Zum Gedenken an Altbezirkstagspräsident Dr. Georg Simnacher

Dr. Georg Simnacher bei der Feier zu seinem 80. Geburtstag
 
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Bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1996 mit Dr. Edmund Stoiber
Altbezirkstagspräsident Dr. Georg Simnacher (CSU)
Landrat des Landkreises Günzburg (22.02.1967 bis 30.04.1996)
Präsident des Bezirkstags Schwaben (22.11.1974-08.10.2003)
Präsident des Verbandes der bayer. Bezirke (vom 27.11.1979-05.12.2003)

Mit großer Dankbarkeit, mit hohem Respekt und Anerkennung für sein Lebenswerk nimmt der Bezirk Schwaben, vertreten durch Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert, Abschied von Dr. Georg Simnacher. Der Alt-Bezirkstagspräsident ist überraschend am heutigen Montagmorgen verstorben.

Jürgen Reichert, der in Nachfolge von Dr. Georg Simnacher 2013 zum Bezirkstagspräsidenten gewählt wurde, gab seiner Trauer und Bestürzung nach der überraschenden Nachricht unmittelbar Ausdruck: „Für mich war Dr. Georg Simnacher in seiner politischen Tätigkeit und seinem enormen Einsatz für Schwaben immer ein großes Vorbild und ein langjähriger, verlässlicher Wegbegleiter. Was er für Schwaben und die bayerischen Bezirke getan hat, ist in Worten kaum zu ermessen.“

Auch die Beschäftigten des Bezirk Schwaben nahmen die Nachricht mit Bestürzung zur Kenntnis. Sowohl Bezirkstagspräsident Reichert als auch Vertreter der Dienststelle und des Personalrats drückten ihr Mitgefühl für die Hinterbliebenen aus.

Dr. Georg Simnacher, der am 10. Juni 1932 in Ziemetshausen zur Welt kam, verstarb nun wenige Wochen vor seinem 82. Geburtstag. Seinen runden 80. Geburtstag feierte er in Günzburg im Beisein zahlreicher politischer Weggefährten, auf eigenen Wunsch waren jedoch auch viele vertraute Mitarbeiter aus dem Bezirk Schwaben dabei.

Dr. Georg Simnacher entschied sich schon früh für eine politische Karriere, das Jurastudium in München und Erlangen sollte dazu den Grundstein legen. Bereits mit 34 Jahren wurde der CSU-Politiker Landrat von Günzburg, ein Amt, das er von 1967 bis 1996 innehatte. Jahre. Fast ebenso lange, von 1974 bis 2003, war er als Bezirkstagspräsident förmlich das Gesicht Schwabens, wurde, auch wegen seines Engagements für die Heimat und die dritte kommunale Ebene, mit dem Spitznamen „Schwabenherzog“ ausgezeichnet. Er setzte sich ebenso für den Erhalt der kulturellen Traditionen und deren Weiterentwicklung sowie für die „soziale“ Seite seiner Heimat ein. „Sein Herz galt den Schwachen und Benachteiligten in unserer Gesellschaft“, betont Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert.

Neben der wohnortnahen Dezentralisierung der beiden großen Bezirkskrankenhäuser Kaufbeuren und Günzburg - in Simnachers Ägide als Bezirkstagspräsident fielen die Eröffnungen von Bezirkskliniken in Kempten, Memmingen, der Tagesklinik in Lindau, der Außenstelle in Donauwörth und vor allem die Gründung eines Bezirkskrankenhauses in Augsburg selbst - forcierte er auch den Ausbau der begleitenden sozialpsychiatrischen Hilfen, die mittlerweile in allen Landkreisen und kreisfreien Städten zu finden sind. Aus „Verwahranstalten“ wurden moderne Kliniken mit zusätzlichen Disziplinen, mit Neubauten, mit Kooperationsverträgen zu Universitäten und Hochschulen. Gerade sensationell entwickelte sich die Zusammenarbeit zwischen der Universität Ulm und dem Bezirkskrankenhaus Günzburg über eine Landesgrenze hinweg.

Aus dem Kulturbereich muss man das Netzwerk der Museen ebenso hervorheben wie die Wiederbelebung durch kulturelle Nutzung - und damit Rettung - bedeutender Klöster Schwabens: Irsee, Roggenburg und Thierhaupten. „Im Herzen Schwabe, hat Dr. Georg Simnacher jeweils aber auch den Blick über die Grenzen hinaus gerichtet, der Völkerverständigung und der Europäischen Einigung dienend. Eine der vielen Auszeichnungen - die Ehrenfahne des Europarats - würdigt diese Arbeit“, so Reichert. So konnte der Bezirk Schwaben nicht nur partnerschaftliche Beziehungen zum französischen Département Mayenne knüpfen, sondern auch zur rumänisch-ukrainischen Grenzregion Bukowina.

Außerdem ging auf Simnachers Initiative die Gründung eines Dachverbandes für die sieben bayerischen Bezirke zurück, der den anderen kommunalen Spitzenverbänden ebenbürtig sein sollte. Der Schwabe führte den damals neugegründeten Verband der bayerischen Bezirke - heute Bayerischer Bezirkstag - als gewählter Verbandpräsident von 1979 bis 2003.

„Unter Dr. Georg Simnacher hat der Bezirk Schwaben als Interessenvertretung, als Volksvertretung und als Sprachrohr unserer Region weit über die sozialen und kulturellen Fragen hinaus Bedeutung erlangt“, würdigt Jürgen Reichert das Lebenswerk. „Er ist für ein starkes Schwaben eingetreten und ebenso für eine starke kommunale Selbstverwaltung: Als Bezirkstagspräsident und als Verbandspräsident hat er sich für unsere Heimat und für leistungsfähige, unabhängige Bezirke als Gebietskörperschaften und Repräsentanten regionaler Identität in Bayern eingesetzt - dafür sind wir ihm dankbar, dafür bleibt er unvergesslich.“
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myheimat-Stadtmagazin günzburger | Erschienen am 07.01.2015
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