VfB Stuttgart – Kader 2011/2012 unter der Lupe
Was ist für den VfB Stuttgart in der Bundesliga-Saison 2011/2012 drin? Wie verkraften die Schwaben ihre Abgänge und von welchen Neuzugängen darf Großes erwartet werden? Um welche Plätze spielt der VfB Stuttgart in der kommenden Saison mit diesem Kader wohl? Der Kader 2011/2012 des VfB Stuttgart unter der Lupe:
Tor: Ulreich soll den Kasten sauber halten
Im Tor baut der VfB Stuttgart weiterhin auf den 22-jährigen Sven Ulreich. Mit Marc Ziegler hat Trainer Bruno Labbadia einen routinierten Keeper auf der Bank sitzen, mit Bernd Leon aus der 2. Mannschaft einen Nachwuchskeeper aus Bietigheim-Bissingen mit Drittliga-Erfahrung im Profikader.
Abwehr: Nur ein Neuzugang in der Defensive
Links hinten in der Abwehr ist der VfB Stuttgart international aufgestellt. Zwar haben in der vergangenen Saison weder Ex-Juve-Star Cristiano Molinaro noch der kleine Arthur Boka von der Elfenbeinküste überzeugt, trotzdem treten die beiden Linksverteidiger wieder im Rennen um einen Stammplatz gegeneinander an. Auch auf der schwachen Seite rechts hinten haben Manager Fredi Bobic und Trainer Bruno Labbadia nicht nachgebessert. Auch hier darf sich Stefano Celozzi unter Umständen wieder versuchen. In der Innenverteidigung dürfen die VfB-Fans dann doch mal ein neues Gesicht begrüßen. Der 29-jährige Francisco Javier Rodríguez Pinedo, kurz Maza gilt als „Holzfäller“. Der Nationalspieler aus Mexiko kommt vom PSV Eindhoven und kostet 1,8 Millionen Euro Ablöse. Wer neben ihm spielt und ob er es überhaupt zum Stammspieler bringt, ist noch offen. Denn die Innenverteidigung ist mit bekannten Bundesligaspielern gespickt: Serdar Tasci (Marktwert laut transfermarkt.de 10 Millionen Euro), Georg Niedermeier, Khalid Boulahrouz und der verletzte Kapitän Matthieu Delpierre wollen spielen. Da sind die Einsatzchancen für den in Kroatien geborenen Deutschen Ermin Bicakcic ziemlich gering.
Mittelfeld: Wo spielt Kvist?
Der Däne William Kvist peppt das Mittelfeld von Bruno Labbadia auf. Doch für wen soll der zentrale Mittelfeldspieler in die Stammformation rücken? Für den defensiveren Zdravko Kuzmanovic oder für Christian Gentner? Für die Bank hat der VfB Stuttgart den 3,5 Millionen Euro Neuzugang vom FC Kopenhagen sicher nicht gekauft. Aber Spielmacher Tamás Hajnal, der seinen Anteil daran hatte, dass der VfB rechtzeitig dem Abstiegsgespenst entkommen ist, wird wohl auch nicht weichen. Mamadou Bah und Johan Audel werden dagegen weiterhin nur Bankdrücker sein. Für die Außenpositionen im Mittelfeld stehen mit Zweitliga-Dribbler Ibrahima Traoré und dem noch am Sprunggelenk verletzten Timo Gebhart zwei junge Kicker mit viel Talent zur Verfügung. Wo also spielt Kvist?
Sturm: Qual der Wahl
In der Abteilung Attacke hat Bruno Labbadia die Qual der Wahl. Es wäre verwunderlich, wenn der verdiente und für den VfB Stuttgart so wichtige Leistungsträger Cacau, Spitzname Helmut, zu Saisonbeginn nicht in der Startelf stehen würde. Doch wer stürmt neben ihm? Rückkehrer Julian Schieber, der den 1.FC Nürnberg auf einen einstelligen Tabellenplatz geschossen hat? Russland-Knipser Pavel Pogrebnyak, der zwar nie so richtig erfüllt hat, was man sich in Stuttgart von ihm erwartete, der aber immer seine Tore gemacht hat? Oder belohnt der Trainer Außenstürmer Martin Harnik, der im Seuchen-Vorjahr mit konstant soliden Leistungen durchgehend einer der besten Fußballer beim VfB war? Dann wäre da noch der beidfüssige Winter-Transfer Shinji Okazaki, den eine Kapselverletzung möglicherweise zurück wirft.
Fazit: Kaum Veränderungen, aber Schwachstellen
Im Tor baut der VfB Stuttgart weiter auf Sven Ulreich, der im Lauf der Saison zwar sicherer wurde, jedoch nicht zu den besten Torhütern der Bundesliga zählt. Verwunderlich auch, dass für Philipp Degen, Leihgabe vom FC Liverpool, kein neuer Rechtsverteidiger verpflichtet wurde. Dafür startet Bruno Labbadia mit fünf Innenverteidigern in die Saison, die allesamt Stammspieler sein wollen und auch nicht schlecht verdienen dürften. Das Mittelfeld wurde im Zentrum verstärkt, richtig gefährliche Flügelspieler bleiben allerdings aus. Da werden wohl Harnik und Cacau über die Außen kommen. Der Sturm ist allerdings erste Sahne und auch in der Breite super besetzt.
Dabei ist man rechtzeitig auch noch einen wenig nützlichen und überteuerten Unsympathen wie Ciprian Marica losgeworden, hat sich von Elson und Sven Schipplock (TSG 1899 Hoffenheim) getrennt und verschafft den eigenen Talenten Daniel Didavi (1. FC Nürnberg) und Patrick Funk (FC St. Pauli) Spielpraxis auf Leihbasis. Nur der Wechsel von Christian Träsch zum VfL Wolfsburg ist aus sportlicher Sicht ein herber Verlust, aus finanzieller jedoch ein Segen.
Da man aus der letzten Saison gelernt haben dürfte, sollte der VfB Stuttgart mit dem Abstieg nichts zu tun haben, sondern einstelligen Tabellengefilden entgegen steuern. Doch da ist ja noch die unberechenbare Komponente Bruno Labbadia. Mit Bayer Leverkusen und dem HSV erlebte er jeweils eine sensationelle Hinrunde, erwies sich in beiden Fällen jedoch als nicht rückrundentauglich. Beim VfB Stuttgart begann er dagegen in der Rückrunde und rettete die Schwaben vor der 2. Bundesliga. Ist die Hinrunde 2011/2012 für Labbadia jetzt als Hinrunde zu betrachten oder gilt sie als seine persönliche Rückrunde?


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