IHK Schwaben fordert Nachbesserung des Koalitionsbeschlusses zu Zeitarbeit und Werkverträgen

Die IHK Schwaben hält die Einigung der Koalition beim Thema Zeitarbeit und Werkverträge weiter für unausgewogen, obwohl sie im Vergleich zum ersten Entwurf verbessert und die Kritik aus der Wirtschaft zumindest teilweise aufgegriffen wurde.

Dennoch sieht Peter Saalfrank, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben, Handlungsbedarf: „Die Regelung zur Begrenzung des Einsatzes von Zeitarbeiter auf 18 Monate schränkt die unternehmerische Freiheit ein. Die Betriebe brauchen das Modell Werkverträge und Zeitarbeit, denn diese sind wesentliche Elemente unserer arbeitsteiligen und flexiblen Wirtschaftsstruktur.“

Saalfrank weiter: „Zu begrüßen ist, dass nun die Öffnungsklausel auch für nicht tarifgebundene Unternehmen vorgesehen ist. Damit kann die Überlassungsdauer in Betriebsvereinbarungen auf bis zu 24 Monate ausgedehnt werden. Allerdings muss diese Möglichkeit auch für Unternehmen ohne Betriebsräte gelten, um diese nicht zu benachteiligen.“

Weitere mögliche Probleme sieht der Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben bei der Umsetzung des Prinzips ‚gleicher Lohn für gleiche Arbeit‘. „Beim Thema ‚Equal Pay‘ kommt es letztlich darauf an, welche Entgeltbestandteile hier herangezogen werden sollen. In einzelnen Fällen können dies viele verschiedene Dinge von der betrieblichen Altersversorgung bis hin zu Essensgutscheinen sein, deren Ermittlung sehr aufwendig für Zeitarbeitsunternehmen als auch Entleiherbetriebe verbunden sein kann. Da droht den Betrieben eine große Bürokratiewelle.“

Vor diesem Hintergrund sieht Saalfrank den Schlüssel im angemessenen Ausgleich zwischen den Anforderungen der Arbeitsgeber und der Arbeitnehmer. „Wir brauchen praxisgerechte Lösungen, die ohne zusätzliche Bürokratie unseren Unternehmen die notwendige Flexibilität im internationalen Wettbewerb bewahrt.“ Dies entspricht der grundsätzlichen Positionierung der Vollversammlung der IHK Schwaben.
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