GLOCKENTÖNE

„Wenn im Turm die Glocken läuten, kann das vielerlei bedeuten...“
An Taufe, Hochzeit, Beerdigung und noch einiges mehr hat Erich Kästner
in seinem Gedicht „Es läuten die Glocken“ gedacht. Weihnachten hat er nicht erwähnt. Und dabei ist das mit Sicherheit die Zeit im Jahr, wo am meisten gebimmelt wird. Von tonnenschweren Domglocken ( Kaiser Josef II. hat sie mal „die Artillerie der Geistlichkeit“ genannt) bis zu silberhellen Christbaumglöckchen kannst du alles vernehmen.
Am bekanntesten sind natürlich die bronzenen Kirchenglocken, die in jeder größeren Gemeinde anzutreffen sind und die in einem recht komplizierten Verfahren gegossen wurden. Der Weimarer Friedrich Schiller hat im „Lied von der Glocke“ detailliert geschildert, wie so was vonstatten geht. Und er hatte sich, bevor er sein berühmtes Gedicht schrieb, genauestens über den Ablauf des Geschehens informiert. In der Nachbarstadt Apolda, die damals schon als das Mekka des deutschen Glockengusses galt.
Bei weitem nicht so aufwendig wie der Guss von Bronzeglocken ist die Herstellung von Glocken aus Porzellan. Dafür kommt auch deren Klangvolumen längst nicht an das ihrer metallenen Schwestern heran. Da sie aber zumeist bei Glockenspielen, also in Gemeinschaft, auftreten, stört dieses Manko nicht.
Es gibt natürlich auch Gebilde, die nur ihrer Form wegen den Namen Glocke tragen und kaum oder niemals irgendeinen Ton von sich geben: Käseglocke, Dunstglocke, Glockenrock und andere gehören in diese Kategorie.
Wenn von Glockentönen die Rede ist, darf man keinesfalls die seit dem vergangenen Jahrhundert immer öfter in Tonkonserven verpackten vergessen. Besonders während der Adventszeit spielen sie eine immense Rolle. In allen Kaufhäusern und auf Märkten wird dir vorgedudelt, dass zur Weihnachtszeit die Glocken besonders „süß“ klingen (und, falls es sich um Exemplare aus Schokolade oder Marzipan handelt, ganz gewiss auch so schmecken).
Die schönsten Glöckchen,unbestritten, findet man alle Jahre wieder an geschmückten Tannenbäumen. Manche erklingen sogar, wenn man sie bewegt. Besonders groß dürfte das Gebimmel werden, wenn eine übermütige Hauskatze den Weihnachtsbaum umschmeißt. Das soll schon dann und wann mal vorgekommen sein. Aber so was hängt natürlich kein Mensch an die große Glocke!
Rudolf Pöhlig
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