Leserbrief zu den Pressemeldungen "Unverhoffter Geldsegen" und "Letzmalig Förderung der Jugendarbeit"

BI-Ratsherr und Kreistagsabgeordneter Klaus Richard Behling

Bad Lauterberg. Ein unverhoffter Geldsegen überrascht die Stadt Bad Lauterberg. Belohnung für die schmerzhaften Anstrengungen. Freude und verdiente Anerkennung.

Es klingt, wie aus einem Sommermärchen. Aber: Wer wird denn für was belohnt ? Diese Frage stellt sich. Sicherlich nur bedingt die Einwohnerinnen und Einwohner der Kneippstadt. Die werden von den kommenden Geldmitteln am wenigsten merken, denn neun von den avisierten neuneinhalb Millionen Euro Entschuldungshilfe und auch die zusätzliche Bedarfszuweisung des Landes, werden ausschließlich zur Schuldendeckung, also zum Stopfen schwarzer Löcher, verwendet werden dürfen. Die Last des hierfür vom Rat verabschiedeten Sparpakets tragen überwiegend die Bürger. Wegfall der Förderung der Jugendarbeit, Streichung der Stelle des hauptamtlichen Jugendpflegers, Wegfall der Stelle der Gleichstellungsbeauftragten, Erhöhung der Parkgebühren auf öffentlichen Parkplätzen, steigende Grund- und Anliegergebühren, sowie eine weitere Anzahl von Maßnahmen, deren erhofftes Sparpotential sicherlich noch einmal auf den Prüfstand gestellt werden könnte. Aus meiner Sicht ist es schade, dass man sich hinsichtlich einer Handlungsoption leider schon sehr früh für eine „ Einbahnstraße“ entschieden hat. In Anbetracht der momentanen Zinsentwicklung kann ich mir eher nicht vorstellen, dass das Argument Zinsersparnis derzeit von herausragender Bedeutung sein dürfte. Froh bin ich darüber, dass es offenbar der Opposition im Bad Lauterberger Stadtrat doch noch gelungen ist, den Rat davon zu überzeugen, die Mittel für Jugendförderung nicht sofort zu kappen, sondern diese den Vereinen und Verbänden noch einmal zur Verfügung zu stellen. Kommendes Jahr wird dies leider nicht mehr der Fall sein. Bei allem ist mir durchaus bewusst, wie wichtig es ist zu sparen. Natürlich muss das Ziel ein ausgeglichener Haushalt sein. Aber bitte mit Augenmaß und Mitnahme der Bürgerinnen und Bürger. Dieses Sparpaket war schon geschnürt, bevor überhaupt darüber diskutiert werden konnte. Mehr Transparenz hätte sicherlich auch mehr Akzeptanz in der Bürgerschaft hervorgerufen. Ja, sparen ist natürlich ein Weg die Kassenliquidität zu verbessern. Daher erscheint mir das Vorhaben unserer Stadtverwaltung, eine unbesetzte Stelle neu im Bereich Öffentlichkeitsarbeit/Controlling wiederbesetzten zu wollen ( siehe öffentliche Stellenausschreibung ), durchaus als weiterhin erklärungsbedürftig. Wo bleibt da der immer wieder erwähnte Spargedanke in Hinsicht auf die Ziele des Sparpakets ?

Klaus-Richard Behling,
Bad Lauterberg

Foto: Archiv Bernd Jackisch
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