Wie führe ich ein Interview? Was muss ich beachten?

von Nina Wießner aus Augsburg | am 26.11.2009 | 8391 mal gelesen | 10 Kommentare | 0 Bildkommentare | 1 Bild
Paul Georg Meister, pixelio.de

Menschen der Stadt im Porträt
Auf wessen Verdienste oder Leistungen, Ideen oder Kreativität sollte man Ihrer Meinung nach die Bürger einmal aufmerksam machen? Porträtieren Sie eine Persönlichkeit aus Ihrem Ort, etwa einen erfolgreichen Sportler, einen ehrenamtlich Tätigen, einen Künstler oder eine Person mit einem interessanten Hobby oder Beruf!

Vereinbaren Sie mit der Person einen Termin zum Gespräch, stellen Sie ihr Fragen und stellen Sie sie dann auf myheimat.de vor!

Grundsätzlich gilt: Wenn man ein Interview mit einer Person macht, hat man jemanden vor sich, der sich durch besondere Leistungen, Fähigkeiten oder Ideen - einem besonderen Leben also - von anderen abhebt. Diese besondere Gelegenheit sollte einem bewusst sein, dann findet man auch leicht interessante Fragen. Jeder Mensch hat etwas Interessantes zu erzählen.

Dennoch gibt es ein paar einfache Regeln, um ein gutes Gespräch zu führen:

Gründliche Vorbereitung
Im Vorfeld sich über die Person und die jeweilige Thematik ausgiebig informieren. Überlegen, wozu man gern mehr wüsste, z. B. über die Hintergründe oder die Bedeutung eines Erlebnisses für die Person.
Sinnvoll ist es auch, sich bereits vorab einige Frage zu überlegen, die Sie stellen möchten. Einige Interviewgäste möchten die Fragen auch vorweg haben, um sich auf das Interview vorzubereiten oder um die Fragen, die man in der Interviewzeit aus Zeitgründen nicht unterbekommen hat, später schriftlich beantworten zu können.

Ein Interview lässt sich leicht in drei sinnvolle Abschnitte teilen:
Einstieg: Fragen zu einem aktuellen Anlass, falls vorhanden (Projekt, Programm, Erfolg, ….) Was passiert dort? Worum geht es?
Hintergrund: Dies ist der interessante Teil, in dem man versucht, etwas über den Menschen zu erfahren. Versuchen Sie einfach, in ein richtiges Gespräch zu kommen. SIE finden die Person interessant. Versetzen Sie sich in die Person hinein und fragen Sie nach allem, was Sie interessiert. Denken Sie daran, dass Ihr Interview viele lesen werden, die die Person nicht kennen: Was müssen diese Leser zusätzlich wissen? Was könnte die Leser am Interviewpartner noch interessieren?
Schluss: Am Ende des Interviews stehen so gut wie immer die Fragen zu weiteren Projekten oder sonstige Zukunftsfragen ("Wie geht es weiter?").

Fragestellung
Versuchen Sie möglichst offene Fragen zu stellen, das heißt Fragen, die man nicht mit ja oder nein beantworten kann.

Durchführung des Interviews:
Am einfachsten gelingt die Aufzeichnung eines Gesprächs mit dem Diktiergerät. Dieses einfach auf der Mitte des Tisches platzieren und laufen lassen. Wenn eine zweite Person dabei ist, sollte sie versuchen, möglichst viele Bilder während des Gesprächs zu schießen, Fotos mit Gesten und besonderer ausdrucksstarker Mimik sind dabei besonders interessant. Die eigenen Fragen nur als Spickzettel verwenden, ansonsten eher dem Gespräch den Vorzug geben und neue Fragen aus der Unterhaltung heraus zulassen. Wenn man allein ist, nach dem Gespräch mehrere verschiedene Fotos (Porträts und "in Aktion") von der Person machen und sie zusätzlich nach Fotos fragen, die die Besonderheit der Person veranschaulichen (z.B. Sportfotos bei einem Sportler).

Nachbereitung:
Beim Abtippen des Interviews ist darauf zu achten, dass die Antworten in Schriftsprache gehalten sind. Es kommt also nicht darauf an, die Person wortwörtlich, sondern vielmehr den Sinn der Antworten möglichst naturgetreu wiederzugeben. Grundsätzlich sollte man den Text dem Interviewpartner zum Gegenlesen vorlegen.

Online-Beispiele:
Ruth Moser – Jede Tasche ein Unikat
Markus Maiwald
Alfred Sator
Jazzer und Filmkomponist Klaus Doldinger
Almuth Fischer
Sepp Mayer und Wolfgang Vogel
Rainer Künneke
Claudia Koreck

Merkliste:
Um den Lesern ein gutes Bild von der Person zu geben, sollten/könnten Sie ZUSÄTZLICH zu allem, was Sie an der Person interessiert und was das Besondere an der Person ist, folgende Fragen stellen.

I. Persönliche Daten: Name, Alter, Wohnort, Beruf?

II. Familiäre Situation:
• Würden Sie sich selbst als Familienmenschen bezeichnen?
• Haben Sie Fotos aus Kinder- bzw. Jugendtagen, die ich bei Ihrem Porträt verwenden darf?
• Haben Sie Haustiere?
• Seit wann leben Sie an Ihrem jetzigen Wohnort?

III. Beruflicher Werdegang
• Berufliche Ausbildung
• Haben Sie sich aus Berufung oder Gründen des Broterwerbes für Ihre berufliche Laufbahn entschieden?
• Gab es Momente, wo Sie darüber nachdachten, den Beruf zu wechseln? Hatten Sie irgendwann in Ihrem Leben alternative Berufswünsche?
• Woher stammt Ihr Interesse an dem gewählten Beruf? Stammen Sie aus einem Elternhaus, das Ihre beruflichen Interessen frühzeitig erkannt und gefördert hat?

IV. Freizeitgestaltung/Hobbys
• Musikgeschmack?
• Hobbys? (sportliche Aktivitäten, Wandern, Nordic Walking, Lesen etc.) Genügend Zeit für Hobbys angesichts von beruflichen Verpflichtungen?
• Reisen/Urlaub? (wechselnde Reiseziele, Fernreisen)
• Bei welcher Tätigkeit können Sie am besten entspannen?
• Mitgliedschaft in Vereinen und Verbänden / Ehrenamtliches Engagement?
• Stärken und Schwächen (Ehefrau befragen!)
• Lieblingsessen? Genussmensch?
• Geselliger Typ oder Einzelgänger?

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Siegfried Thum aus Nördlingen am 06.12.2009 um 16:23 Uhr  
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Wolfgang Leitner aus Donauwörth am 07.12.2009 um 10:18 Uhr  
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