Kirche in Not?

Copyright Werner Jung Rechenstausee

Liebe Karola,
vielen Dank für Deinen Kommentar.
Der Bildtitel war als Methapher für die Situation der Kirche gemeint.
Nun zum Kirchturm von Altgraun.
Ein Augenzeuge schreibt: "Graun liegt in den letzten Zügen (1950).
Wie bei einem Todkranken stirbt Glied für Glied ab.
Tag für Tag dringt das Wasser weiter vor.
Tag für Tag erdröhnen die Sprengungen,
und sobald sich der Rauch verzogen hat,
ist wieder ein Haus in sich zusammengesunken..." (aus dem Internet- keine Quellenangabe)
Vor der Seestauung des Rechenstausees hatte das Dorf 700 Einwohner. Die meisten Bewohner lebten von der Landwirtschaft. Die Kirche wurde bis auf den 600 Jahre alten Kirchturm gesprengt. Das ist wahrlich eine traurige Geschichte!
Werner
Ich danke dir ganz herzlich für deine Erläuterung! Hoffentlich bleibt er Kirchturm noch viele Jahre erhalten, den Menschen zur Mahnung!!!!
Zu deiner Metapher: Ja, die Kirche liegt womöglich in den letzten Zügen. So wie dieses Dorf auf dem Bild. Unmoral und Verwerflichkeit hat sich breit gemacht, dabei sollte doch gerade die Kirche ein friedlicher, Trost spendender, sicherer Ort sein.
Grandioses Bild... auch als Seitenhieb gut geeignet ;)
> "Tag für Tag dringt das Wasser weiter vor.
Tag für Tag erdröhnen die Sprengungen,
und sobald sich der Rauch verzogen hat,
ist wieder ein Haus in sich zusammengesunken..."
Und alles für den Ökostrom... und da meckern die Ökos immer über den Tagebau und lassen selbst Dörfer absaufen und sprengen sogar Kirchen für ihren ideologischen Kreuzzug, ts, ts, ts... *fiesschmunzel*
Liebe Karola, lieber Andreas,
danke für die ausführlichen und inhaltlich wertvollen Kommentare.
Der Zeitzeuge erzählt weiter:
Den Menschen war furchtbar weh ums Herz, sie mussten mitansehen, wie ihr Heimatort,
Stück für Stück langsam dahinstarb.
Sie sahen ihr Haus, in dem sie ihre Kindheit verbracht hatten, ein letztes Mal. Es war leer, keine Blume am Fenster.
Diese Fenster blickten wie aus müden traurigen Augen ins Leere. Die Menschen schauten ein letztes Mal zu ihrem Haus, als drückten sie ihm noch einmal die Hand.
In Gedanken gingen sie noch einmal durchs Haus, lebten all die schönen Erinnerungen
noch einmal auf, und dann... ein dumpfer Knall und nur mehr ein Trümmerhaufen."
(Aus dem Internet- ohne Quellenangabe)
Werner
Ein Bericht der zum Nachdenken anregt. Kirche in Not, leider ja. Aber warum ? Der Hauptgrund ist in meinen Augen die Tatsache, dass sich die Verantwortlichen Menschen in der Kirche nicht mehr um ihre Hauptaufgabe kümmern. Die Hauptaufgabe ist die Seelsorge !!
Und schnell noch eine nachdenkenswerte Ergänzung:
Am 23. Juli 1950 sollte die Kirche gesprengt werden. An einem Sonntag!
100 Bohrlöcher mit Sprengladungen waren angebracht. Die Kirche fiel jedoch nicht. Nur ein Stück der Sakristei wurde weggerissen. 4 weitere Tage benötigte man zur Beseitigung des Kirchenschiffes.
Werner
Danke, lieber Christoph,
Du bringst es auf den Punkt. Seelsorge hat etwas mit Seele zu tun.
Werner
Warum mußte sie denn überhaupt gesprengt werden,wenn man sie nach der Überschwemmung doch nicht mehr sieht.
Liebe Ingeborg,
es ist meine Vermutung. Das Wasser ist an der Stelle ist nicht sehr tief. Man wollte eine "Endzeit" signalisieren, dass das Dorf Altgraun nicht mehr existiert. Geopfert für die Zukunft?
Werner
Ich musste nur nochmal hinsehen, weil mir dieser Standpunkt am 'Reschenstausee' sehr bekannt vorkam.
Ausgangspunkte für detaillierte Informationen finden sich hier:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Reschens...
Zur aufgeworfenen Symbolik des Bilds: Das ist mannnigfach auslegbar. Mir kam als erster Gedanke die Auslegung und Durchführung im Kirchenrecht. "Was auch immer sie tun, sie werden es uns nicht sagen oder zeigen..." - und oben läuten die Glocken zum Gebet.
Gruß Franz
Danke lieber Franz,
Du hast so wunderbar recherchiert und kommentiert. Es ist sehr lohnenswert, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Die sind sogar nicht abhängig vom "Läuten der Glocken".
Alles Liebe und nur Gutes!
Werner
Traurige Geschichte, trauriges Bild. GA
Lieber Markus Christian,
es ist ein Symbol der Standfestigkeit. Vielen Dank für Deinen Kommentar und einen schönen Sonntag!
Werner
...bei uns werden die Kirchen abgebrochen und das Grundstück verkauft .... Kirchengemeinden zusammen gelegt .... es gibt nicht mehr viel Kirchgänger ....
LG Karola
Liebe Karola,
eine sehr traurige Geschichte! Vielen Dank für Deinen Kommentar!
Werner
Das Bild ist faszinierend! Erzählst du uns etwas zum Hintergrund?
Oder war dein Bildtitel als Metapher gemeint für die Institution Kirche???