Wer steht bei Eintracht Frankfurt nächste Saison im Zweiliga-Kader?
Eintracht Frankfurt spielt in der Fußball-Saison 2011/2012 in der 2. Bundesliga. Das bedeutet: weniger Fans im Stadion, weniger Fernsehgelder, weniger Topspiele, weniger Topspieler. Lässt man alle Spieler weg, die auslaufenden Vertrag haben oder schon bei einem anderen Team unterschrieben haben, bleibt nach momentanem Stand ein Kader, der locker die Meisterschaft in der 2. Bundesliga holen müsste. Doch dieses Team wird so mit Sicherheit nicht zusammenspielen, denn viele Spieler im Kader von Eintracht Frankfurt sind für die 2. Bundesliga schlicht zu teuer.
Wird Nikolov wieder Nummer Eins?
Im Tor stehen Routinier Oka Nikolov und Jungstar Ralf Fährmann. Beide könnten durchaus in Frankfurt bleiben. Denn es gibt nicht viele Erstligisten, die sich bei anderen Teams nach einem jungen, starken Torhüter wie Fährmann umsehen. Denn die meisten Mannschaften haben selbst einen solchen Keeper im Kasten stehen. Allerdings gilt der Kontrakt des Toptalents nur für die Bundesliga. Fährmann ist folglich ablösefrei. Hertha BSC könnte noch einen jungen bundesligatauglichen Torwart brauchen. Und Nikolov? Der 37 Jahre alte Schlussmann ist schon so oft mit Eintracht Frankfurt in die 2. Bundesliga ab- und wieder aufgestiegen. Seinen Vertrag bis 2012 wird der Mazedonier sicherlich erfüllen. Eventuell wieder als Nummer Eins. Das war er ja schon öfters.
Bomben-Abwehr für die 2. Liga
Die Innenverteidiger Maik Franz und Marco Russ haben noch Vertrag. Zudem soll und der verletzungsanfällige Chris gehalten werden, obwohl sein Kontrakt nur für die 1. Bundesliga gilt und er auch keine Lust auf Zweitklassigkeit hat. Alle drei werden wohl kaum in die 2. Liga gehen. Franz wird mit Aufsteiger Hertha BSC in Verbindung gebracht und ist mit geschätzt 900.000 Euro Jahresgehalt keiner fürs Unterhaus. Auf den Außenpositionen hat Eintracht Frankfurt mit Sebastian Jung und dem Griechen Georgios Tzavellas zwei junge Spieler mit viel Potenzial gebunden. Zudem kehren Habib Bellaid und Nikola Petkovic zurück. Bleibt die Abwehr weitgehend erhalten, sollte sie in Bollwerk in der 2. Bundesliga abgeben. Denn die Defensive war nicht der Grund für den Abstieg. Mit 49 Gegentoren befindet sich Eintracht Frankfurt nämlich in guter Gesellschaft. Hannover 96 (Platz 4) und der 1. FC Nürnberg (Platz 6) haben 45 Tore kassiert, 44 Mal mussten die Torhüter von Vizemeister Bayer Leverkusen und Champions League Viertelfinalist bzw. DFB-Pokalfinalist FC Schalke 04 hinter sich greifen. Der SC Freiburg und die TSG Hoffenheim ließen je 50 Tore zu, der 1. FC Kaiserslautern 51, der HSV 52 und sowohl der VfB Stuttgart als auch Werder Bremen schafften beide den Klassenerhalt mit zehn bzw. zwölf Gegentoren mehr als Eintracht Frankfurt. Jedoch wird bereits gemunkelt, dass Tzavellas bei Bremen im Gespräch ist. Und für Sebastian Jung, der zu den besten Frankfurtern zählte, findet sich bestimmt auch ein Erstligist. Der VfB Stuttgart soll schon angeklopft haben.
Schlägt im Mittelfeld die Stunde von Kittel, Rode und Titsch-Rivero?
Granaten im Mittelfeld sucht man im Kader von Eintracht Frankfurt vergeblich. Ex-Trainer Michael Skibbe hält große Stücke auf den defensiven Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler. Doch dieser hat bereits angekündigt, die Suppe Abstieg, die er sich mit dem Team eingebrockt hat, selbst auslöffeln zu wollen. Wer könnte Frankfurt dann für ein paar Moneten verlassen? Wenn für Caio, der im Januar 2008 für 3,8 Millionen Euro aus Brasilien gekommen war, ein vernünftiges Angebot eintrudelt, würde man sich wohl gerne vom Samba-Kicker trennen, der letztlich nie überzeugt hat. Den Preis, den das Eintracht-Management für Caio bezahlt hat, wird ein Transfer des Spielers wohl kaum einbringen. Auch Halil Altintop, Ricardo Clark und der zuletzt verliehene Ümit Korkmaz haben sich nicht als Leistungsträger erwiesen. Benjamin Köhler und Alexander Meier kicken schon seit 2004 bzw. 2005 in Frankfurt und es gibt kaum Gründe für beide Seiten, warum sie dem Club nicht weiterhin die Treue halten sollten. Mit Marcel Titsch-Rivero und Sonny Kittel warten zwei junge Kicker, die schon in der Eintracht-Jugend gespielt haben, auf ihre Chance. Dazu kommt Sebastian Rode (wie Basketball-Nationalspieler Robin Benzing in Seeheim-Jugenheim geboren) – wenn sich die Gerüchte um einen Wechsel nach Stuttgart als bloße Gerüchte entpuppen.
Wer schießt die Tore für Eintracht Frankfurt in der 2. Bundesliga?
Drei Stürmer stehen vertraglich über die Saison hinaus im Kader. Zwei Griechen und ein Tscheche. Ein Grieche (Ioannis Amanatidis) hat es in 19 Liga-Spielen versäumt, ein Tor zu erzielen und kann durch den Abstieg für eine fixe Ablöse wechseln. Der andere Grieche (Theofanis Gekas) hat 14 Tore in der Hinrunde geschossen, das Feuer in der Rückrunde aber weitgehend eingestellt (2 Treffer). Dennoch ist es extrem unwahrscheinlich, dass der 30-jährige (Ex-)Goalgetter nächste Saison in der 2. Liga kickt. Aber wie sieht es mit Martin Fenin, dem Tschechen, aus? Er ist zwar kein Knipser (24 Spiele, 1 Tor, 1 Vorlage), aber durch seinen stark leistungsbezogenen Vertrag vermutlich auch eine Etage tiefer finanzierbar. Dort dann wohl als Stammspieler.
Das waren die schmerzlichen Abstiegsminuten gegen den Meister!
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