: „Wir wissen um den Spagat zwischen Beruf und Familie, den Frauen zu bewältigen haben“, so Döring, „aber wir wissen auch, dass man aus dieser Perspektive viele politische Vorschläge entwickeln kann, die im Bereich eines familienfreundlichen Landkreises den Alltag entlasten könnten. Deswegen unser Appell an alle interessierten Harzerinnen: Kommen Sie zu unseren Treffen, und bringen Sie sich in unserem Team ein! Vorhandene Kinder sind kein Hinderungsgrund, sie können gerne mitgebracht werden.“ Die nächste Bürgerversammlung findet am Montag, 14. März, um 19 Uhr in Herzberg statt, der Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben.

BI Für Osterode e.V. 18.02.2016

Kontakt:
Bernd Hausmann
1. Vorsitzender
(05327) 4603
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