Es liegt einiges an Historie zwischen den Kangaroos und den Gästen aus Baden. Die Neckarstädter konnten schon unzählige Male deutsche Meistertitel feiern, da dachte in Leitershofen und Stadtbergen noch keiner im Traum daran, überhaupt Basketball zu spielen. Heidelberg galt gerade in der Nachkriegszeit bis in die 60-er Jahre als das Eldorado im deutschen Basketball, auch bedingt dadurch, dass in diesen Zeiten Basketball als Studentensport galt und hier Heidelberg natürlich beste Rahmenbedingungen liefern konnte. BG-Headcoach Stefan Goschenhofer hat in diesen Tagen aber sicherlich wenig Muße, geschichtliche Dinge aufzubereiten. Vielmehr möchte er am Samstagabend nach der doch arg verpatzten Heimpremiere vor drei Wochen gegen Crailsheim den eigenen Zuschauern nun ein spannenderes Spiel bieten als beim Start in die PRO A. „Inzwischen haben wir uns ja ein wenig an die Liga gewöhnt und werden sicher deutlich weniger nervös agieren. Die Mannschaft hat diese Woche gut trainiert, verbessert sich laufend und ist heiß darauf, gerade unseren treuen Fans zu zeigen, dass man in der PRO A nicht nur Kanonenfutter ist. Wir möchten auf jeden Fall zum ersten Mal ein enges Spiel liefern, auch wenn das gegen eine starke Heidelberger Mannschaft eine große Herausforderung wird“, gibt sich Goschenhofer optimistisch. Personell fällt weiterhin der verletzte Christoph Kemmer aus, und auch hinter dem Einsatz von Simon Gervé steht nach dessen Schulterproblemen noch ein großes Fragezeichen. Überhaupt gilt Gervé als der Pechvogel im bisherigen Saisonverlauf, plagt ihn doch seit dem Frühjahr eine Verletzung nach der anderen und gerade ein guter Schütze von der Dreipunktelinie würde den Kangaroos aktuell sicher gut zu Gesicht stehen. Aktiv waren die Leitershofer Verantwortlichen aber bei der Suche nach einer zusätzlichen Verstärkung unter den Körben, eventuell kann man bereits am Samstagabend einen neuen Spieler präsentieren.
Auch das Umfeld der Leitershofer ist gut auf Heimspiel Nummer zwei vorbereitet. Dabei gehört der Aufbau des Parkettbodens schon fast zur Routine. Abteilungsleiter Hans Kiesling: „Alles hat sich ganz gut eingespielt. Mal sehen, ob bei einem Samstagabendtermin genauso viele Zuschauer kommen wie gegen Crailsheim an einem Sonntagnachmittag. Ich glaube, dass wir bei den Fans auch nach den drei Auftaktniederlagen schon noch Kredit haben und würde mich freuen, wenn wir die 1000 Zuschauer Marke wieder knacken könnten. Denn dann haben wir gute Stimmung in der riesigen Halle. Optimierungen zum ersten Heimspiel haben wir auch vorgenommen. So war gegen Crailsheim vor allem die Musik zu laut und die Akustik zu schlecht, das wollen wir verbessern. Außerdem weisen wir darauf hin, dass die Stuhlreihe am Spielfeldrand auch von den Fans benutzt werden darf. Da ist man dann doch noch näher am Geschehen dran, fast wie früher in der Osterfeldhalle“, so Kiesling. Einlass in die Sporthalle am Samstag ist ab 18.45 Uhr. Die Fans werden gebeten, die reservierten Dauerkartenplätze im mittleren Bereich der Tribüne für deren Besitzer freizuhalten.
Die zweite Mannschaft peilt in der 2. Regionalliga Süd im dritten Spiel den dritten Sieg an. Ebenfalls am Samstag gastiert man um 18 Uhr bei der DJK SB München, einem der letztjährigen Spitzenteams der Liga. Sicherlich eine weitaus höhere Hürde für das Team von Trainer Robert Rieblinger als die bisherigen Gegner Freising und Milbertshofen.
Der Gegner: USC Heidelberg
Die Badener starteten mit einem Sieg und zwei Niederlagen in die Saison, hatten aber ein überaus schweres Auftaktprogramm zu verzeichnen. In Chemnitz unterlag man wie die Kangaroos, mit 79:88 aber wesentlich knapper als die BG. Dem Ligafavorit Mitteldeutscher BC bot man vor Wochenfrist einen großen Kampf und hielt länger mit, als es der 89:104 Endstand vermuten lässt. Zwischen diesen Spielen lag ein 104:93 Auswärtssieg in Jena. An den hohen Scores ist zu erkennen, dass der USC überaus offensivstark ist. Dafür sorgen auf den kleinen Positionen die drei Amerikaner Charles Burgess (27/186/mit 20,7ppg Topscorer der Mannschaft), Clint Sargent (23/194/15ppg) und Sanijay Watts (23/194/17ppg), während unter den Körben mit Björn Schoo (30/213), Oliver Komarek (25/208) und Jannis Heindel (27/200) ein sehr großes und erfahrenes deutsches Trio für die Lufthoheit sorgt. Dieses wird am Samstag erstmals unterstützt von einem weiteren Amerikaner, nämlich Jerrell Williams (24/202). Zu den Leistungsträgern des Teams zählen ferner Aufbauspieler Kai Barth (22) und der erst 17-jährige Nachwuchsmann Paul Zipser. Trainer der Heidelberger ist Uwe Sauer, den Leitershofern noch bestens bekannt aus seiner letztjährigen Trainerstation bei der BG Illertal-Weißenhorn in der PRO B.








