Fallstrick Assessment-Center? Neusässer Gymnasiasten beim AOK-Bewerbertraining

Im Rahmen des P-Seminars nahmen die Neusässer Gymnasiasten beim Assessment-Center-Training der AOK teil. Links ist Anna Mouzytchenko zu sehen, die den Workshop moderierte, rechts Lehrer Ulrich Koppold
 
"Treffen auf dem Pausenhof": Mithilfe verschiedener Gruppenübungen sollten die Schüler sich und ihre Berufsvorstellungen vorstellen
Bewerbung und Vorstellungsgespräch sind die gängigen Verfahren, um festzustellen, ob der Bewerber ins Unternehmen passt. Doch vielen Firmen, gerade den großen und namhaften, geht das nicht weit genug und sie greifen auf ein weiteres Instrument zurück: das Assessment-Center. Allein das Wort treibt vielen den Schweiß auf die Stirn, doch auch hier bewahrheitet sich ein alter Spruch: Gut vorbereitet ist halb gewonnen!

Genau aus diesem Grund kamen 16 Schüler des Neusässer Justus-von-Liebig-Gymnasium zusammen mit ihrem Lehrer Ulrich Koppold zur AOK Augsburg. Die Krankenkasse bietet bereits seit vielen Jahren Bewerbertrainings für Schüler an, die großen Anklang finden. „Gerade in den letzten Jahren bekommen wir vermehrt Anfragen von Schulen“, so Margarete Schuster, Ansprechpartnerin bei der AOK. Sie und ihre Kollegin Anna Mouzytchenko, die den Workshop leitete, wissen, worauf es beim Assessment-Center ankommt.

Anhand typischer Übungen wurden die Elftklässler auf die Probe gestellt. Los ging es mit einer Vorstellungsrunde, jedoch nicht im klassischen Sinn, sondern eingebettet in eine Gruppenübung. Mithilfe eines Märchens, im Rahmen eines Theaterstücks oder im gegenseitigen Interview sollten die Schüler sich und ihre Berufsvorstellungen präsentieren. Dabei kommt es nicht nur darauf an, wie die Schüler die Aufgabe umsetzen, sondern wie sie auftreten.

„Blickkontakt ist ganz wichtig. Sie müssen den Zuhörer mit einbinden“, verdeutlichte Mouzytchenko nach der Übung. Auch die Körpersprache ist von großer Bedeutung. Der Bewerber sollte ein offenes Auftreten haben, beim Vortrag weder wie festgewurzelt stehenbleiben, noch unruhig durch den Raum wandern. Die Stimme sollte fest sein, das Sprechtempo angemessen. „Nutzen Sie Ihre Chance zur Selbstdarstellung. Sie müssen den Arbeitgeber von sich überzeugen“, so die Expertin, die noch einen weiteren Tipp hat. Arbeitgeber beobachten die Bewerber bereits während der Vorbereitungszeit: Über das Verhalten in der Gruppe bekommen sie Einsichten in die Teamfähigkeit des potentiellen neuen Kollegen.

Bevor die Bewerber ins Assessment-Center eingeladen werden, gilt es, einen schriftlichen Test zu meistern, in dem Mathematik- und Deutschkenntnisse, Logik, Allgemeinwissen und Konzentrationsfähigkeit überprüft werden. Meist sind die Übungen so angelegt, dass sie in der vorgegeben Zeit nicht machbar sind. Diese Erfahrung machten auch die Schüler, als sie die Aufgabe bekamen, aus Zahlenreihen die Häufigkeit der Ziffern neun und sechs herauszufinden. Mouzytchenko machte klar, worauf es hier ankommt: „Der Arbeitgeber will wissen, wie Sie unter Stress reagieren“. Also cool bleiben und nicht aufgeben, heißt die Devise. Außerdem komme es bei einigen Übungen nicht so sehr auf das Ergebnis an, sondern auf den Weg.

Dass zu einem gelungen Auftritt auch ein gepflegtes Erscheinungsbild gehört, erklärte Mouzytchenko zum Abschluss. Wer sich in einer konservativen Branche, wie Bank oder Versicherung bewirbt, sollte auch im Assessment-Center im Anzug auftauchen. Eine allgemeingültige Regel zur Wahl der Kleidung gebe es allerdings nicht, vielmehr hänge die Kleidungsfrage vom jeweiligen Berufsbild ab. „Denken Sie dran: Beim Assessment-Center stehen Sie nonstop unter Beobachtung“, so die Bewerbungsexpertin. Der Gang durchs Assessment-Center ist zwar kein Spaziergang, doch die Schlacht ist zu gewinnen.

Die AOK-Tipps zum Assessment-Center im Überblick:

- Bei Präsentationen Blickkontakt zur Gruppe herstellen und auf die eigene Körpersprache achten; offenes Auftreten signalisieren
- Mit fester, klarere Stimme sprechen, angemessenes Sprechtempo einhalten
- Aktiv zuhören, z.B. durch Nicken dem Gegenüber signalisieren, dass man zuhört
- Präsenz zeigen; die Chance zur Selbstdarstellung nutzen
- Mit den anderen Gruppenteilnehmern fair umgehen: ausreden lassen, andere Ideen miteinbeziehen, sich teamfähig präsentieren
- auf ein gepflegtes Erscheinungsbild achten
- Handy ausschalten
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:

Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.myheimat-Ratgebermagazin | Erschienen am 18.03.2015
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.