TINA: Chance für ältere Arbeitslose und den Tourismus

von Winfried Kippenberg aus Bad Grund (Harz) | am 11.08.2009 | 299 mal gelesen | 1 Kommentar | 0 Bildkommentare | 2 Bilder
Vor der neuen Andachthalle im Friedwald Bad Sachsa
 

Osterode, 11. August 2009 (lko/kip) TINA ist der abgekürzte Name der Initiative „Touristische Infrastruktur und Naherholung“, mit der das Job-Center des Landkreises Osterode am Harz ältere Langzeitarbeitslose wieder fit für den Arbeitsmarkt machen will. TINA läuft im Rahmen des durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten regionalen Beschäftigungspaktes „50 plus – Erfahrung zählt“. Hier arbeiten die Landkreise Göttingen und Osterode sowie die ARGEN Northeim, Hildesheim und Holzminden zusammen daran, ältere Langzeitarbeitslose nachhaltig in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. In diesem Zusammenhang hat sich das Tourismus-Beschäftigungsprojekt TINA bereits in Göttingen und Northeim bewährt und wird nun auch zur Chance für ältere Erwerbslose im Landkreis Osterode am Harz: TINA wird gerade diese am Arbeitsmarkt benachteiligte Gruppe in regelmäßige Arbeitsabläufe einbinden, zielgerichtet qualifizieren und sozialpädagogisch begleiten. Dabei wird auf wertvollen Kompetenzen und Erfahrungen der Älteren aufgebaut, werden Eigenverantwortung, Selbstwertgefühl und Motivation gestärkt.

Im Landkreis Osterode am Harz bedeutet TINA derzeit, dass 12 ältere Teilnehmer ein Jahr lang im Bereich des Forstamtes Bad Lauterberg im Harz mit Aufträgen im öffentlichen Interesse beschäftigt sind. Seit dem 1. Juni arbeiten sie im Friedwald in Bad Sachsa und bauen dort einen überdachten Andachtsplatz, womit sie den Angehörigen der Verstorbenen auch bei schlechtem Wetter einen würdigen Abschied von ihren Lieben ermöglichen. Dank der guten Zusammenarbeit zwischen der Werk-statt-Schule Osterode am Harz als Maßnahmeträger und dem Forstamt Bad Lauterberg mit seinem engagierten Leiter Dr. Hubertus Köhler ist für die Zukunft vieles geplant, was die touristische Infrastruktur rund um Bad Lauterberg verbessert – wie z.B. Wander- und Radwege ausbauen, Hinweistafeln aufstellen, Markierungen anbringen oder Schutzhütten errichten. Auch wenn die praktische Arbeit Spaß macht: Auf dem Arbeitsmarkt kann nur bestehen, wer über entsprechende Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügt. Deshalb werden die gemeinnützigen Arbeiten in der Natur von Qualifizierungsmaßnahmen begleitet: Ob Motorsägenschein, Computerschulung oder Bewerbungstraining – Ziel ist die Wiedereingliederung der Teilnehmer in das Erwerbsleben.

In Zusammenarbeit mit engagierten gemeinnützigen Einrichtungen könnte TINA im Landkreis Osterode am Harz ausgeweitet werden, um landkreisweit naturverbundene Erholung zu fördern. Gleichzeitig würden Vereine, Bürgerinitiativen und Gemeinden den Teilnehmern die Chance geben, wieder am Arbeitsleben teilzunehmen, ihre berufspraktischen Erfahrungen aufzufrischen, Lethargie abzuschütteln und soziale Kompetenzen zu trainieren.

Ingo Hoffmann, Projektmanager im Job-Center des Landkreises Osterode am Harz, zeigt sich zufrieden: „TINA hat einen doppelten Effekt: Das Projekt bietet eine sinnvolle Beschäftigung für die Teilnehmer, während die Ergebnisse gleichzeitig die touristische Attraktivität des Landkreises steigern.“ Das Engagement der Teilnehmer und die Zufriedenheit der Auftraggeber bestätigen diese Meinung. Die Männer haben Spaß an den sichtbaren Ergebnissen ihrer Arbeit und werden von Arbeitsanleiter Thomas Kiehne ausdrücklich gelobt: „Über mangelnden Arbeitswillen unserer Teilnehmer können wir uns wirklich nicht beklagen. Fehltage oder zusätzliche Schonpausen – so etwas gibt es hier nicht. Jeder bringt bereitwillig seine langjährigen Erfahrungen in die Arbeit ein.“

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Andreas aus Niedersachsen aus Laatzen am 11.08.2009 um 22:31 Uhr  
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