THW-Helfervereinigung Bad Lauterberg stellte sich vor

Der Vorsitzende der THW-Helfervereinigung Klaus Richard Behling(re.) begrüßte im Beisein des Bad Lauterberger THW-Ortsbeauftragten Ralf Hoffmann die Besucher des Aktionstages.
 
Schon am frühen Nachmittag waren zahlreiche Interessierte zur THW-Helfervereinigung gekommen.
 
Der „Waldarbeiter-Instrumental-Musikverein St. Andreasberg“ unter der Stabführung Karl-Heinz Plosteiner unterhielt am Nachmittag die Gäste mit einem zünftigen Blasmusikkonzert.

Fördermitglieder sind willkommen – „Helfen Sie uns Helfen“


Bad Lauterberg. Seit mehr als 60 Jahren ist das THW täglich in Deutschland im Einsatz, um technische Hilfe zu leisten – angefangen bei Unglücken wie der Sturmflut in Hamburg, dem Grubenunglück von Lengede in den sechziger Jahren, über die Hochwasser an der Elbe und Oder zur Jahrtausendwende bis hinzu zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs. Aber auch humanitäre Hilfeleistungen im Ausland, so der Vorsitzende der THW-Helfervereinigung Bad Lauterberg Klaus Richard Behling am vergangenen Samstag (12.09.2015) bei seiner Ansprache zur Eröffnung der großen Öffentlichkeitveranstaltung zur Vorstellung der THW-Helfervereinigung, markieren den Weg, sich mit freiwilligen Helferinnen und Helfern zum Schutz der Bevölkerung und für die notleidende Menschen zu engagieren. Sowohl nach Dürreperioden, Bürgerkriegen und Erdbeben in Afrika, Europa und Südamerika oder nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien kam die Hilfsorganisation zum Einsatz. Von der französischen Bevölkerung, so der Vorsitzende der Helfervereinigung in seiner Ansprache weiter, erhielten die Helferinnen und Helfer im Jahr 1999 bei der Beseitigung der Schäden vom Orkan „Lothar“ den Namen „Blaue Engel“. Erstmalig in der Geschichte des THW wurde im Jahr 2005 nach dem Hurrikan „Katarina“ auch in den USA technische Hilfe geleistet, ebenso nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti, wo unter anderem Trinkwasser für die notleidende Bevölkerung aufbereitet wurde. Aktuell, so Behling, sind in allen Bundesländern THW-Helfer in der Flüchtlingshilfe tätig um für die zunehmende Zahl von Ankömmlingen aus den Krisengebieten Erstaufnahmestellen und Notunterkünfte einzurichten und auszubauen. Um diese vielfältigen Aufgaben bewältigen zu können, werden stets gut ausgebildete und ausgerüstete Helferinnen und Helfer benötigt. Diese werden besonders vor Ort von den THW-Helfervereinigungen gefördert. Deshalb, so der Vorsitzende der THW-Helfervereinigung Klaus Richard Behling, sollte ein jeder einmal über eine Fördermitgliedschaft unter dem Motto: „Helfen Sie uns Helfen“ in der Helfervereinigung Bad Lauterberg nachdenken.

Der Einladung zur Vorstellung der THW-Helfervereinigung waren bei herrlich warmen Sommerwetter nicht nur zahlreiche Bürger und Fördermitglieder der THW Helfervereinigung gefolgt, gekommen waren auch Vertreter der Feuerwehren, von DRK, DLRG, Reservisten und Rettungshundeverein Bad Lauterberg. Besonders begrüßen konnte Klaus Richard Behling zusammen mit dem THW-Ortsbeauftragten Ralf Hoffmann auch den stellvertretenden THW-Bundessprecher Bernd Balzer, von der THW-Geschäftsstelle Göttingen den „Sachbearbeiter Einsatz“ Mike Bremer sowie mehrere interessierte Stadt-und Kreistagsabgeordnete. Während Uwe Bierwirth die Veranstaltung tontechnisch begleitete und musikalisch umrahmte, bot zur Freude der Gäste der „Waldarbeiter-Instrumental-Musikverein St. Andreasberg“ am Nachmittag unter der Stabführung Karl-Heinz Plosteiner ein zünftiges Blasmusikkonzert.

Im Mittelpunkt des informativen des Tages standen das sehr breit gefächerte Aufgabengebiet der ehrenamtlichen THW-Helfer sowie deren große technische Ausstattung. So hatten die Helferinnen und Helfer des THW-Ortsverbandes Bad Lauterberg keine Mühen gescheut und fast die gesamte technische Beladung der Gerätekraftwagen übersichtlich außerhalb der Fahrzeuge angeordnet. Natürlich erläuterten die THW-Helfer auch deren Einsatzmöglichkeiten bei den Bergungsgruppen, z.B. deren Möglichkeiten zur Unterstützung der örtlichen Gefahrenabwehr. Natürlich konnte das Equipment auch einmal ausprobiert werden. Mit Hydraulikhebern konnten so schnell einmal zentnerschwere Betonteile mühelos angehoben werden. Auch die zum Ortsverband Bad Lauterberg gehörende Fachgruppe „Elektroversorgung“ zeigte ihre 175 KVA Netzersatzanlage, verschiedene Notstromaggregate, Powermoons zum Ausleuchten von Einsatzstellen sowie das dazugehörige Einsatzfahrzeug. Auf besonders großes Zuschauerinteresse stieß das Einsatz-Sicherungssystem (ESS), welches Helfer des THW Ortsverbandes Northeim in Aktion vorstellten. Wie die Truppführer Marcel Böker und Michael Thiemann dazu erläuterten, kommt hierbei ein von Katasterämtern zur Landvermessung eingesetztes hochpräzises computergekoppeltes „Tachymeter“ zum Einsatz, welches einen Wert um 100.000 € darstellt. Dieses System dient unter anderem zur Absicherung von einsturzgefährdeten Bauwerken, brennenden Gebäuden, Trümmerkegeln, Überwachung von Hanglagen, usw. Auch ist die Überwachung von Deichen auf mehreren Kilometer möglich, wobei zum Beispiel Veränderungen auf drei Kilometer mit einer Genauigkeit von 0,3 mm dargestellt und erfasst werden können. Da zu dem Personal des ESS auch ein gemeinsamer Baufachberatertrupp der Kreisfeuerwehr Northeim gehört, kann dieses auch bei Großbränden angefordert werden, um so Einsatzkräfte frühzeitig vor einem möglichen Gebäudeeinsturz zu warnen.

Nicht zu kurz kamen bei der hervorragend organisierten und ausgestalteten Veranstaltung auch nicht die jüngsten Besucher. Die THW-Jugendgruppe, die Mitglieder im Alter zwischen 10 und 16 Jahren aufnimmt, hatte in einer Fahrzeughalle einen zünftigen Bobby-Car-Parcours aufgebaut, auf dem sich lautstark die Jüngsten spannende Rennen lieferten. Für Abwechslung sorgte weiterhin auch der im Mai 2013 gegründete Rettungshundeverein Bad Lauterberg e.V. Die Vereinsvorsitzende Beate Rippa zeigte zusammen mit Elke Carl und dem angehenden Rettungshund „Flocke“ die Technik der Personensuche. Zudem erläuterte die Vorsitzende die Aus- und Weiterbildung von Hund und Hundeführer zu einem einsatzfähigen Rettungshundeteam, dessen Ziel eine einsatzfähige Rettungshundestaffel zur Rettung von Menschenleben ist. Inzwischen, so Beate Rippa, ist der anerkannt gemeinnützige Verein, seit März dieses Jahres Vollmitglied im Bundesverband zertifizierter Rettungshundestaffeln e. V.
Bei gemütlichen Gesprächen, kühlen Getränken und Spezialitäten vom Grill ging erst gegen Abend der gut besuchte und gelungene Aktionstag des THW Bad Lauterberg zu Ende.

Text und Fotos: Bernd Jackisch
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