Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - GEW - Kreisdelegierten-Versammlung - Stadt Bad Lauterberg beratungsresistent

Scharzfeld. Bei der Kreisdelegiertenversammlung (29.2.2016) der Bildungsgewerkschaft GEW im „Harzer Hof“ in Scharzfeld berichtete der Vorsitzende Arne Gruppe, dass der Kreisverband Osterode eine gut besuchte Schulung der Personalrats-Wahlvorstände, eine Tagesfahrt nach Hamburg sowie wieder mit großem Erfolg die schon zur Tradition gewordene GEW-Rock-Party in der Wartbergschule veranstaltet habe. Zudem sei die Kreis-GEW bei der Demonstration gegen das TTIP-Abkommen in Berlin präsent gewesen.

Außerdem beteiligten sich drei Schulen in unserem Landkreis an der Studie der Landes-GEW zur Erfassung der Lehrerarbeitszeit. In der Diskussion zeigte man sich skeptisch, ob sich die kürzlich verbreitete „Bertelsmann-Telekom-Studie“, die eine hochgradige Berufszufriedenheit der Pädagogen ermittelt haben will, bestätigen wird. Als befremdlich wurde nicht nur empfunden, dass große Unternehmen Stiftungen ins Leben rufen, um damit allen Bürgern Steuern zu entziehen, Studien zu bestellen und zu finanzieren und in der Folge Meinungsführerschaft zu beanspruchen. Auch dass Presseagenturen und viele Blätter die scheinbar wissenschaftlichen Erkenntnisse solcher Unternehmensableger unreflektiert abdruckten, sei keine gute Entwicklung. Es wurden aufgrund von persönlichen Erfahrungen der Lehrkräfte erhebliche Zweifel laut und die Untersuchungsmethode kritisch hinterfragt.

Als großes Problem benannten Arne Gruppes Vorstandskollegen den niedersachsenweiten Mangel insbesondere an Förder- und Hauptschullehrkräften. Bei uns am Südrand des Landes wirke sich der Mangel besonders gravierend aus, so dass etliche Lehrkräfte aus dem Raum Kassel täglich in den Landkreis Osterode pendelten und Schulen dennoch notorisch unterversorgt blieben.

Auf eine veränderte Landesgesetzgebung geht Arne Gruppe zufolge der auf Unverständnis stoßende veränderte Modus bei den Personalratswahlen zurück. Die GEW treffe keine Schuld an der Abschaffung der fachgruppenbezogenen Wahlen, sondern werde eher unter dem neuen Wahlmodus zu leiden haben, erklärte er.

Bei den Hilfen für Flüchtlinge, so berichteten mehrere Teilnehmer, gebe es auf Orts-Ebene vielfältige Aktivitäten wie Deutschunterricht und Patenschaften, die von der GEW, besonders durch die aktive Arbeit pensionierter Lehrkräfte, mitgetragen würden, es mangele aber noch an guter Koordination über die lokale Ebene hinaus. Durch praktisches Tun machten in unserer Region viele Bürger Flüchtlingen spürbar, willkommen zu sein. Als umso grotesker wurde es daher einhellig empfunden, dass Thüringer Touristen aus dem Neonazi-Dunstkreis am Wochenende nun auch in unserer Region, in Bad Lauterberg, sich martialisch breit machen wollten.

In der Debatte sorgten schließlich wiederholte Äußerungen des GEW-Landesvorsitzenden Eberhard Brandt gegen die Existenz kleiner Schulen für heftigen Widerspruch. Brandt habe dazu, gerade im Grundschulbereich, weder die Sachkompetenz noch die Berechtigung. Die Planungshoheit liege nach wie vor und meist völlig zu Recht bei den Kommunen, auch wenn diese in manchen Einzelfällen wie in Bad Lauterberg beratungsresistent agierten und ihre Gestaltungsmöglichkeiten mit bürgerfernem Aktivismus verschleuderten.
Im öffentlichen Teil stellten Bernd Lüdke und Ulrike Zimmer vom Projektbüro „KomServ“, das Schüler, Lehrer, Ärzte und Krankenpflegepersonal berät und weiterbildet, zwei Konzeptprogramme vor. Übungen daraus wurden mit den Teilnehmern praktisch erprobt. Näheres zu den Aktivitäten des Projektbüros unter www.daa-goettingen.de

Wahlen: Der stellvertretende Kreisvorsitzende Jan Kristen sowie Pressewart Walter Ziegler wurden einhellig wiedergewählt, Volker Stichnoth wurde zum 2. Kassenprüfer bestellt.
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