AWO Helsen auf Tour in Flandern

Antwerpen Centraal Station
 
Antwerpen Rubens und Liebfrauenkirche
 
Antwerpen Brabo-Statue am Grossen Markt
Mit 30 Teilnehmern hat die Arbeiterwohlfahrt Helsen seine Mitgliederfahrt durchgeführt. Denis Delaruelle hatte dieses Jahr nach Belgien eingeladen.
Der anhaltende flämisch-wallonische Konflikt prägt die gegensätzlichen Interessen der Vertreter der beiden großen
Bevölkerungsgruppen in der belgischen Politik. Seit den 1970er Jahren wird daher versucht, diesem Problem durch eine Dezentralisierung der Staatsorganisation zu begegnen. Dazu wurde Belgien in einen Bundesstaat, bestehend aus je drei Regionen und Gemeinschaften umgewandelt. Die Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel-Hauptstadt sowie die flämische, französische und deutschsprachige Gemeinschaft bilden heute die politische Grundlage des Landes.
Die Fahrt führte die Teilnehmer nach Flandern. Vom Hochmittelalter bis zur frühen Neuzeit stellten die Städte Flanderns mit ihren Tuchindustrien eines der beiden Zentren der europäischen Wirtschaft dar (neben den Städten Norditaliens).
Das Hotel für den dreitägigen Verbleib lag in der Mitte von Brüssel.
Brüssel ist die Hauptstadt Belgiens, die Hauptstadt der EU und der Region Flandern. Die Stadt zählt 1,1 Millionen Einwohner in 19 Gemeinden. Mit über 150 Nationalitäten und einem Ausländeranteil von rund 50% ist es Europas multikulturellste Stadt.
Nach einer Stadtrundfahrt ging es zum „Grand Place“. Der Grosse Markt ist Brüssels historisches Herz. Besucher aus aller Welt stehen hier und staunen, drehen sich, den Kopf in den Nacken gelegt, von der reich mit Statuen verzierten Rathausfassade zu den Zunfthäusern, zum Stadtmuseum und wieder zurück. Durch eine ruhige Gasse näherte man sich „Manneken Pis“. Vor Brüssels berühmtesten Bürger steht immer eine ganze Traube von Menschen. Das nur 60 Zentimeter hohe Manneken Pis ist nicht nur eine komische, sondern auch eine historische Figur. Das Bürschchen soll sich 1388 auf der Treppe einer Hexe erleichtert haben, die es vor Zorn in Stein verwandelte. Angeblich handelt es sich um den Sohn Gottfrieds II. von Brabant, der seinen Vater in die Schlacht begleitete. Als er pinkelte, feuerte die Freude über diese frivole Art, den Feind zu verhöhnen, die Kämpfer an. Die Schlacht war gewonnen und der kleine Held bekam einen Brunnen gestiftet. Als Maskottchen und Retter der Stadt löschte er auch in letzter Minute die Lunte, mit der das Rathaus in Brand gesetzt werden sollte.
Beim Rundgang fielen immer wieder die bemalten Hauswände ins Auge. Die Comic-Figuren Tim und Struppi wurden in Brüssel geboren. Die Stadt ist die Welthauptstadt der bunten Bildergeschichten und zeigt dies bei jeder Gelegenheit. In Belgien erscheinen jeden Tag 16 neue Comics. Und die allermeisten hiervon kommen aus Brüssel.
Im Hotel und in Brüssels Lokalen bekamen die Gäste auch die Gelegenheit, die belgischen Biere zu testen. Auf einer amerikanischen Website wurde ein belgisches Trappistenbier zum besten Bier der Welt gekürt!
In keinem anderen Land der Welt gilt die Weisheit „Bier ist nicht gleich Bier“ mehr als in Belgien, wo der Gerstensaft Nationalgetränk ist. Mehr als hundert kleine und große Brauereien stellen über 400 verschiedene Biere her, rund 15 Millionen Hektoliter jährlich, von denen mehr als ein Drittel exportiert werden. Während in Deutschland anno 1516 mit dem Reinheitsgebot die Freiheiten der Brauer drastisch eingeschränkt wurden, experimentierten Belgiens Brauer munter weiter. Vor allem in den Trappisten-Klöstern ersann man immer neue Zutatenkombinationen, die noch heute Weltruhm geniessen und wegen ihres Alkoholgehalts von teilweise über 10% geschätzt werden. Mit Vorliebe werden die Gerstensäfte auch mit Früchten wie Kirschen oder Himbeeren verschnitten.
Am zweiten Reisetag stand die Stadt Brügge auf dem Programm.
Fast 500 Jahre lag das Städtchen im Schönheitsschlaf, ehe es engagierte Bürger weckten. Heute steht Brügges Altstadt komplett unter dem Schutz des Weltkulturerbes. Gut drei Millionen Besucher streifen jährlich durch die Gässchen, gleiten auf Booten durch Grachten oder kurven mit Kutschen durch die einstige Wikingersiedlung. Venedig des Nordens nennt sich das Städtchen gern, von dessen fast 120.000 Einwohnern allerdings nur jeder zwanzigste in der denkmalgeschützte Altstadt lebt.
Eine geführte Wanderung führte an die schönsten Orte der Stadt.
Neben diesen Gang durch das Mittelalter lockte auch die moderne. Denn Brügge ist auch die Welthauptstadt der Schokolade.
In manchen Strassen reiht sich ein Süßwarenladen an den anderen. Das Belgiens Schokolade so beliebt ist, liegt an ihrer Qualität, die auf einem speziellen Reinheitsgebot beruht. Seit die EU die Beimischung von bis zu 5% Fremdfetten in der Schokolade erlaubt, halten die Belgier an der teuren Kakaobutter fest.
Am dritten und letzten Reistag wurde Antwerpen besucht.
Mit 512.000 Einwohnern ist die Stadt eine Völkermühle in einer der am dichtesten besiedelten Regionen Belgiens. Rund eine halbe Million Menschen aus mehr als 160 Nationen leben hier.
Europas größte jüdische Gemeinde ist hier zu Hause, muslimische Milizen, aber auch die Partei Vlaams Belang, Flanderns größter rechtsextremer Politblock.
Peter Paul Rubens ist einer der Aushängeschilder, aber auch die „Antwerp Six“, die zu den bedeutendsten Modedesigner der Welt gehören.
Und natürlich ist Antwerpen mit seinen Diamantenbörsen und einem der größten Häfen der Welt eine der wichtigsten Wirtschafts- und Handelsmetropolen Europas.
Der Rundgang starte am „Centraal Station“, der seit der Renovierung als einer der schönsten Hauptbahnhöfe Europas gilt. Nach Besichtigung und Erläuterung von vielen historischen Gebäuden endete die Führung im Schatten der mächtigen Liebfrauen-Kathedrale mit ihrem 123m hohen Turm.
Dann gab es die Gelegenheit Belgiens Hauptspezialität auszuprobieren. Kenner schätzen die belgischen Pommes frites als die besten der Welt. Viele hundert „Frietkotjes“, Frittenbuden, stillen den Appetit auf die knusprigen, goldgelben Stäbchen. Eine der ältesten und bekanntesten Frittenbuden Flanderns, „Fritkot Max“ hatte zum geniessen eingeladen. Selbstverständlich wurde serviert in der Papiertüte, das „Puntzakje“, in denen die Pommes traditione

ll serviert werden. Kaum verändert hat sich auch die Gewohnheit, die Fritten mit den Fingern zu essen.
Nach vielen interessanten und lustigen Eindrücken ging es dann wieder Richtung Bad Arolsen, wo die viele Bilder sortiert und bei einer gemeinsamen Rückblende zwei Wochen später ausgetauscht wurden.
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