IHK Schwaben: Rechtstipp des Monats Fußball-Europameisterschaft 2016 – Ausnahmezeit auch am Arbeitsplatz?

Ab dem 10. Juni bis zum 10. Juli ist Europa im Fußballfieber und damit viele Fans im Ausnahmezustand! Gibt es hierfür Sonderregelungen am Arbeitsplatz, wenn die Deutsche Nationalmannschaft spielt? Anita Christl, Arbeitsrechtsexpertin vom Beratungszentrum Recht und Betriebswirtschaft der Industrie- und Handelskammer Schwaben klärt auf:

Keine arbeitsrechtlichen Ausnahmen

„Zur Fußball-EM gelten keine arbeitsrechtlichen Ausnahmeregelungen“, so Christl. Der Betriebsablauf darf aufgrund von sportlichen Großveranstaltungen nicht gestört werden. Ohne ausdrückliche Zustimmung des Arbeitgebers dürfen die Spiele auch nicht beispielsweise über ein TV-Gerät oder im Live-Stream im Büro verfolgt werden. Auch beim Radiohören hat der Arbeitgeber ein Mitspracherecht. Gleiches gilt beim Einsatz von Smartphones oder Handys, denn ein Verbot zur Nutzung solcher Geräte steht dem Arbeitgeber im Rahmen seines Direktionsrechts zu.

Für Arbeitgeber gilt: „Hat der Arbeitgeber bereits zur letzten EM oder WM das Fernsehen während der Arbeitszeit direkt am Arbeitsplatz erlaubt und will er das in diesem Jahr nicht so handhaben, sollte er seine Mitarbeiter frühzeitig über diese Änderung informieren,“ so Christl.

Kulanz der Arbeitgeber

„Unternehmer, die vom Betriebsablauf her die Möglichkeit haben, gestalten oft den Arbeitseinsatz flexibler als sonst. Gleitzeit oder Arbeitszeitenkonten bieten für Arbeitnehmer gute Möglichkeiten in Absprache mit dem Chef und den Kollegen zu Kompromissen im persönlichen Arbeitseinsatz zu kommen“, so Christl. Wenn der Betriebsablauf keine Ausnahmen zulässt, bleibt es dem Arbeitnehmer unbenommen, einen Urlaubsantrag zu stellen. Sprechen betriebliche Gründe gegen die Urlaubsgewährung, muss der Arbeitnehmer jedoch am Arbeitsplatz erscheinen. „Für ein gutes Betriebsklima kann der Unternehmer auch mit einem betriebsinternen Public-Viewing sorgen. Er wird dabei auch die Rahmenbedingungen festlegen, wie zum Beispiel den Alkoholkonsum. Erinnert sei daran, dass in vielen Betrieben ein striktes Alkoholverbot herrscht“, sagt Christl.
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