Mit Dudelsack und Morgenstern

Tagebuchnotiz zum Mittelalterstadtfest von Bad Langensalza
Die ganze Kernstadt ist bunt geschmückt, als der Bürgermeister in prächtigem Ornat vom Balkon des Rathauses aus die dicht gedrängt stehenden Gäste begrüßt. In allen Gassen herrscht fröhliches Treiben, bieten Gewürzkrämer, Töpfer und Filzer ihre Waren feil; Hexen und hoch herausragende Stelzenläufer beleben das Geschehen; auf dem Platz neben der hell strahlenden Marktkirche sind Ritterspiele zu sehen.
Und dann dieser Duft von Ölen , Räucherwerk und frischem Fladenbrot,
der näselnde Gesang von Dudelsäcken und die Melodien anderer uns
völlig unbekannter Instrumente!
Unübersehbar die große Anzahl der Festteilnehmer, die durch die Gassen drängen, sich auf bereitgestellten, aus Holz gezimmerten Hockern niederlassen. Viele der ins abgesperrte Zentrum Strömenden ( Kinder unter Schwertgröße werden von den Wachen ohne Eintritt durchgelassen) tragen mittelalterliche Feiertagstrachten, die sie sich in der städtischen Schneiderstube ausgeliehen haben.
Ein weitgereister Gast, der neben mir an einem der aufgebockten Holztische Platz genommen hat und aus irdenem Geschirr seinen Met schlürft, stellt mit wohliger Zufriedenheit fest: „ Hier kannst du die ganze Welt vergesse! Nächst`s Jahr bin ich wieder dabei. Und bringe noch ein paar Frankfurter Freunde mit...“

Die Zahl der Gäste des jeweiligen Festes ist inzwischen weitaus größer als die der gesamten Einwohnerschaft von Bad Langensalza.
Wenn das kein Grund zum Optimismus ist!
Rudolf Pöhlig


P.S. : Das nächste Mittelalterfest findet in Bad langensalza wie alljährlich am letzten Wochenende im August statt.
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