Spatenstich für das neue Berufsbildungs- und Technologie-Zentrum der HWK Schwaben

von links nach rechts: Prof. Dr. Michael Heister, Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, Präsident der HWK Jürgen Schmid, Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Hauptgeschätsführer Ulrich Wagner und ein Vertreter der Architekten
 
von links nach rechts: Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, Hauptgeschätsführer Ulrich Wagner und ein Vertreter der Architekten
Die Handwerkskammer für Schwaben (HWK) steht vor dem größten Bauprojekt in ihrer Geschichte. Am heutigen Freitag wurde der Spatenstich zum Neubau der Berufsbildungs- und Technologie-Zentrums (BTZ) in Augsburg auf dem kammereigenen Gelände am Siebentischwald vollzogen. Rund 39 Millionen Euro wird die Handwerkskammer in die Neugestaltung dieser Ausbildungsstätte und die handwerklichen Berufsausbildung investieren. Der Bund und das Land fördern das Vorhaben, rund 30% der Gelder kommen aus dem Etat der HWK Schwaben. Rund 45% der Mittel stammen aus dem Bundeshaushalt und weitere 30% stemmt das Land Bayern. „Fast vierzig Millionen Euro Investition, das ist eine Hausnummer. Doch es ist für uns von zentraler Bedeutung noch einmal darzulegen, dass diese Baumaßnahme sehr wichtig und sinnvoll ist.“ Auf 7100 m² Nutzfläche werden dann pro Jahr über 7000 Auszubildende der Fachbereiche Landtechnik, Elektrotechnik, Maler und Metall im Rahmen der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung in 18 Werkstätten mit modernster Maschinen- und Technikeinrichtung unterrichtet werden. Der Neubau des BTZ Augsburg ist das letzte, aber auch das größte Bauvorhaben im Zuge der Neuentwicklung des Kammergeländes am Siebentischwald.

Neuordnung des HWK-Geländes am Siebentischwald

Nach der Fertigstellung der Akademie des Handwerks im Jahr 2003 und 2008 dem Umzug der Verwaltung vom Schmiedberg in das neue errichtete Service-Zentrum konnten die Planungen für die Neugestaltung des BTZ Augsburg in Angriff genommen werden.

„Die größte Herausforderung ist für uns, dass der laufende Schulungsbetrieb für rund 7000 Auszubildende pro Jahr reibungslos weiterläuft. Das ist wie eine Operation am offenen Herzen,“ erläutert Ulrich Wagner die Problematik. Daher waren auch umfangreiche Vorarbeiten notwendig. Werkstätten mussten ausgelagert werden, andere Werkstätten mussten in die Räume der ausgelagerten Fachbereiche umziehen und für den Schweißunterricht wurde extra eine neue Halle gebaut. Erst nach diesen Vorarbeiten konnte der erste Teil des Gebäudes abgerissen und das Baufeld für den Neubau aufbereitet werden. Präsident der HWK Schwaben, Jürgen Schmid, hofft auf eine gute Nachbarschaft zwischen dem Augsburger Zoo, dem botanischen Garten und der Handwerkskammer Schwaben während der kompletten Bauphase.
Zu Beginn der Planungen musste ein Gesamtkonzept entwickelt werden, das einige Kriterien, wie zum Beispiel eine gute Erreichbarkeit und das komplette Angebot unserer Handwerkskammer am Standort Augsburg gebündelt anzubieten. In einem hochwertigen Wettbewerb ging das Architekturbüro Birk, Heilmayer und Frenzel aus Stuttgart hervor. Diese Architekten hatten es geschafft, ein energetisches, technisches und umweltfreundliches Zentrum zu entwerfen.

Werkstätten auf höchstem Niveau

Dass sich dieser Aufwand auf jeden Fall lohnt, davon sind die Verantwortlichen bei der HWK überzeugt. „Wir müssen absolutes Top-Niveau in der handwerklichen Ausbildung anbieten, um die besten Jugendlichen für unserer Berufe zu gewinnen,“ betont HWK-Präsident Jürgen Schmid. Wenn in den kommenden Jahren das BTZ Augsburg fertig gestellt sein wird, dann werden wir hier neben neun Theorieschulungsräumen mit insgesamt 160 und einem EDV-Lehrsaal mit 20 Teilnehmerplätzen, 18 Werkstätten für die Fachbereiche Landtechnik, Elektrotechnik, Metall und Maler entscheiden. Diese werden sich wie folgt aufteilen:

- 3 Metallwerkstätten mit CNC, Dreh- und Fräsmaschinen
- 1 CNC-Werkstatt mit Programmierplätzen
- 2 Zerspanungswerkstätten
- 1 Halle für Landtechnik mit Motoren- und Bremsprüfstand
- 3 Schweißwerkstätten mit insgesamt 36 Arbeitsplätzen
- 3 Werkstätten mit Spritz- und Trockenkabine für Maler und Lackierer
- 5 Elektronikwerkstätten

Für die Ausstattung steht ein technisches modernstes Maschinenpool zur Verfügung.

Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU)

Im Handwerk gibt es neben der bewährten dualen Ausbildung mit den Unternehmen auf der einen Seite und den Berufsschulen auf der anderen Seite, eine dritte Säule, die „überbetriebliche Lehrlingsunterweisung“. Das ist einmalig und gibt es nur im Handwerk. Dahinter steht, dass Ausbildungsordnungen im Handwerk sehr breit angelegt sind. Dagegen haben sich die Unternehmen oft auf Nischen spezialisiert und bieten nur ganz ausgewählte Produkte und Leistungen ihres Fachbereichs an. Doch prüfungsrelevant ist die ganze Bandbreite des Ausbildungsberufs. So muss beispielsweise ein Jugendlicher, der den Beruf des Schreiners erlernt und in einem Betrieb arbeitet, auch in der Lage sein, Möbel anzufertigen und beispielsweise Furniere aufzubringen. Für junge Menschen ist die weitgespannte Ausbildung im Handwerk natürlich ein Riesenplus. Nach der Gesellenprüfung haben sie erheblich mehr Möglichkeiten eine Anstellung zu finden. Und auch die Wirtschaft profitiert, weil hochqualifizierte Fachkräfte mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

Auch Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl bejaht: „Ihr habt alles richtig gemacht!“ Weiter meint er, dass Augsburg seine hohe Wirtschaftskraft in besonderem Maße dem Handwerk zu verdanken hat. Zum Spatenstich hatte sich auch die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner angemeldet. Auch sie lobt die gute Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen der HWK und allen weiteren beteiligten Personen des Neubaus. Außerdem betont sie die exzellenten Weiterbildungsmöglichkeiten nach einer normalen Ausbildung. In Bayern gilt die Devise: „Kein Abschluss ohne Anschluss!“, so Aigner.

Mit dem Spatenstich für das neue Berufsbildungs- und Technologiezentrum wurde ein weiterer Schritt in die Zukunft der Handwerkskammer Schwaben gesetzt.
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