634. Newsletter Südharzstrecke - Thesenpapier zu ÖPNV und Tourismus im Harz und im Harzvorland - Stadtbus Goslar

Nahverkehrszug am Haltepunkt Bad Lauterberg-Barbis
Hallo liebe Eisenbahn-, ÖPNV- und SPNV-Interessierte!

1. Walkenried: Thesenpapier zu ÖPNV und Tourismus im Harz und im Harzvorland (Stand 14.06.2015)

Die Chancen, welche ein gut ausgebauter ÖPNV für den Harzer Tourismus bietet, werden im Allgemeinen unterschätzt. Dabei zeigen andere Regionen, dass mit einer guten Erreichbarkeit und vor allem mit einem gut ausgebauten und transparenten Angebot vor Ort sehr viele Urlauber überzeugt und begeistert werden können. Zum unumwunden zu konstatierenden Nachholbedarf des Harzes kommt erschwerend die Aufsplitterung von Angebots- und Fahrpreisgestaltung auf drei Bundesländer und insgesamt fünf Zweckverbände bzw. Verkehrsträger hinzu, die zum Teil erheblich voneinander abweichende Ziele verfolgen.
1. Erreichbarkeit mittels Fernverkehr
Das Schicksal, keine direkten, umsteigefreien Fernzugverbindungen aus den Ballungsräumen mehr zu haben, teilt der Harz mit einigen, aber nicht allen Urlaubsgebieten. Die Nord- und Ostseeküste und die Alpen haben diese Verbindungen noch. Während die übrigen Regionen immerhin mittels Fernbussen gut angebunden sind, fallen diese Verbindungen für den Harz ausgesprochen dürftig aus. Teilweise befinden sich die Unternehmen bereits wieder auf dem Rückzug. Durchgehende Züge zu fordern, ist selbst in Anbetracht eines gewissen bei der DB Fernverkehr zu beobachtenden Umdenkens illusorisch. Umso wichtiger ist es, die - in punkto Häufigkeit und Schnelligkeit durchaus gute! – Anbindung des Harzes von überflüssigen Umsteigevorgängen zu befreien und damit für den Fahrgast stabiler zu machen. Dies sollen einige kostenneutrale Beispiele erläutern:
• Durchbindung der „metronom“-Züge Hamburg – Uelzen – Hannover – Kreiensen – Northeim – Göttingen, Wegfall des Umsteigens in Uelzen
• Zusammenführung der ErixX-Triebwagen Uelzen – Braunschweig mit denen der Strecke Braunschweig – Goslar/Bad Harzburg, Wegfall des Umsteigens in Braunschweig Hbf
• „Flügelung“ der ErixX-Triebwagen nach Goslar und Bad Harzburg, Wegfall des Umsteigens in Vienenburg (ist geplant)
• Durchbindung der DB-Triebwagen Bodenfelde – Northeim – Nordhausen, Wegfall des Umsteigens in Northeim (hier gibt es noch Lücken)
• Durchbindung der NWB-Triebwagen Paderborn – Ottbergen – Göttingen, Wegfall des Umsteigens in Ottbergen (ist für 2016 geplant)
Umsteigeanschlüsse u.a. in Göttingen müssen unbedingt zuverlässiger werden, damit die Kunden nicht abgeschreckt werden. So kommt es leider häufig vor, dass der verspätete ICE aus Frankfurt von den Regionalbahnen nach Herzberg – Nordhausen nicht abgewartet wird. Bauliche Maßnahmen (Bodenfelde) müssen die verbleibenden Umsteigevorgänge erleichtern.
Es muss möglich sein, die Knotenpunkte des Harzrandes aus allen wesentlichen Ballungsräumen mit maximal einem, bestenfalls zwei zuverlässigen Umsteigevorgängen zu erreichen. Hierzu kann auch die Rückverlegung von IC-Halten nach Northeim und Kreiensen beitragen!
2. Infrastruktur und Fahrplangestaltung
Von den Harzrandknoten muss die Weiterreise in den Harz an allen Wochentagen hinein anschlussmäßig möglich sein. Die entsprechenden Anschlüsse müssen in den gedruckten Fahrplanmedien gut erkennbar und in den elektronischen Fahrplanmedien vollständig enthalten sein. Punktuell muss das Umsteigen an den Knotenpunkten erleichtert werden. Die Busanschlüsse müssen auch auf den Monitoren in den Zügen angezeigt werden. Schwachpunkte sind u.a. (noch?) Gittelde-Bad Grund (weite Wege, Schrankenschließzeiten) und Langelsheim (Weg Kreiensen – Innerstetal praktisch nur mit Umweg über Goslar möglich).
Im Harzinneren bedarf die Situation in Braunlage einer kundenfreundlichen Lösung (Buslinien fahren unterschiedliche Haltestellen an). Die Ausstattung wichtiger Innenstadt-Haltestellen (von-Langen-Straße) ist sehr schlecht.
Es sollte darüber nachgedacht werden, ob im Westharz nicht wieder durchgehende Linien eingerichtet werden können. Auch dies wäre kostenneutral machbar, da die Zusammenführung von Umläufen keineswegs mehr Fahrzeuge erfordert. Als Beispiele mögen gelten
• Herzberg – St. Andreasberg – Clausthal-Zellerfeld – Goslar (derzeit Umsteigen in St. Andreasberg erforderlich)
• Osterode – Clausthal-Zellerfeld – Goslar (derzeit Umsteigen in Clausthal-Zellerfeld erforderlich)
Man sollte berücksichtigen, dass jeder Umsteigevorgang Fahrgäste mit geringer Ortskenntnis eher abschreckt. Die Tarifgrenze VRB/VSN und die unterschiedliche Zuständigkeit der Zweckverbände schließen durchgehende Umläufe keineswegs aus.
3. Fahrpreisgestaltung
Wie man es für Urlaubsgäste macht, führt uns der Schwarzwald mit der KONUS-Karte vor, die dort überall und nicht nur – wie HATIX – in bestimmten Landkreisen gilt.
Hier gibt es im Harz den wohl größten Nachholbedarf. Die Strukturen sind völlig undurchsichtig. Im Ostharz gibt es die kostenlose Mitnahme (HATIX, allerdings nicht im Zug und nicht in den HSB), im Westharz die Urlauberkarte, die jedoch nicht wirklich vermarktet wird, obgleich sie ein durchaus brauchbares Angebot darstellt. Sie wird allerdings im „Übergangstarif Harz“ ausgegeben und gilt ebenfalls nicht in den Zügen. Generell ist der „Übergangstarif Harz“ im Zug nicht gültig. Gäste mit wenig Tariferfahrung und/oder Kenntnis über Ländergrenzen (!) werden hier ungewollt zu Schwarzfahrern.
Sinnvoll und daher mittelfristig anzustreben wäre die Ausdehnung von HATIX auch auf den Westharz. Bis dahin sollte die vorhandene Urlauberkarte aktiv beworben und verkauft werden. Auch sollte man sie flexibler gestalten (3 Tage gültig, aber bitte nicht an 3 Tagen hintereinander, sondern an 3 auszuwählenden Tagen).
4. Information
Auch dies ist leider ein dunkler Punkt. Die gedruckten Fahrpläne enden an den Landes- und Verbundgrenzen, soweit es sie denn überhaupt noch gibt. Anschlussangaben sind bei den Busfahrern kaum zu bekommen („kenne mich da nicht so aus“). Das positive Beispiel „Mein Fahrplan für den Harz“, kostenlos und in hoher Auflage vertrieben, gilt trotz des Namens nur für den Landkreis Harz. Es gibt dort zwar Anzeigen Westharzer Betriebe, aber nicht eine einzige Bus- oder Zugverbindung dieser Region. Es gibt nicht einmal eine den ganzen Harz abdeckende Karte mit allen eingezeichneten Linien. Hier wäre auch im (bescheidenen) Ist-Zustand eine rasche Verbesserung möglich.
Auf das „Harz-Kursbuch“ sei allerdings hingewiesen. Gäbe es eine den gesamten Harz erfassende Karte mit allen Linien, könnte sie als Beilage auch hierfür verwendet werden.
Michael Reinboth

2. Harzkursbuch: Aktualisierung vom Stadtbus Goslar (Stand 14.06.2015)

Der Stadtbus Goslar fährt seit dem 12.04.2015 nach einem geänderten Fahrplan. Auf einigen Linien (u.a. zum Bergbaumuseum) wird häufiger gefahren. Die entsprechenden Seiten wurden im Harzkursbuch unter http://www.suedharzstrecke.de/downloads/Harzkursbu... geändert.
Michael Reinboth

Viele Grüße
Burkhard Breme

Initiative "Höchste Eisenbahn für den Südharz"
37431 Bad Lauterberg

E-Mail: burkhard.breme@suedharzstrecke.de
Internet: http://www.suedharzstrecke.de
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