Eigentlich hatte sich die BG ja gegen die Neckarstädter viel vorgenommen, man wollte den 650 Zuschauern in der Augsburger Sporthalle ein Spiel auf Augenhöhe bieten und war bestens motiviert. Gleichwohl, mit dem ersten Sprungball schien dies alles vergessen zu sein. Gegen die Zonenverteidigung des USC agierte man vollkommen verunsichert und konzeptlos. Es gelang zunächst überhaupt nicht, Druck auf diese Raumverteidigung auszuüben. Und in der Defensive kassierte man gleich einmal in den ersten drei Minuten drei Dreier des starken Amerikaners Clint Sargent. Nach fünf Minuten stand es 2:14, nach fünfzehn Minuten schon 20:46. Es war wie ein Deja-Vu zum ersten Heimspiel gegen Crailsheim, ängstliche Kangaroos und überaus selbstbewusste und treffsichere Gäste. In der Folgezeit ging dann ein Ruck durch die Mannschaft, der nun eingewechselte Christian Ellis sorgte nun für mehr Ruhe im Spiel und auch Präsenz unter den Körben und vor allem Corey Hassan und Logan Stutz punkteten nun eifrig. Bis zur 24. Minute verkürzte man angetrieben von den Zuschauern auf 46:58 und hatte dann sogar zwei, drei Mal die Chance, den Rückstand unter die 10-Punkte Marke zu bekommen. Leider vergab man aber diese Chancen.
Und dies ist dann eben PRO A im Vergleich zur PRO B. In der unteren Liga bekommt man dann vielleicht noch eine vierte oder fünfte Chance und kann so ein Spiel wenden. Eine Etage höher aber nicht, hier sind solche Optionen rar gesät, und wenn diese nicht verwertet werden tut dies eben dann der Gegner. Heidelberg gleich einmal mit sieben Punkten in Folge, und spätestens ab dem 59:75 zwei Minuten vor Ende des dritten Viertels war die Moral der Heimischen gebrochen. Die Badener konnten das letzte Viertel locker herunterspielen, die Moral der BG war gebrochen. So wuchs der Rückstand in den letzten zehn Minuten noch deutlich an, und der USC konnte einen standesgemäßen Sieg einfahren. Ein gelungenes Debüt gab Christian Ellis, dem zwar noch die Bindung zum Spiel, die Spielpraxis und auch noch die letzte körperliche Fitness nach seiner längeren Pause fehlen, der aber unter den Körben sicher eine Option für die BG wird. Durch die Verpflichtung des 2,06 Meter Hünen rückt nun Dominik Veney auf die Position drei, muss sich aber auch noch daran gewöhnen, da er in der Vorbereitung und den ersten Spielen ja unter dem Korb agiert hatte. Es wäre sicherlich vermessen, nun in den beiden folgenden schweren Auswärtsspielen beim Ligafavoriten Mitteldeutscher BC und in Jena (gewann am Samstag übrigens beim MBC!) den ersten Sieg zu fordern. Diese Spiele kommen aber durchaus gelegen, die neue Formation einzuspielen. Das nächste Heimspiel findet dann in drei Wochen am Samstagabend gegen Essen statt.
BG TOPSTAR Leitershofen:/Stadtbergen: Ellis (7), Genck (3/1 Dreier), Hassan (25/2 Dreier), Förster, Chalusiak (4), Bowlin (5), Stutz (19), Zenk (4), Veney (2), Kronhardt (9/1 Dreier)
In der 2. Regionalliga Süd gewann die zweite BG-Garnitur bei der hochgehandelten DJK SB München mit 86:67. Es war für den Aufsteiger der dritte Erfolg im dritten Spiel, das ursprüngliche Ziel Klassenerhalt kann man nun wohl bereits frühzeitig abhaken. Viel mehr scheint die Mannschaft von Trainer Robert Rieblinger in der Lage, sich mit Bayern München II, Rosenheim und der DJK Landsberg ein prestigeträchtiges Rennen um die Tabellenspitze liefern zu können.
BG Leitershofen/Stadtbergen II: Behnisch (15/2 Dreier), Erhart (2), Golla (5), Haug (6), Hamberger (2), Klein (2), Montag (10), Plewa (3/1 Dreier), Suslowicz (29/2 Dreier), Woelki (9)
Stimmen zum Spiel:
BG-Headcoach Stefan Goschenhofer: „Zunächst möchte ich mich heute bei unseren tollen Zuschauern bedanken, die haben glaube ich schon ein gutes Gefühl für die Realität in der PRO A. Meine Mannschaft war heute absolut heiß, etwas zu reißen, und dann legen wir solch einen Start hin. Aber keiner hat heute den Kopf hängen gelassen und aufopferungsvoll weiter gespielt. Wir benötigen in der PRO A aber mehr Konstanz, und zwar einmal über die gesamte Mannschaft hinweg. Es reicht nicht aus, dass immer abwechselnd drei, vier Spieler sehr gut drauf sind und der ein oder andere weniger. Daran müssen wir arbeiten“
Co-Trainer Konstantin Liehr: „Bei Corey Hassan ist heute zumindest offensiv der Knoten geplatzt und auch Logan hat aus meiner Sicht unter dem Korb gut gearbeitet und hatte eine hohe Trefferquote. Dafür ist es heute bei Skyler einmal nicht so gut gelaufen. Im Aufbau hat da Alex Chalusiak vor allem im dritten Viertel deutlich mehr Druck auf die Zone der Heidelberger ausgeübt. Mit dem Debüt von Christian Ellis waren wir zufrieden, es wird aber noch zwei, drei Wochen dauern, bis er ins Spiel integriert ist. Er ist aber glaube ich genau der, den wir jetzt brauchen können“
Neuzugang Christian Ellis: „Ich konnte ja nur einmal mit dem Team trainieren, noch dazu in der winzigen Leitershofer Halle. Aber jede Spielminute hilft jetzt, die Integration voranzutreiben. Ich glaube, die Mannschaft kann mehr als wir heute vor allem am Anfang und am Ende gezeigt haben. Die ersten Eindrücke hier sind aber sehr positiv, ich bin gut aufgenommen worden und wir werden die nächsten Trainings dann nutzen, uns einzuspielen“
Forward Corey Hassan: „Zum Glück habe ich heute einmal meine Würfe getroffen, das stärkt das Selbstbewusstsein. Als wir im dritten Viertel auf 12 heran waren ging ein Dreier von mir knapp vorbei und dann habe ich zwei Freiwürfe vergeben. Sonst wäre vielleicht noch etwas mehr gegangen, denn die Fans waren da absolut heiß“
BG-Abteilungsleiter Andres Santiago: „Wir haben gewusst, auf was wir uns in der PRO A einlassen. Natürlich hofft man dann, dass es vielleicht besser läuft. Aber das bisher Erlebte ist angesichts der Voraussetzungen auch keine Überraschung. Wir sind aber alles andere als vom Zerfall bedroht und bestens gefestigt. Wir müssen aber noch ein wenig mehr Spaß aufbauen, das Dabeisein in der PRO A, welches wir uns ja sportlich erkämpft haben, noch mehr genießen, und dann kommt auch irgendwann der erste Sieg“









