Während Deutsche von Urlaub in Spanien träumen, träumen Spanier von Arbeit in Deutschland

Ursula Götz von der Kolping Akademie Augsburg begrüßt die neuen spanischen Auszubildenden in Deutschland
 
Die Kolping Akademie bietet weiteren jungen Spaniern eine Zukunftsperspektive durch eine Ausbildung in Deutschland

Für 49 Spanier bleibt der Weg aus der spanischen Arbeitslosigkeit durch die duale Ausbildung in eine gute Zukunft in Deutschland kein Traum.
29 junge Spanier beginnen in diesen Tagen ihr vorbereitendes Praktikum bei EDEKA in Augsburg, bevor sie im Herbst ihre zweijährige Ausbildung aufnehmen. 20 weitere spanische Jugendliche haben sich für eine dreijährige Ausbildung in der Hotellerie und im Gastgewerbe in GAP entschieden.
Die Kolping Akademie begleitet und unterstützt die Auszubildenden bei allen Belangen, damit sie in Deutschland von Anfang an durchstarten können.



Augsburg/Garmisch-Partenkirchen. Mit Auftaktveranstaltungen startete die Kolping Akademie am 13. Juli in Garmisch-Partenkirchen und am 16. Juli in Augsburg zwei weitere ihres bereits in Mindelheim erfolgreich durchgeführten MobiPro-EU-Projektes. Den 49 kürzlich angereisten Spaniern wurde jeweils ein kleiner Empfang bereitet.


Sie haben ihre Heimat verlassen, um der Arbeits- und Perspektivlosigkeit in Spanien zu entkommen und blicken mit der dualen Ausbildung einer guten Zukunft in Deutschland entgegen: 49 junge Spanier aus Barcelona und Cádiz haben den Sprung aus der Heimat gewagt, um in Deutschland eine Ausbildung zu beginnen. Sie haben sich in ihrer Heimat mit Sprachkursen gut vorbereitet. Ursula Götz und Angelika Schindele, die bei der Kolping Akademie die MobiPro-EU-Projekte leiten, besuchten die Projektteilnehmer bereits in Spanien, knüpften erste Kontakte und boten ihre Hilfe an. Nun sind die jungen Erwachsenen also in Deutschland und blicken gespannt auf die vor ihnen liegende Zeit.
Die Kolping Akademie stützt sich auf ihre langjährige Erfahrung im Bildungswesen und kann bei früheren MobiPro-EU-Projekten gewonnene Erkenntnisse in die Betreuung der spanischen Auszubildenden einfließen lassen. Die jungen Erwachsenen haben mit der Kolping Akademie einen Ansprechpartner, der nicht nur bei Problemen hilft, sondern dafür sorgt, dass viele Probleme gar nicht erst entstehen.

Die Kolping Akademie bringt arbeitslose Spanier in Ausbildung
Auch die Kolping Akademie hat wichtige Partner: Sie führt das Projekt in Garmisch-Partenkirchen gemeinsam mit dem Landkreis bzw. der Kreisentwicklungsgesellschaft Garmisch-Partenkirchen und der Agentur für Arbeit durch. 20 junge Spanier aus dem Raum Cádiz werden hier eine dreijährige Ausbildung als Hotelfachleute, Restaurantfachleute, Fachkraft Gastgewerbe und als Köche beginnen. Im Vorfeld beginnt ihr dreimonatiges Praktikum in den Hotels und anderen Betrieben.
In Augsburg arbeitet die Kolping Akademie mit EDEDA Südbayern zusammen. Auch hier wird das Projekt durch die Agentur für Arbeit gefördert. 29 junge Spanier werden bei Edeka eine Ausbildung zum Verkäufer bzw. zur Verkäuferin absolvieren, davon zehn in München. Sie sind schon jetzt „Edekanerinnen und Edekaner“, wie Annemarie Schall, die Geschäftsführerin von EDEKA-Süd, sie bei ihrer Begrüßung nannte.
Auch mit den Berufsschulen steht die Kolping Akademie selbstverständlich in engem Kontakt. Es ist für die Auszubildenden eine besondere Herausforderung, dem Unterricht in einer anderen als ihrer Muttersprache zu folgen. Die Kolping Akademie und die Schulleiter suchen deshalb nach Möglichkeiten, die Hürde der Sprache flach zu halten, damit die spanischen Schüler auch die Berufsschule mit einer guten Note abschließen können.
Die Mobi-Pro-EU-Projekte werden von der Politik als wichtig eingeschätzt, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass sie in Garmisch-Partenkirchen bei der Auftaktveranstaltung am 13. Juli durch Landrat Anton Speer und Garmisch-Partenkirchens Zweiten Bürgermeister Wolfgang Bauer vertreten war. Augsburgs Stadtrat Max Weinkamm betonte bei der Auftaktveranstaltung am 16. Juli in Augsburg: „Die Wirtschaft bestimmt die Realität, die Politik ist oft nur Rhetorik“. Er sieht die Kooperation von EDEKA und der Kolping Akademie als „sagenhaft gutes Projekt“. Betont aber auch die Wichtigkeit der Agentur für Arbeit, die das Projekt finanziell unterstützt.
Die Durchführung der MobiPro-EU-Projekte ist für die Kolping Akademie eine konsequente Ausweitung ihrer bisherigen sehr erfolgreichen Bildungs- und Integrationsarbeit. Sie ist auch für die spanischen Projektteilnehmer Partner für Bildung, Gesundheit und Integration.

Das Projekt MobiPro-EU
Das Förderprogramm MobiPro-EU ist ein Sonderprogramm des Bundes und bietet jungen Menschen aus europäischen Ländern die Möglichkeit, eine duale Ausbildung in Deutschland zu absolvieren. Im Ausbildungsjahr 2015 werden voraussichtlich ca. 3.300 junge Europäerinnen und Europäer in die Förderung in deutschlandweit insgesamt 132 Projekten aufgenommen. Vor dem Hintergrund des großen Interesses seitens junger Europäerinnen und Europäer hat die Bundesregierung das Mittelvolumen (2013–2018) von ursprünglich 139 Mio. Euro auf über 550 Mio. Euro erhöht und somit fast vervierfacht. Etwa zwei Drittel der Teilnehmer des Programms kommen aus Spanien. Im Jahr 2014 haben 208 junge Menschen aus dem Ausland in Bayern eine Ausbildung aufgenommen. 10 Träger unterstützen in 19 Projekten junge Menschen, die in Bayern eine Ausbildung aufnehmen möchten. Sie stellen beispielsweise den Kontakt zum Ausbildungsbetrieb her und kümmern sich um die Organisation von Sprachkursen. Die Kolping Akademie ist einer dieser Träger.
Die Kolping Akademie unterstützt MobiPro-EU-Projekte in Mindelheim, Augsburg und Garmisch-Partenkirchen.
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