Schwäbischer Bezirkstag verabschiedet Aktionsplan - Inklusion aktiv gestalten

Augsburg (pm). „Wir wollen mehr als Lippenbekenntnisse, sondern eine aktive Ausgestaltung der UN-Menschrechtskonvention für Menschen mit Behinderung auch auf regionaler Ebene“. Dies betonte Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert bei der heutigen Sitzung des Schwäbischen Bezirkstags. Das Gremium, das oftmals auch „Sozialparlament genannt wird“, verabschiedete heute einstimmig einen Aktionsplan zur Umsetzung der Inklusion in Schwaben, der in enger Abstimmung zwischen Verwaltung und Bezirksräten erarbeitet worden war.
Ziel sei es, so Jürgen Reichert, konkrete Handlungsfelder und sozialpolitische Maßnahmen zu definieren, mit denen der Bezirk Schwaben seinen Beitrag zur Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention leisten könne. Die vorgeschlagenen Punkte sollen regelmäßig auf ihre Realisierung hin überprüft werden, „damit es nicht nur beim Papier und der Willensbekundung bleibt.“
Neben Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit werden in dem Aktionsplan insbesondere Aufgaben der Sozialplanung festgeschrieben. So soll die inklusive Betreuung im Vorschulalter trotz der bereits guten Zahlen in Schwaben - schon jetzt werden 69 Prozent aller Kinder mit Behinderung in Regelkindergärten betreut - weiter vorangetrieben werden.
Im schulischen Bereich wird der Freistaat aufgefordert, einen Integrationsfaktor einzuführen und pädagogische Kompetenzen aus dem Förderschulsystem in die Regelschule zu übertragen. Auch das Pädagogikstudium müsse inhaltlich angepasst werden.
Vor allem im Bereich von Arbeit und Beschäftigung will der Bezirk Schwaben künftig noch weitere Akzente setzen, um die Teilhabe und Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft zu fördern. So sollen Modellprojekte mit Anreizen für Arbeitgeber verwirklicht werden. Der Bezirk Schwaben, der bereits jetzt einen Beschäftigungsanteil von Menschen mit Behinderung von über 11 Prozent hat, will auch hier seine eigenen Möglichkeiten als Arbeitgeber noch weiter ausbauen. „Zudem werden wir auch in unseren politischen Aktivitäten nicht nachlassen, um behinderten Menschen den Übergang auf den erste Arbeitsmarkt zu ermöglichen“, betonte Reichert.
Ebenso wichtig wie Arbeit seien die Möglichkeiten zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und die Freizeitgestaltung. Neben der Überprüfung eigener Angebote - Barrierefreiheit der Museen, die Umsetzung eines barrierefreien Internetauftrittes und Broschüren in leichter Sprache - sollen beispielsweise verstärkt bei den Leistungen der Offenen Behindertenarbeit, die vom Bezirk Schwaben gefördert wird, inklusive Projekte im Vordergrund stehen.
Im Bereich des Wohnens werde die Sozialplanung des Bezirks bei der Förderung und Genehmigung neuer Angebote gezielt auf Faktoren wie Ortsnähe, Gemeindeintegration und die Teilhabemöglichkeiten am Gemeinwesen achten. „Ein sehr wichtiges Thema, mit dem wir uns immer mehr beschäftigen müssen, ist zudem der Umgang mit Menschen mit Behinderung im Alter“, führte Reichert aus, „inzwischen ist bereits jeder dritte behinderte Mensch in Schwaben über 60 Jahre alt.“ Für diese Gruppe wurde bereits ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, der nun auch auf inklusive Gesichtspunkte hin angepasst werden soll.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.