Trainer Stefan Goschenhofer hat diese Woche die Zügel in seinem Team nochmals angezogen. Zu verärgert war der Coach mit der ersten Halbzeit und einigen anderen negativen Randerscheinungen der Kirchheim- Partie, für ihn ist jetzt erst einmal Schluss mit lustig: „Zwei Dinge hat das Team künftig kategorisch zu unterlassen, nämlich Kritik der Spieler untereinander und früher oder später im Spiel erfolgtes Egogezocke im Hinblick auf eigene Statistiken. Wer sich daran jetzt nicht hält, wird künftig auf der Bank sitzen, wenn nötig auch 40 Minuten. Ich möchte neben Kampf vor allem Teamplay von der ersten bis zur letzten Sekunde sehen und dass ein Spieler den anderen aufbaut und anfeuert, wenn etwas schief geht. Sowohl auf dem Feld als auch von den Akteuren, die gerade auf der Bank sitzen“, so ein sichtlich angefressener Goschenhofer. Komplette Rückendeckung hat der Trainer in dieser Sache von der Vereinsführung. Abteilungsleiter Andres Santiago: „Wir müssen uns auf unsere Stärken besinnen, mannschaftliche Geschlossenheit steht bei unseren Bedingungen ja zwangsläufig vor individueller Klasse. Jetzt kommen zwei, drei Gegner, die zwar auch gut sind, aber vielleicht nicht ganz so gut wie die Teams, gegen die wir zuletzt gespielt haben. Durchaus Gelegenheit also, zu punkten. Auch wenn die Karlsruher mit ihren vielen Personalrochaden wahrscheinlich momentan eher schauen, wie sie noch die Play-Offs erreichen können und weniger, wie sie sich uns vom Hals halten“, so Santiago.
Verzichten muss das Team in Karlsruhe auf den verletzten Logan Stutz. Der 23-jährige Center ist bereits am Donnerstag frühzeitig statt wie geplant erst am 24.12. in die USA zu seinem Weihnachtsaufenthalt heimgeflogen und wird von dort die Reha für seine Bänderverletzung durchführen. „Wir haben dem Wunsch des Spielers entsprochen, die Kosten für die Flugumbuchung trägt er selbst. Es bringt dem Trainerteam in dieser Situation nichts, jetzt noch einen durch seine Verletzung frustrierten Spieler in der Halle zu haben. Es ist momentan geplant, dass er am 8. Januar gegen Ehingen wieder zurück ist“, so Santiago weiter. Somit wird wohl Dewayne Richardson in Karlsruhe in die Stammformation rücken. Richardson kehrt ja an seine alte Wirkungsstätte zurück: er spielte vor zwei Jahren ja bereits mit gutem Erfolg eine Saison in der Fächerstadt am Rhein und wird sich vor vielen alten Bekannten sicher gut in Szene setzen wollen. Inzwischen hat die 33-jährige Nachverpflichtung der Kangaroos nach einigen intensiven Zusatzschichten im HARDYS Fitness Club auch weiter an körperlicher Fitness zugelegt. In den Gedankenspielen der Trainer spielen aber durchaus auch Valerian Zenk und Felix Förster eine Rolle, Stutz zu ersetzen. Besonders Urgestein und Kapitän Förster nahm gegen Kirchheim nach seiner Einwechslung mit großem Einsatz den Kampf an. „Felix hat gezeigt, wie es geht, hat trotz körperlicher Unterlegenheit sofort dagegen gehalten. Und zur Not kann auch Dominik Veney wieder auf die Position vier rücken, die Karlsruher sind ohnehin vor allem von außen brandgefährlich“, sieht Co-Trainer Konstantin Liehr die Lage direkt an den Brettern positiver, als es der Ausfall von Stutz vermuten lassen könnte.
Während die TOPSTAR Kangaroos am Sonntag reisen, müssen die Fans zu Hause aber auch nicht auf Basketball verzichten. Am Samstag spielen ab 17.45 Uhr die zweite (gegen München-Ost) und die dritte Herrenmannschaft (gegen Haunstetten) und am Sonntag ab 10 Uhr dann die U12 (gegen Donauwörth), die U14 (gegen Nördlingen), die U16 (gegen Königsbrunn) und U18 (ebenfalls gegen Nördlingen) in der Osterfeldhalle. Bis zum DJL-Liveticker aus Karlsruhe sind dann alle Spiele rechtzeitig beendet.
Der Gegner: BG Karlsruhe
Der ambitionierte Ex-Erstligist erlebte in dieser Saison ein böses Erwachen. Statt um die Play-Off Plätze mitzumischen fand man sich zwischenzeitlich im Tabellenkeller wieder, war an drei Spieltagen sogar Tabellenletzter. Dies löste bei der BG hektische Betriebsamkeit aus, Trainer Tino Stumpf und die vier Spieler Boggan, Lange, Pelton und Piternieks wurden kurzer Hand entlassen. Der vor der Saison aus Heidelberg gekommene Sportdirektor Torsten Daume übernahm dann selbst das Ruder an der Außenlinie. Mit Justin Howard (30/209/17ppg) wurde ein sehr guter amerikanischer Center nachverpflichtet und gegen Leitershofen wird am Sonntag der erstligaerprobte Aufbauspieler Domonic Jones (30/188/USA) sein Debüt geben, der auf Stationen bei Ludwigsburg, Artland Dragons und Braunschweig zurückblicken kann. Er soll die Rotation der Badener stärken, zuletzt spielte dort neben Howard auch das Trio Martin Samarco (26/190/USA/20ppg), Michael Stockton (22/185/USA/13ppg) sowie Rouven Rössler (31/198/18ppg) nahezu 40 Minuten durch. Allerdings mit großem Erfolg, denn zuletzt besiegte man im Derby klar den USC Heidelberg und verlor letzte Woche beim Tabellenführer MBC – sogar ohne Rössler – erst in der Schlussminute. Ein Sieg gegen die Kangaroos soll in Karlsruhe die Aufholjagd um Platz acht einläuten.






