Schwäbischer Bezirkstag fasst zahlreiche Beschlüsse im sozialen Bereich

Bei seiner heutigen Sitzung zeigte der Schwäbische Bezirkstag einmal mehr, warum er oftmals auch als „Sozialparlament“ bezeichnet wird: Die Bezirksrätinnen und Bezirksräte aus ganz Schwaben entschieden heute bei ihrer letzten Tagung vor der sommerlichen Sitzungspause über zahlreiche Maßnahmen im sozialen Bereich. Dem voran gingen die Berichte der Jugendbeauftragten des Bezirks, Renate Deniffel und des Behindertenbeauftragten Volkmar Thumser (ausführliche Berichte folgen).
Unter anderem verabschiedeten die schwäbischen Politiker die Anpassung der bisherigen Richtlinien, nach denen in Schwaben die Sozialpsychiatrischen Dienste und die psychosozialen Suchtberatungsstellen gefördert werden. Diese Einrichtungen, die es in ganz Schwaben gibt, sind ein wichtiges außerklinisches Angebot für psychisch kranke und für suchtkranke Menschen. Sie erhalten ab 2015 eine erhöhte Sachkostenpauschale, zudem kann die Beschäftigung eines sogenannten Genesungsbegleiters gefördert werden. Letzteres sind selbst psychisch kranke Menschen, die durch eine spezielle Qualifizierung (EX-IN) befähigt werden, ihre Erfahrungen als Fachwissen beruflich einzusetzen, beispielsweise in psychosozialen Einrichtungen.

Ebenso verabschiedete der Bezirkstag die aktualisierte Fassung des Gesamtkonzeptes für eine bedarfsgerechte Versorgung von älter werdenden Menschen mit Behinderung. In Bayern sind fast 30 Prozent der Menschen mit Behinderung über 60 Jahre alt. Wie Bezirkstagspräsident Jürgen reichert betonte, müsse man gemeinsam mit den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege spezielle Lösungen und Angebote für diese Personengruppe suchen, insbesondere seien hier Maßnahmen für die Zeit nach dem Arbeitsleben und den Bereich Wohnen erforderlich.

Bewilligt wurden zudem einige neue Einrichtungen beziehungsweise Platzerweiterungen:

In Opfenbach-Mellatz (Landkreis Lindau) wurde dem Bau einer stationären sozialtherapeutischen Einrichtung für Menschen mit einer intellektuellen Behinderung und psychischen Störungen durch die St. Lukas-Klinik gGmbH mit 24 Plätzen zugestimmt.

Bewilligt wurde die Erweiterung der Plätze in der Augsburger Außenstelle der Förderstätte Pfaffenhausen für Menschen mit Sehbehinderung. Bisher hat diese Einrichtung des Dominikus-Ringeisen-Werkes sieben Plätze, es werden aber bereits zehn Menschen betreut, der Bezirkstag stimmte einer Aufstockung auf 14 Plätze zu.
Die anhaltende Überbelegung bei den Donau-Iller-Werkstätten der Lebenshilfe ist ausschlaggebend für eine wesentliche Änderung: Zunächst nur als Übergangsstandort vorgesehen, sollen in Illertissen nun fest 90 Werkstattplätze und 24 Förderstättenplätze genehmigt werden, zudem wird die Förderstätte in Neu-Ulm um weitere zwölf Plätze aufgestockt.

Im Wohnheim „Bruderhaus Illertissen“ der Lebenshilfe Donau-Iller
wurde zudem ein weiteres wichtiges Angebot bewilligt: Die Lebenshilfe kann hier vier Plätze zur Kurzzeitpflege für Menschen mit Behinderung schaffen. „Wir begrüßen diese Initiative des Träger sehr“, so Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert. „Kurzzeitpflege entlastet die Angehörigen, die in der Betreuung und Pflege von Menschen mit Behinderung oftmals an ihre Grenzen gehen.“
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